Katastrophengebiet Füssen-Reutte

Über Füssen und Reutte erstreckte sich die Großübung TERREX 2012 kurz vor Pfringsten: An der Ulrichsbrücke verlegten Pioniere des österreichischen Bundesheeres eine so genannte Pionierbrücke über den Lech.

Grenzübergreifend haben die Schweiz, Österreich und Deutschland den Katastrophenfall geprobt. Schwerpunkte der Übung, die unter dem Titel TERREX 2012 lief, waren im Chiemgau, dem Ostallgäu und am Bodensee, die die Rettungskräfte beschäftigen sollten, unterstützt von Armeeverbänden der beteiligten Staaten. Im Ostallgäu, so die Annahme, hatte ein Erdbeben weite Landstriche verheert, heftige Regenfälle erschweren die Rettungsarbeiten und verschlimmern die Situation.

Mit einem Probealarm bei den beteiligten Rettungskräften von Technischem Hilfswerk (THW) Feuerwehr und Rotem Kreuz begann der Tag am Forggensee. Dort spielte sich der Hauptteil der Übung auf Ostallgäuer Seite ab, einen weiteren Schauplatz hatte die Bundeswehr in der Allgäu-Kaserne aufgebaut. Seit 2007 schon wird in Planübungen der länderübergreifende Katastrophenschutz geprobt. Nun erstmals wurden die Pläne vom grünen Tisch in die Realität übertragen, auch um zu überprüfen, inwieweit die Zusammenarbeit der drei Staaten funktioniert. Dabei hatte man für den Raum Füssen ein nicht so weit hergeholtes Szenario erarbeitet, ein Erdbeben (wie 1930 im Lechtal mit Magnitude 7,5) erschüttert die Region. Starke Regenfälle überschwemmen Bäche und Seen, Ortsteile sind von der Außenwelt abgeschnitten und verschärfen die Situation für die Erdbebenopfer noch weiter. Ist es für Feuerwehr oder THW kein Problem, für einige Stunden den Katastrophenschutz zu gewährleisten, fehlt den zumeist ehrenamtlichen Kräften aber schlicht die Manpower, um etwa Sandsackbarrieren aufzubauen oder eingeschlossene zu evakuieren. An dieser Stelle kommt dann die Bundeswehr ins Spiel, die wie in Füssen, mit Fahrzeugen, Hubschraubern und Männern unterstützt. So konnte man hier etwa das Zusammenspiel zwischen Soldaten und zivilen Kräften beim Aufbau einer Sandsackbarriere beobachten oder wie die Wasserwacht aus Bundeswehrhelis Menschen rettet. Mit Hilfe von Hubschraubern waren auch Menschen vom Ufer des Forggensees gerettet und anschließend mit Rettungsfahrzeugen zuerst in eine Notaufnahme und anschließend in das in der Allgäu-Kaserne aufgebaute Notauf- nahmelager verlegt worden. Notunterkunft für die Erdbebenopfer. Hier demonstrierte ein Spezialpionierbataillon den Aufbau dieses Lagers, das weltweit bei vergleichbaren Anlässen zum Einsatz kommen kann. Und innerhalb von Stunden Unterkunft für viele 100 Menschen bietet inklusive Verpflegung, sanitärer Einrichtungen und einem Feldlazarett, wo sogar Operationen durchgeführt werden könnten. Zum Abschluss demonstrierte ein Pionierbataillon aus Salzburg, wie im Notfall der Lech überbrückt werden könnte, würden die Brücken, durch ein Erdbeben, unpassierbar. Insgesamt sollen bei der Übung TERREX 2012 mehr als 2500 Soldaten der drei Nachbarstaaten zum Einsatz gekommen sein, allein im Ostallgäu übten um die 300 militärische und zivile Rettungskräfte. In der Presseerklärung heißt es weiter, dass erstmals die seit längerer Zeit bestehenden Verfahren zur grenzüberschreitenden zivil-militärischen Katastrophenhilfe, auch durch Austausch von Kommandos und Truppenteilen, überprüft und erprobt wurden. Bayerns Innenminister Joachim Hermann nannte, vor Ort in Branneburg, die ganze Aktion „beispielgebend“. Es sei erfreulich, "dass die Zusammenarbeit ganz konkret geübt wird, damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert".

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