Füssener "KZO" Drohnenzug übt in Altenstadt

"Drohnenmänner" in Aktion

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Die Füssener Gebirgsaufklärer bei einem Übungseinsatz. Am „Tag der Bundeswehr“ gewähren sie Interessierten einen Blick hinter die Kulissen ihrer Arbeit.

Füssen/Landkreis – Der Drohnenzug „KZO“ des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 aus Füssen zeigte jetzt sein Können.

Auf dem Heeresflugplatz in Altenstadt starten die „Drohnenmänner“ der Gebirgsaufklärer ihr Fluggerät und üben die Aufklärung aus der Luft. KZO-Kleinfluggerät für Zielortung lautet der vollständige Name des unbemannten Luftfahrzeuges. 

Dabei handelt es sich um ein Fluggerät mit knapp 3,5 Meter Spannweite und einer Geschwindigkeit von etwa 150 km/h. Eingesetzt wird es zur Aufklärung und Zielortung. Weil das bei weitem kein Selbstläufer ist, müssen die Soldaten üben. In „Flugkampagnen“ wird die Ausbildung am Gerät abgeschlossen und der reale Flugbetrieb vorgenommen. Dabei flog die KZO zum ersten Mal in Altenstadt. Dies erfordert umfangreiche Vorbereitungen. 

Wesentlich beteiligt an der Flugkampagne war Oberleutnant Jan Hahne. Der 26-jährige ist erst seit wenigen Wochen im Gebirgsaufklärungsbataillon und wurde bereits ins kalte Wasser geworfen. „Mir macht das nichts aus“, meint er selbstbewusst. „Dafür wurden wir ausgebildet und die Arbeit mit den neuen Kameraden macht sehr viel Spaß.“ Im Rahmen der Übung war er als Flugdienstleiter tätig. 

Seine Aufgabe bestand darin, die sogenannte innere Sicherheit herzustellen sowie den Ablauf zu organisieren. Dies beinhaltet unter anderem sicherzustellen, dass keine Unbefugten sich im Flugbereich aufhalten sowie die Koordinierung des Luftraums mit dem Tower. 

4000 Meter Höhe 

Die Drohne startet mithilfe eines Boosters – wie bei einer Rakete. Damit wird sie innerhalb von 1,5 Sekunden auf etwa 150 km/h beschleunigt. Einmal in der Luft, kann sie dort bis zu 3,5 Stunden verbleiben, auf bis zu 4000 Meter Höhe steigen und mithilfe ihrer hochmodernen Kamerasensorik im vorgesehenen Einsatzraum aufklären. Die „Piloten“ sitzen dabei in einer Bodenkontrollstation wo sie jederzeit auf den Flugkurs der Drohne Einfluss nehmen können. 

Ist ihr Auftrag beendet, wird sie per Fallschirm, welcher im Flug auslöst, wieder sicher zur Erde zurück gebracht. 

Lückenloser Betrieb

 Während die eine Drohne in der Luft ist, wird bereits die nächste vorbereitet. Dabei wird die „KZO“ per Kran aus dem Transport- und Lagerbehälter auf das Startfahrzeug gebracht. Durch dieses überschlagene Vorgehen ist mit drei Drohnen ein nahezu lückenloser Schichtbetrieb möglich.

Wer die Drohne aus nächster Nähe sehen will, kann die Gelegenheit nutzen und zum „Tag der Bundeswehr“ in der Füssener „Allgäu Kaserne“ am 10. Juni kommen. Neben der KZO wird es dabei für Neugierige noch viel mehr zu entdecken geben. Vor allem aber können Interessierte mit Soldaten wie Oberleutnant Hahne direkt ins Gespräch kommen.

kb

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