Pfrontener Gemeinderat mit klarem Auftrag an Mobilfunkanbieter

Viele offene Fragen

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Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann.

Pfronten – „Nur noch drei statt der derzeit vier Sendeantennen sind von uns am König-Ludwig-Weg in Pfronten-Meilingen geplant“, verkündete Uwe Wilde von der ZTE Services Deutschland GmbH München vergangene Woche im Gemeinderat.

Die Münchner Firma will die von ihr betriebenen Antennen mit der neueren LTE-Technik aufrüsten und damit die derzeitige UTMS- und GSM-Technik ergänzen. Das mache die Nachfrage nach immer mehr und größer zu versendenden Dateien nötig. Bei der heutigen Datenflut „brauche man einfach stärkere Sendeanlagen“. 

Auf Nachfrage aus dem Rat gab Uwe Wilde zu, dass das nicht heißt: weniger Antennen gleich weniger Strahlenbelastung für die Umgebung. Allerdings habe man am UMTS-Standort Kreuzeggle dagegen derzeit keine weiteren Planungen vorgesehen. Gemeinderat Sebastian Nöß (Pfrontener Liste) stellte dem ZTE-Vertreter zahlreiche technische Fragen nach Sektoren, Wattstärke und Neigungswinkel der geplanten Sendeanlagen und ihre Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung, zu denen dieser allerdings keine abschließende und verständliche Auskunft erteilen konnte. 

Die Telefonica Germany GmbH & Co. OHG (O2) und die ZTE Services Deutschland GmbH (E-Plus) hatten zum Jahresende 2014 fusioniert, was in den ersten Wochen des Jahres für neue Personalzuständigkeiten geführt habe, so Bürgermeistern Michaela Waldmann. Wilde habe wohl daher noch zu wenig Zeit gehabt, sich mit den Pfrontener Gegebenheiten zu befassen. 

„Klar ist auch, dass die Gemeinde aufgrund des Mobilfunk-II-Paktes der Bayerischen Staatsregierung keinerlei Veto-Recht bei der Modernisierung bereits bestehender Sendeanlagen hat“, erinnerte sie auch die zahlreich anwesenden Bürger. 

Dennoch besteht der Gemeinderat weiter darauf, dass die Betreiberfirma ihrer Informationspflicht ausreichend und deutlich nachkommt. „Beispielsweise ein Schaubild, aus dem hervorgeht, wie der Neigungswinkel der Sendeantennen und die damit verbundene Strahlungslängen erkennbar sind“, wünschte sich der Experte der Pfrontener Liste, Sebastian Nöß, für eine der nächsten öffentlichen Sitzungen. 

Der Rat wird seine offene Fragen an die Betreiberfirma schriftlich stellen, damit diese beim nächsten Mal erschöpfend und verständlich beantwortet werden können. Gleichzeitig gab der Gemeinderat dem Vertreter der Betreiber mit auf den Weg: „doch noch einmal zu prüfen, ob die Um- bzw. Aufrüstung der Sendeanlagen nicht doch auf dem Kreuzeggle machbar sei“, liege diese Anlage doch deutlich weiter weg von bebautem Gebiet als am König-Ludwig-Weg. 

Sollte die Betreiberfirma sich dennoch für den Standort Pfronten-Meilingen entscheiden, so will der Rat die genauen Gründe, die für Meilingen und gegen das Kreuzeggle sprechen, auf den Tisch gelegt haben.

Johanna Lang

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