"Kann Kritik nicht verstehen"

Bürgermeister Franz Erhart hält viel von der Naturrodelbahn Maria Trost und reagierte jetzt empfindlich auf die Kritik von Seiten des ADAC. Foto: Archiv

Als schlechteste Rodelbahn Deutschlands hat der ADAC vor kurzem die Naturrodelbahn „Maria Trost“ in Nesselwang bewertet. Im Rathaus der Marktgemeinde stößt dieses Ergebnis auf Unverständnis. Als „völlig daneben“ und imageschädigend bezeichnete Nesselwangs Bürgermeister Franz Erhart in seiner Reaktion darauf den Test und geht hart mit dem ADAC ins Gericht.

Mit der Note mangelhaft hat der ADAC die Nesselwanger Rodelbahn versehen. Damit stellt sie das Schlusslicht der elf deutschen vom ADAC getesteten Rodelbahnen dar. Lediglich in Österreich und der Schweiz finden sich drei Bahnen, die schlechter abschnitten. Der deutsche Spitzenreiter ist übrigens auch eine Allgäuer Strecke: die Hornbahn in Bad Hindelang. Hauptkritikpunkte des Automobilclubs: Die schlechte Streckensicherung, fehlende Wegweiser und dass die Bahn auch von Wanderern genutzt werde. Das berge Gefahren. Zudem fehlen Erlebniskurven, die Strecke sei teilweise zu flach. Zehn Minuten aufwärmen Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, meinte Bürgermeister Franz Erhart dazu. Die Bahn sei schließlich keine Sportrodelbahn, sondern als Naturrodelbahn, die auf einem bestehenden Forstweg liegt, auch den Personen zugänglich, die nicht mit der Gondel fahren und das soll auch so sein. Außerdem sei die Strecke dadurch, dass sie als Familienbahn ausgelegt wurde, ziemlich flach und es gebe laut dem Rathauschef keine einzige gefährliche Absturzstelle, so dass die Sicherungen ausreichend seien. Das zeigen auch andere Tests, in denen „Maria Trost“ durchgehend gut abgeschnitten habe. Zudem habe es noch nie schwerere Verletzungen gegeben. Den zehnminütigen Aufstieg von der Mittelstation zum Streckenbeginn, den die ADAC-Tester monierten, sieht der Rathauschef keineswegs als Nachteil. Denn da können sich die Rodler vor der Abfahrt aufwärmen und das empfehle der ADAC schließlich selbst, hieß es in der Pressemitteilung. Am Start gebe es zudem eine ausführliche Streckenbeschreibung, meinte Erhart auf Nachfragen des KREISBOTE, so dass er die Kritik nicht verstehen könne. Strecke wird überprüft Das aus seiner Sicht geschäftsschädigende Urteil habe vielleicht auch damit zu tun, dass die Bahnangestellten die Tester nicht hofiert haben, spekulierte der Bürgermeister. Trotzdem ziehe die Gemeinde Nesselwang Konsequenzen aus dem Test. So sollen Fachleute die Strecke auf ihre Sicherheit überprüfen, obwohl man das schon tausendmal gemacht habe, wie Erhart meinte.

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