Kapitän Dirk Schranz verlässt die Forggenseeschifffahrt – Noch kein Nachfolger in Sicht

Ist der Saisonstart in Gefahr? - Kapitän Dirk Schranz verlässt die Forggenseeschifffahrt 

Kapitän Dirk Schranz
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Kapitän Dirk Schranz geht von Bord: In den vergangenen sechs Jahren steuerte der 48-Jährige hauptsächlich die MS Füssen über den Forggensee. Nun wechselt er zur Integrierten Leitstelle Allgäu nach Kempten.
  • Katharina Knoll
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Füssen – Kurz vor dem Start in die neue Saison am 1. Juni kämpft die Forggenseeschifffahrt mit Personalproblemen: Kapitän Dirk Schranz hat gekündigt.

Kurz vor dem Start in die neue Saison am 1. Juni kämpft die Forggenseeschifffahrt mit Personalproblemen. Denn zum 30. Juni hört Dirk Schranz als Kapitän der MS Füssen und als technischer Leiter der Forggenseeschifffahrt auf. Und ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Die Sanierung des Staudamms bei Roßhaupten, die Corona-Pandemie und nun ein Kapitän weniger: Die Forggenseeschifffahrt scheint weiterhin nicht in ruhige Fahrwasser zu kommen. Nachdem Dirk Schranz seine Kündigung eingereicht und die Schifffahrt eine entsprechende Stellenausschreibung veröffentlicht hatte, meldete sich nur ein Bewerber. Und dieser erfüllte nicht alle Voraussetzungen für den Job.

„Wir haben noch keinen adäquaten Ersatz“, bestätigte Helmut Schauer, Leiter der Forggenseeschifffahrt auf Nachfrage des Kreisbote. „Die Kombination Betriebsleiter und Schiffsführer ist nicht ganz einfach zu finden. Im Allgäu stehen die nicht Schlange.“ Deshalb wurden die Bewerbungsfristen verlängert.

Gut aufgestellt

Können die MS Allgäu und die MS Füssen dann überhaupt planmäßig am 1. Juni in See stechen? Hier gibt Schauer Entwarnung. „Notfalls fahre ich das Schiff“, scherzt er. „Aber dann fährt keiner mit.“ Etwas ernster fügt er hinzu: „Wir sind gut aufgestellt.“ Die Forggenseeschifffahrt habe vier Schiffsführer. Außerdem kehre Kapitän Manfred Unsin, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangen ist (der Kreisbote berichtete), auf geringfügiger Basis wieder zurück. „Den braucht man nicht einzuweisen, der weiß das.“

Daneben stehe ein weiterer Schiffsführer auf 450 Euro-Basis bereit. Und: „Ich habe noch einmal jemand an der Hand. Bevor das Schiff gar nicht ausfährt, steht der auch parat“, erklärt der Schifffahrtsleiter. „Für mich ist das eine Erleichterung.“ Da der Fachkräftemangel ein bundesweites Problem ist, setzt der Schifffahrtsleiter zudem den Fokus auf die weitere Qualifizierung des eigenen Personals. So sollen beispielsweise zwei junge Matrosen in das Führen der Schiffe eingewiesen werden.

Trotzdem sei die Kündigung von Dirk Schranz ein schwerer Schlag für die Forggenseeschifffahrt. „Das ist ein Verlust – auch persönlich und menschlich“, so Schauer. „Er hat viel bewegt und angepackt. Er war eine rechte Hand, auf die man sich hat verlassen können.“

Vor seiner Anstellung in Füssen war Schranz 18 Jahre lang bei der Berufsfeuerwehr in Wiesbaden, wo er unter anderem das Feurlöschboot auf dem Rhein fuhr. Als er sich vor sechs Jahren dann bei der Forggenseeschifffahrt bewarb, war das „wie ein Lottogewinn“, blickt Schauer zurück. „Wir haben nicht lange überlegen müssen.“

Zurück zum Brandschutz

Nun zieht es Schranz aber in seinen alten Beruf zurück. Am 1. Juli fängt er in der Stadt Kempten beim Amt für Brand und Katastrophenschutz, der Integrierten Leitstelle Allgäu, an. „Ich will in eine krisensichere Branche zurück“, erklärt Schranz gegenüber dem Kreisbote. Als er seinen Job in Füssen antrat, sei für ihn klar gewesen, dass er das jetzt bis zur Rente mache. Die turbulenten Zeiten der vergangenen vier Jahre haben ihm allerdings klar gemacht, dass der Tourismus kein krisensicherer Arbeitsplatz ist.

Außerdem habe ihn das Bedürfnis, für die Bevölkerung da zu sein, nie losgelassen. „Ich bin seit 35 Jahren Feuerwehrmann“, erklärt der 48-Jährige. Aktuell engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Lechbruck und ist zudem Kreisbrandmeister. „Nun will ich das wieder beruflich machen.“

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