Beschilderungen der Ortseingänge können für Verwirrungen bei Autofahrern sorgen

Mit 100 km/h durch Lechbruck

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Der Kreisverkehr am Ortseingang von Lechbruck. Wer hier in das Neubaugebiet „Hinterm Wädlle“ abbiegt, ist nach den Vorgaben der STVO nicht im Ort, auch wenn das Areal ein Ortsteil von Lechbruck ist.

Lechbruck – In Lechbruck gibt es ein kurioses Problem: Auf einigen Gemeindestraßen dürfen Autofahrer mitten im Wohngebiet theoretisch mit Tempo 100 fahren. Schuld daran ist die Ortseingangsbeschilderung.

Es waren keine guten Neuigkeiten, die Bürgermeister Helmut Angl hinsichtlich der Ortseingangsbeschilderung im Bereich Schongauer Straße den Gemeinderäten überbrachte. Im Frühsommer noch hatte der Gemeinderat zugestimmt, dass die Ortsdurchfahrtsgrenze Lechbrucks an der Kreisstraße OAL 8 nach Norden in Richtung Bernbeuren verschoben wird.

Wie seinerzeit berichtet, verbanden die Räte damals damit die Hoffnung, dass man das Ortseingangsschild ebenfalls nach Norden verschieben könnte. Denn wie heute steht die gelbe Tafel, die signalisiert, dass hier ein Ort beginnt und ab sofort Tempo 50 gilt, auf Höhe des Nettomarktes. Und wird da wohl auch weiterhin stehen bleiben, wie Helmut Angl bei einem Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes Ostallgäu erfuhr.

Landratsamt sagt Nein

 Auf Nachfrage meinte Angl, dass wohl alle angenommen hatten, mit der Verschiebung der Ortsgrenze auch das Ortsschild verschieben zu können. Doch es bleibt beim Nein aus Marktoberdorf, noch immer mit den gleichen Argumenten: Dass auf der Ostseite der Straße die geschlossene Bebauung fehlt. Eine Argumentation, die keiner der Lechbrucker Räte nachvollziehen konnte. Schließlich sei es in benachbarten Gemeinden möglich, auch bei einer nur einseitigen Bebauung das Ortsschild tatsächlich bis zum Rand der Bebauung zu ziehen.

Das möge sein, entgegnete Bürgermeister Helmut Angl im Hinblick auf die genannten Beispiele. In Lechbruck gehe es aber jedenfalls nicht. Ohnehin könne man froh sein, dass das Ortsschild auf Höhe des Netto stehe. Als er das Amt des als Bürgermeister übernahm, habe er um diesen Standort kämpfen müssen. Seinerzeit stand das Schild noch weiter ortseinwärts, erinnerte Angl.

Kein Ortsschild

Doch damit noch nicht genug, stellte sich beim Ortstermin noch ein ganz anderes Problem heraus: Dass Autofahrer nämlich theoretisch mit Tempo 100 in die „Am Steinhäubl“-Straße einbiegen und diese Spielstraße ebenso rasant befahren können. Denn wer von Bernbeuren kommend von der Schongauer- in die Steinhäubl-Straße abbiegt, hat kein Ortsschild passiert. Auch wer am Kreisverkehr in das Neubaugebiet am „Wäldle „abbiegt, muss – zumindest rein rechtlich betrachtet – nicht abbremsen.

Das gilt auch im Gewerbegebiet an der Füssener Straße, wo das Ortseingangsschild – wieder aufgrund der fehlenden Bebauung – erst relativ kurz vor der Bahnhofstraße steht. Wer beim Verbrauchermarkt in die Geisenmoosstraße abbiegt, hat zwar ein Tempo 70-Schild passiert, nach dem Abbiegen aber gilt dann wieder kein Tempolimit mehr. Nur eine Ortstafel habe im rechtlichen Sinn eine Zonenfunktion, ein normales Tempolimit werde durch eine einmündende Straße oder beim Verlassen der beschränkten Straße aufgehoben. Nun müssen an den genannten Stellen Schilder angebracht werden, voraussichtlich Ortstafeln, um auf den Ortsteil hinzuweisen.

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