"Wir haben Fendt, das reicht"

Kabarettist Maxi Schafroth begeistert sein Publikum in Rieden

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„Der Chor der Jungen Union” aus Miesbach und Gitarrist Markus Schalk (rechts) sorgen zusammen mit Maxi Schafroth (2. v. l.) für einen kurzweiligen und abwechslungsreichen Abend.

Rieden a. F. – Einer der Höhepunkte des viertägigen Sommerfests des Musikvereins Rieden war ohne Zweifel der Auftritt des Kabarettisten Maxi Schafroth am Donnerstagabend im vollbesetzten Festzelt. Und der Unterallgäuer enttäuschte seine erwartungsvolle Gäste dabei nicht.

„Wir haben uns monatelang auf dieses Fest vorbereitet und freuen uns nun, dass er zu uns her gefunden hat”, sagte Musikvorstand Markus Köpf. Und Maxi Schafroth, Gewinner des bayerischen Kabarettpreises 2017, enttäuschte seine erwartungsvollen Gäste nicht: er war von Anfang an auf „Betriebstemperatur”. Dabei unterstützen ihn seine Freunde, die „Goldkehlchen” der Jungen Union aus Miesbach und sein Gitarrist Markus Schalk. 

Mit seiner Aussage : „Lasst uns einen Heimatabend feiern – und das nicht in Füssen und nicht in Schwangau, sondern in der Perle des Ostallgäu, Rieden manchmal mit Forggensee”, hatte er das Publikum von Anfang an auf seiner Seite. Zunächst in brauner Jacke mit „Hirschknopfdesign“ und später im legeren Outfit stand er auf der Bühne. 

Bei seinem Programm „Faszination Bayern” stellte er speziell das Allgäu in den Mittelpunkt und arbeitete mit gekonnter Spitzfindigkeit den Charakter der einheimischen Bevölkerung sehr fein heraus. „Wir haben Fendt, das reicht – wir brauchen kein BMW mit all seinem Schnickschnack”, war eine Feststellung, die das Publikum mit Johlen und Klatschen honorierte. „Und überhaupt wahre Innovation kommt nicht aus München, sondern aus dem Allgäu”, unterstützte er das Selbstbewusstsein der Einheimischen. 

Zwar glorifizierte er das ländliche Idyll etwas, aber hinter jedem Satz stand hintergründiger Humor, der treffsicher die Allgäuer Mentalität auf den Nagel traf. Dem gut aufgelegten Schafroth gefiel es sichtlich auf der Riedener Bühne, war er doch als prominentester Sohn des 78 Seelendorfs Stephansried im Unterallgäu an diesem Abend unter seinesgleichen – und musste deshalb auch seinen Allgäuer Dialekt nicht verstecken. Der Allgäuer Kabarettist gestand seinen „Fehltritt” mit der Lehre zum Banker und schilderte seine Kehrtwende aus „Kultur- und Mentalitätsgründen”, die ihm sichtlich gut gelungen ist. 

Mit dem Sternmarsch am Freitagabend zusammen mit den Kapellen aus Roßhaupten, Schwangau, Buching und Weißensee und dem anschließenden Blasmusikabend im Festzelt folgte ein weiteres Highlight. Die „Fäaschtbankler“, eine Band der Neuen Volksmusik aus der Schweiz, begeisterten am Samstag ihr Publikum und mit einem Frühschoppen und Alphornklängen klang das Fest schließlich am Sonntag aus.

ed

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