Umfeld soll gleich mit aufgewertet vwerden

Historische Mauer in Füssen muss weg

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Der Kanal hinter dieser baufälligen Stützmauer muss erneuert werden. Um die Baumaßnahme gefördert zu bekommen, soll auch gleich das Umfeld saniert werden.

Füssen – Zur „höchsten Vorsicht“ im Umgang mit einem Baudenkmal bat UBL-Stadtrat Magnus Peresson jetzt einmal mehr im Stadtrat. Sein Sorgenkind diesmal: eine historische, aber baufällige Stützmauer und Treppenanlage in der Tiroler Straße 7 bis 13.

Ein Teil dieser Gebäude war um das Jahr 1500 einmal das Postgebäude und die Stützmauer der Weg dorthin. Weil aber der dahinter verlaufene Abwasserkanal dringend erneuert werden muss, soll die Mauer in Absprache mit dem Denkmalschutz so schnell wie möglich abgerissen und neu gebaut werden. Gleichzeitig beschloss der Rat einstimmig, dass das gesamte Umfeld der Baustelle im Zuge der Sanierungsmaßnahme aufgewertet werden soll. 

Nur wenn sich der Stadtrat für dieser „großen Lösung“ ausspreche, könne mit Mitteln aus dem Städtebauförderprogramm der Regierung von Schwaben gerechnet werden, hatte Martin Köpf vom Tiefbauamt zuvor den Ratsmitgliedern erläutert. Die Chancen, für die Arbeiten tatsächlich Fördermittel zu bekommen, stehen gut. 

Denn die Tiroler Straße liegt in der Lechvorstadt, die im Zuge der Aufstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden soll, um mit Hilfe des Städtebauförderprogramms eine Aufwertung durch verschiedene Sanierungsmaßnahmen zu erreichen (der Kreisbote berichtete). „Durch die Aufnahme in das Sanierungsgebiet als Konsequenz aus der Vorbereitenden Untersuchung könnten auch die Voraussetzungen für eine Förderung über Städtebaufördermittel geschaffen werden“, heißt es dazu in der Sitzungsvoralge der Stadtverwaltung.

Umfeld wird aufgewertet

Um die Fördermittel zu bekommen, soll nun im Zuge der Kanalsanierung und des Neubaus der Mauer auch gleich das öffentliche – die Mauer, die als Weg zu den teilweise als Denkmälern ausgewiesenen Häusern 7 bis 13 dient, ist in städtischem Besitz – und zum Teil auch private Umfeld in diesem Bereich saniert und dadurch schöner gemacht werden. „Diese Kulisse zum Kloster muss qualitativ aufgewertet werden“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Wir wollen etwas Gscheits!“. 

Die von Köpf vorgestellte Alternative fand keinen Anklang bei den Ratsmitgliedern. Demnach hätte das Rathaus wegen des Zeitdrucks baldmöglichst und auf Kosten der Stadtwerke nur den Kanal sanieren lassen. Dafür gibt es allerdings keine Zuschüsse aus dem Städtebauförderungsprogramm. Um einen Abriss und Neubau des Mauerbauwerks wäre die Stadt aber auch in diesem Fall nicht herum gekommen, da der Kanal offenbar schon so kaputt ist, dass er ausgebaggert werden muss. Das wiederum ziehe aber zwangsläufig den Abriss der davor liegenden instabilen Mauer nach sich. „Die Stützmauer ist in einem schlechten Zustand“, berichtete Köpf. 

Bereits seit November werde die Mauer einem ständigen Monitoring unterzogen, bei dem alle zwei Wochen festgelegte Punkte vermessen werden, wodurch etwa ein Kippen rechtzeitig erkannt werden könnten. „Die Messergebnisse seit November ergaben, dass zur Zeit keine Bewegungen in der Maueranlage festgestellt wurden.“ Mittlerweile müsse aber davon ausgegangen werden, dass das Bauwerk möglicherweise bereits von aus dem Kanal auslaufenden Wasser unterspült wird. Statiker seien jedenfalls zu dem Ergebnis gekommen, dass der rechnerische Nachweis der Standsicherheit nicht mehr nachgewiesen werden könne.

mm

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