Füssen feiert Renaissance-Tage

Erinnerungen

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Die Darstellung von Kaiser Maximilian I. und seiner Gemahlin Bianca Maria Sforza (Helmut und Emilia Huttenloher) in historisch angelehnten Gewandungen wirkt durch die riesigen Shire Horse noch beeindruckender.

Füssen – Einheimische wie Touristen wurden am Wochenende in die Zeit der Renaissance – die Ära von Kaisers Maximilian I. – versetzt. Der Habsburger Regent hatte seinen Regierungssitz zeitweise nach Füssen verlegt, bis 40 Mal weilte der „letzte Ritter“ um 1500 mit seinem Hofstaat in der Stadt.

Dabei brachte er seinerzeit viel Glanz und Leben in die Füssener Stadtmauern, geistliche und weltliche Persönlichkeiten fanden sich ein, die Stadt blühte auf. In Erinnerung an die Kaiserbesuche feiert die Stadt alljährlich „Füssen in der Renaissance“. 

Beim Historischen Festzug, der am Samstag und Sonntag stattfand, zog heuer eine deutlich größere Zahl an Teilnehmern durch die Füssener Altstadt. Die zahlreichen Gaukler, Musikanten, Tänzer, Fahnenschwinger, Fanfaren und Trommler, Landsknechte, Stadtwachen, geistliche und weltliche Fürsten mit Gefolge, der Enkel Karl V. und natürlich Kaiser Maximilian I. selbst nebst seiner zweiten Gemahlin verursachten ein kleines „historisches Verkehrschaos“. 

Vom Herold am Stadtbrunnen vorgestellt, zogen die Gruppen in für Hoch- und Spätmittelalter ebenso wie in der Renaissance üblichen Gewändern von der Lechhalde über Brotmarkt und Schrannenplatz zum großen Lagerplatz im Baumgarten am Hohen Schloss. Sie alle umrahmten Kaiser Maximilian I. von Habsburg und Kaiserin Bianca Maria Sforza (Helmut und Emilia Huttenloher), die auf Pferden der größten Rasse der Welt (Shire Horse) ein imposantes Bild abgaben. 

Gelebtes Mittelalter konnten die Besucher beim Lagerleben im Baumgarten erahnen, oder sich gleich selbst im Axtwerfen und Bogenschießen probieren. Viele Gruppen, die beim Festzug durch die historische Altstadt zogen, hatten ihre Zelte aufgeschlagen – um gemeinsam das Lagerleben zu zelebrieren. Den Besuchern wurde ein buntes Programm geboten. Zentraler Punkt des Renaissance-Festes war daneben der Mittelalter-Markt am Kaiser-Maximilian-Platz.

Heuer verteilte sich das Marktspektakel zugunsten der Besucher auf mehr Fläche. Zu „Leckereyen“, Gewandungen und Schmuck kam als neue Attraktion ein „Riesen“-Rad hinzu. Die vier Sitzbänke aus Holz wurden handgetrieben gedreht. Und ob Fanfarenzüge und Trommlergruppen oder Tanzauftritte („Füssener Consort“) und mittelalterliches Rock-Konzert mit Dudelsäcken („Heidenlärm“ aus Berlin und „Heidenspass“ aus Freiburg): Auch die musikalische Bandbreite, die den Besuchern geboten wurde, war groß. 

An den verschiedenen Schauplätzen in der Altstadt kämpfte sich das diesjährige Theater fechtend durch die Geschichte, Fahnenschwinger und „Tamino der Gaukler“ bereicherten farbenreich und voller Schwung das Spektakel am Wochenende. Bei bestem Wetter wurde das Renaissance-Fest sehr gut angenommen, auch wenn einige Anwohner der Füssener Altstadt für kurze Zeit auf eine freie Anfahrt zu ihrem Wohnsitz zugunsten des bunten Festzuges warten mussten.

Anne Berkmüller

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