ÖVP im Gemeinderat spricht sich gegen eine Sanierung der Feuerwehrhalle aus

Streit um die Feuerwehr

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Die Sanierung der Feuerwehrhalle und die Bebauung des „Sax-Areals“ sorgen derzeit für heftige Diskussionen im Gemeinderat.

Reutte – Seit der jüngsten Sitzung hängt der Haussegen im Gemeinderat schief. Hintergrund ist eine Kampfabstimmung um die Sanierung der Feuerwehrhalle und die Bebauung des „Sax-Areals“. Die ÖVP als Gegner der Sanierung zog dabei den Kürzeren.

Es hätte eine ruhige und konstruktive Sitzung des Gremiums werden können. Dass es dann aber zu einigen Turbulenzen und einer Kampfabstimmung kam, bei der die ÖVP-Fraktion von Vizebürgermeister Dietmar Koler knapp den Kürzeren zog und die Bürgermeister Alois Oberer die Zornesröte ins Gesicht trieb, lag an zwei an sich harmlosen Punkten: an der Sanierung der Feuerwehrhalle im Marktzentrum zum einen und an einer Präsentation des Ergebnisses eines Architektenwettbewerbs zur Verbauung des an die Einsatzzentrale anschließenden „Sax-Areals“ zum anderen. 

Das „Sax-Areal“ als Baulücke im Zentrum und das altehrwürdige Dengel-Haus daneben sorgen derzeit für viel Gesprächsstoff und differenzierte Meinungen auch in der Bevölkerung. Vizebürgermeister Dietmar Koler wollte erst die Diskussion über das Resultat des Wettbewerbes, um dann über die Sanierung der Halle abzustimmen. 

Bürgermeister Alois Oberer dagegen präsentierte das Projekt, dem die Jury einstimmig den Vorzug gegeben hatte. Dieses sieht vor, die Fläche im Zusammenhang mit der Sanierung des altehrwürdigen „Dengel-Hauses“ mit einer Tiefgarage, drei größeren Wohneinheiten und einer teilweisen Überbauung der Randbereiche der Feuerwehrhalle aufzuwerten. 

Auch im Gemeindevorstand wurde das gegenständliche Projekt einstimmig gutgeheißen. Spielräume in der endgültigen Ausführung seien naturgemäß aber immer möglich, so das Gemeindeoberhaupt. 

Die ÖVP-Fraktion wollte aber auch die Situierung von mehr Geschäftsflächen in die Planung eingearbeitet sehen und liebäugelte sogar mit der Absiedlung des Gerätehauses um die Achse Mühlerstraße aufzuwerten. Das hätte allerdings auch die Voraussetzungen für die Architekten geändert. 

Oberer wird überrascht 

So kam der plötzliche Vorstoß der größten Gruppe im Gemeinderat für Oberer unerwartet. „Jetzt bin ich aber gespannt“, meinte er, „wie nach dem einstimmigen Votum im Gemeindevorstand das Abstimmungsverhalten der entsprechenden Mandatare ausfallen wird.“ Die ÖVP-Fraktion verweigerte dann auch prompt den Grundsatzbeschluss zur Sanierung der Feuerwehrhalle Reutte. 

Man sei im Vorfeld zu wenig darüber informiert worden, es gebe keinen unmittelbaren Zeitdruck und die Halle stehe städtebaulich gesehen ohnehin am falschen Platz, waren die vorgebrachten Argumente. Man forderte vehement eine längere Nachdenkpause. 

Feuerwehr als Spielball? 

Feuerwehrkommandant Alexander Ammann, wie viele seiner Feuerwehrkameraden bei der Sitzung anwesend, betonte in einer Wortmeldung, dass der Wehr der jetzige Standort durchaus passe, eine Aussiedlung mit Neubau mit einem Aufwand von jenseits der zehn Millionen für die Gemeinde Reutte wohl nicht in Frage käme und er die Wehr nicht zum Spielball einer künftigen Wahlauseinandersetzung werden lassen wolle. Wortspenden aus allen Richtungen fachen seitdem die Diskussion im Hauptort des Bezirks immer wieder an.

Hans Nikolussi

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