Absage an weiteres Hostel

Keine Herberge in der Augsburger Straße in Füssen

Augsburgerstraße Füssen
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In der Augsburgerstraße in Füssen wird es keine weitere Herberge geben.

Füssen – Vom anhaltenden Touristenstrom nach Füssen möchten möglichst viele Gastronomen und Hoteliers ein Stück vom Kuchen abbekommen. So auch der Betreiber eines Asia-Restaurants in der Augsburger Straße. Doch seinen Antrag auf Nutzungsänderung in ein Hostel lehnte der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung ohne Diskussionen ab. „Das Projekt an dieser Stelle ist ein Fehler“, fasste CSU-Stadtrat Christoph Weisenbach die Einschätzung unter den Ausschussmitgliedern zusammen.

Bereits in der Vergangenheit stand das Restaurant häufiger in der Kritik, da die Reisebusse, die die asiatischen Touristen dort zum Essen abliefern, oftmals in der Hochsaison die Augsburger Straße blockierten und für zusätzliche Staus sorgten. „Eine dahingehende Verbesserung ist dringend erforderlich“, heißt es dazu vonseiten des Füssener Bauamts in der Sitzungsvorlage. Daher denkt man im Füssener Bauamt mittlerweile darüber nach, Instrumente der Bauleitplanung dafür einzusetzen. Stadtrat Weisenbach sprach sich in der Sitzung dafür aus, möglicherweise über eine Veränderungssperre für den Bereich nachzudenken.

In seinem jetzt eingereichten Antrag auf Nutzungsänderung beantragt der Betreiber, aus den vier Wohnungen über dem Restaurant insgesamt 12 Hostel-Zimmer und eine Wohnung machen zu dürfen. Weil das fragliche Gebäude im sogenannten Mischgebiet liegt, ist die Umnutzung bauplanungsrechtlich zwar grundsätzlich zulässig, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer den Ausschussmitgliedern erklärte. Städtebaulich sei eine Umwandlung von Wohnraum in Hostelzimmer aber abzulehnen.

FTM ist dagegen

Kritik an dem Vorhaben kommt auch von Füssen Tourismus und Marketing (FTM). So sei das geplante Hostel im Low-Budget-Bereich angesiedelt. „Aus den Unterlagen und dem Betriebssystem heraus ist nicht zu erschließen, dass es einen Beitrag zu Füssens touristischer Qualitätsoffensive leistet“, heißt es weiter. Eine „spezielle Werteorientierung“ im Sinne der Marke Allgäu sei gleichfalls nicht zu erkennen. Obendrein lief die Zusammenarbeit zwischen Restaurant und FTM in der Vergangenheit wohl nicht immer ganz reibungslos. „Nicht zuletzt ist anzumerken, dass sich die bisherige Kooperation mit dem Eigentümer hinsichtlich der Einhaltung der Vorgaben des Meldegesetzes als durchaus schwierig gestaltet“, heißt es in der Stellungnahme des städtischen Eigenbetriebs weiter.

Da darüber hinaus auch der erforderliche Stellplatznachweis laut Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer unklar ist, lehnte der Ausschuss den Antrag ohne weitere Diskussionen einstimmig ab.

Matthias Matz

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