Eltern von Montessori-Schülern haben kein Grund zur Sorge

Schulübertritte in Füssen: Zahlen sprechen für sich

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Die beiden hauptverantwortlichen Pädagogen für die Übertrittsvorbereitung an der Montessori-Schule sind Andrea Winkler-Schuchardt und Maximilian Holzmann.

Füssen – Kein Druck durch Noten oder Hausaufgaben, dafür selbstständiges Handeln fördern und die individuellen Fähigkeiten der Kinder im Blick haben. Dafür stehen die Montessori Schulen. Doch bereitet dieses Konzept die Schüler auch so vor, dass sie den Übertritt auf die Realschule oder das Gymnasium schaffen?

Diese Frage stellen sich offenbar viele Eltern heimischer Montessori-Schüler. Denn dort gibt es seit fünf Jahren zwar eine Montessori-Grundschule, aber keine weiterführende Schule nach diesem Konzept. Um sich dieser Herausforderung zu stellen, haben die Lehrer der Montessori-Grundschule Füssen nach Angaben der Einrichtung ein Programm entwickelt, um ihre Schülerinnen und Schüler für die Prüfungstage an der Realschule und dem Gymnasium vorzubereiten. 

Das sieht eine regelmäßige und speziell auf die Kinder zugeschnittene Einheit pro Woche vor, die über mehrere Monate angeboten wird. Die Lehrer ergänzen diese durch konkrete Empfehlungen, welche Inhalte die Kinder in welchem Umfang zuhause bearbeiten sollen. Auch diese Arbeiten korrigieren die Lehrer nach eigenen Angaben regelmäßig. 

Dabei kommt den Schülerinnen und Schülern zugute, dass ein Lehrer an der Montessori-Grundschule in Füssen maximal zwölf Schüler betreut. Daneben weiß die Schule nach eigener Aussage, wie die Prüfungstage und der Alltag an den Regelschulen abläuft. Denn ihre Lehrkräfte bringen nicht nur eigene Unterrichtserfahrung an weiterführenden Schulen mit, sondern gehörten zum Teil auch den Prüfungskomitees an, so die Montessori-Schule.

„Diese Erfahrung und die sehr guten Kontakte zu den umliegenden Schulen werden genutzt, um die Kinder optimal für den Übertritt vorzubereiten“, erklärte das Lehrerteam. 

Gesteigerte Ergebnisse

So meldeten sich von bisher 26 Schulabgängern zwölf fürs Gymnasium, zwei für die Realschule und zwölf für die Mittelschule an, für deren Übertritt ein Empfehlungsschreiben der Lehrer ausreicht. „In diesem Jahr konnten die Ergebnisse sogar nochmal gesteigert werden“, informierte das Lehrerteam. 

Von sieben Schulabgängern meldeten sich vier Kinder zum Probeunterricht an. Drei werden im kommenden Schuljahr das Gymnasium und ein Schüler die Realschule besuchen. „Bemerkenswert ist dabei, dass alle vier Kinder sehr souverän bestanden haben und zwei sogar weit überdurchschnittlich in den relevanten Fächern Mathematik und Deutsch“, berichteten die beiden Lehrkräfte. 

Diese Kinder zeigen, dass Schülerinnen und Schülern auch nach einer vierjährigen Grundschulzeit an der Montessori-Schule Füssen alle Tore für weiterführende Schulen offenstehen, heißt es von Seiten der Schule. „Die Zahlen sprechen dafür, dass der Übertritt geschafft wird“, meinte auch Schulrätin Karin Weikmann vom Staatlichen Schulamt im Landkreis Ostallgäu. „Montessori-Grundschulen müssen sich an Lehrplan der bayerischen Grundschulen orientieren.“ Daneben unterstehen sie der Schulaufsicht der Behörden.

Nur die Zielsetzungen der Schulen sei eine andere. Während die staatlichen Grundschulen das Lerntempo auf das Erreichen des Klassenziels ausrichten, verfolgen die Montessori-Grundschulen ein langfristiges Ziel. „Es ist ein anderer Leistungsanspruch da. Dieser wird aber erfüllt“, erklärte Weikmann. Beides seien berechtigte Schulformen, die man nicht gegeneinander aufspielen dürfe, fügte die Schulrätin hinzu. Eltern hätten gute Gründe, warum sie ihre Kinder auf Montessori-Schulen schicken. 

Mehr Eigenständigkeit

So sei laut dem Lehrerteam der Montessori-Grundschule Füssen manchem Schulleiter weiterführender Regelschulen aufgefallen, dass sich die Kinder der Montessori-Schule selbstständig und mit viel Eigenverantwortung mit den verschiedenen Lerninhalten auseinandersetzen. Daneben kennen sie und ihre Eltern weder den Druck durch Schulnoten oder Hausaufgaben, da zusätzliche Lernangebote für zuhause freiwillig sind. „Dadurch können sie ihrer Meinung nach die Grundschulzeit viel unbeschwerter erleben als dies mit Noten und Hausaufgaben der Fall wäre. Wenn dann noch die Ergebnisse wie in den letzten Jahren stimmen, ist das Konzept ganz im Sinne der Kinder aufgegangen“, resümieren die Füssener die Montessori-Lehrer.

Katharina Knoll

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