Seit 60 Jahren verheiratet

Rita und Florian Kranzfelder aus Pfronten sind seit 60 Jahren verheiratet

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Sobald die Corona-Krise es zulässt, wollen Rita und Florian Kranzfelder aus Pfronten ihre Diamantene Hochzeit mit der Familie feiern.

Pfronten – „Gegenseitiger Respekt, Achtung, Toleranz, Ehrlichkeit und viele gemeinsame Aktivitäten!“ Für Rita und Florian Kranzfelder aus Pfronten ist dies das Rezept für eine lange und glückliche Ehe.

Beide müssen es wissen: das Paar ist seit mittlerweile 60 Jahren verheiratet. Am 7. Juni 1960 haben sich die beiden das Ja-Wort in der Wieskirche in Steingaden gegeben. Die Trauung nahm Kurat Paul Wohlfrom vor. Sobald die Corona-Krise es zulässt, will das Jubelpaar die Diamantene Hochzeit mit der Familie feiern. 

Rita und Florian Kranzfelder sind zusammen in dem kleinen bäuerlichen Ort Dorschhausen nahe Bad Wörishofen aufgewachsen und da im Dorf jeder jeden kannte, lernten sie sich natürlich auch von Kindesbeinen an kennen und später auch lieben. Florian Kranzfelder wurde bereits mit neun Jahren Halbwaise und um zum Familieneinkommen beizutragen, musste er so schnell wie möglich eine Ausbildung beginnen. 

Die Wahl fiel auf eine Lehre als Schreiner. Bei Wind und Wetter ging es mit dem Fahrrad nach Bad Wörishofen zur Ausbildung und in der Freizeit hieß es, das halbfertige Einfamilienhaus mit Freunden und Verwandten fertigzustellen, da sein Vater im Krieg gefallen war. Seine sieben Jahre jüngere Schwester konnte nicht viel dazu beitragen und seine Mutter hielt die kleine Familie mit Schneiderarbeiten über Wasser. 

Vom Schreiner zum Zollbeamten

Obwohl ihm die Fähigkeiten, die er als Schreiner erlernte, noch viel in seinem weiteren Leben – vor allem später beim Eigenheimbau – helfen sollten, beschloss er sich weiterzubilden und in den Staatsdienst zu gehen. 1958 war es soweit und er ging zum Zoll, bei dem er insgesamt 40 Jahre bis zu seiner Pensionierung tätig war. Der Zolldienst erlaubte es ihm unter anderem seiner Leidenschaft, dem Sport, auch beruflich nachzugehen. Sei es beim Skifahren, Langlauf, Leichtathletik oder eben nur einfach bei Kontrollgängen entlang Deutschlands Grenzen. 

Rita Kranzfelder, geborene Hollrieder, musste ebenfalls schon früh im elterlichen Betrieb, der Gaststätte „Kalte Quelle“, mithelfen. Als Bedienung, in der Küche oder am Klavier war es ihre Aufgabe, für die Unterhaltung der Gäste zu sorgen. Ihr Vater kümmerte sich um den landwirtschaftlichen Bereich, der zur „Kalten Quelle“ gehörte und die Mutter um die Gaststätte. Da es ein Familienunternehmen war, durfte auch sie nicht weiter zur Schule gehen, sondern wurde früh in den elterlichen Betrieb eingebunden – so, wie es in der Nachkriegszeit häufig der Fall war. 

Nach ihrer Heirat wurde Florian Kranzfelder in den Bayerischen Wald an die tschechische Grenze nach Lohberg in die Nähe von Bad Kötzting versetzt. Dort kam auch ihre Tochter Claudia zur Welt. Da beide jedoch das Allgäu und die Berge liebten, beantragte Florian seine Versetzung, was 1963 schließlich auch klappte. In Pfronten ließen sie sich schließlich fest nieder und wohnen bis heute in ihrem Eigenheim in Pfronten-Ösch. Ihr Sohn Armin erblickte 1966 in Füssen das Licht der Welt. 

Neue Heimat Allgäu

Dem Allgäu ist das Paar so immer treu und verbunden geblieben. Bis ins hohe Alter waren beide bei jeder Gelegenheit gemeinsam in den Bergen beim Wandern und Skifahren unterwegs. In ihrer neuen Heimat begannen beide auch mit dem Eisstockschießen. Florian Kranzfelder war sogar 16 Jahre lang erster Vorstand der Pfrontener Eisstockschützen. 

Nachdem beide Kinder ihre Ausbildung beendet hatten, entdeckte das Paar das Reisen für sich und besuchte mit dem Wohnmobil die unterschiedlichsten Orte in Europa. Nicht selten waren dabei die Enkel mit, denn die Familie war und ist dem Diamantenen Paar bis heute das Wichtigste. So wird die Feier zur Diamantenen Hochzeit mit der Familie aufgrund der Corona-Situation auch nur verschoben und sobald wie möglich im Kreis der Familie nachgeholt. 

Ihr Rezept für eine so lange, glückliche Ehe lautet: „Gegenseitiger Respekt, Achtung, Toleranz, Ehrlichkeit und viele gemeinsame Aktivitäten, egal ob beim Hausbau mit viel Eigenleistung oder in der Freizeit. Das Wichtigste ist sich immer und bei allem auf den Partner verlassen zu können!“

kb

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