Füssener Kurgespräche behandeln das Thema Glück

Das Glück liegt in einem selbst

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Referentin Katharina Ceming und Kurseelsorger Christian Schulte im Füssener Franziskanerkloster nach dem Vortrag übers menschliche Streben nach Glück.

Füssen – Schon die alten Griechen hingen der Frage nach „Was macht uns wirklich glücklich?“. Die Frage ist nach wie vor aktuell und wird deshalb auch bei der Vortragsreihe „Füssener Kurgespräche“ behandelt, die noch bis Ende August läuft.

Den Vortrag „Denken macht glücklich – wie ein gutes Leben gelingt“ wollten jetzt 115 Besucher hören. Das war rekordverdächtig. Denn 70 Leute sind hier der gute Schnitt, wie das Organisationsteam mit Pater Michael Hubatsch, dem evangelischen Pfarrer Jörn Foth und Kurseelsorger Christian Schulte nach Zählungen bekannt gibt. 

Die großen Denker 

Grund für den Andrang im großen Saal des Franziskanerklosters: die Professorin Katharina Ceming aus Augsburg weist nicht nur zwei Doktortitel vor, sie kann sich auch klar und verständlich auszudrücken, wie sie bereits als Gastreferentin in Füssen bewiesen hat. Als Buchautorin befasst sich die Theologin und Philosophin mit großen Denkern, die zur Kunst des guten Lebens Erkenntnisse gewonnen hatten und ihren Mitmenschen kund taten. Wenn Referentin Ceming mit Bezug auf die großen Griechen von „Glück“ spricht, meint sie nie überraschend positive Erlebnisse, die den Menschen sozusagen beseligen. 

Glücksmomente bedeuten laut ihrem Verständnis nicht, dass man dadurch ein wirklich tolles Leben führt. Entscheidend sei die langfristige Zufriedenheit, nicht ein momentanes alle Grenzen sprengendes Gefühl. 

Selbstbestimmtes Leben 

Forscher stellten in ihren Studien fest, das Menschen, die sich selbst als zufrieden bezeichnen, „sozial sehr verträglich, mental gesund und selten allein sind“. Glückliche Menschen haben ein ausgeglichenes Naturell und pflegen gute familiäre und partnerschaftlich-freundschaftliche Beziehungen. Ferner – so führte die Referentin weiter aus – führen sie ein aktives und selbstbestimmtes Leben, „das sie mögen“. 

Glücklichen Menschen, so Ceming, gelingt es, neue Perspektiven und Chancen zu erkennen. „Dass ein geglücktes Leben viel mit unseren ganz persönlichen Haltungen zu tun hat, davon waren schon die alten Philosophen überzeugt“, betonte die Referentin und belegte dies mit einigen Beispielen. „Sehr oft sind es nämlich unsere vorgefassten und nicht stichhaltig zu begründenden Meinungen oder Überzeugungen über etwas, das uns das Leben schwer macht.“ Ceming gab den Hinweis: „Wer sein eigenes Tun und seine Meinungen anschaut und über sie nachdenken kann“, sei schon auf dem richtigen Weg. „Denn er kann – wenn er darin geübt ist – erkennen, wo das Problem liegt und dieses gegebenenfalls verändern.“ 

Denkend zum Glück 

Für die Alten Griechen führte deshalb der Weg zum Lebensglück über das (Nach)-Denken, bracht es Ceming auf den Punkt. Ihr nächstes Buch, das in Kürze erscheint, trägt deshalb den Titel „Denken hilft“. Die ökumenische Vortragsreihe „Füssener Kurgespräche“ wird am Dienstag, 8. August, um 20 Uhr, mit einem Vortrag fortgesetzt, der an Cemings Ausführungen unmittelbar anknüpft. Die Diplom-Pädagogin ElisabethBerchtold aus Augsburg befasst sich im Kloster (Franziskanerplatz 1) mit dem Thema „Lebensziele – und Glücksgaranten“. Der Eintrit ist frei.

kb

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