Kein Sessellift ohne "Alpine Coaster"?

Tegelbergbahnchef Franz Bucher stellte sich in Halblech den Fragen der zahlreiche erschienenen Zuhörer. Foto: gau

Erstmals wurden die Bürger in Trauchgau und Buching offiziell über die Pläne für die Weiterentwicklung des Buchenbergs informiert. Geschäftsführer Franz Bucher verknüpfte mit der Möglichkeit, das Gesamtpaket Buchenberg bauen zu dürfen, auch die Zukunft der Sesselbahn. Demgegenüber waren die Gegner vor allem über die schleppende Informationspolitik zum Thema Alpine Coaster verärgert, ein offizielles Genehmigungsverfahren gibt es aber laut Bucher noch nicht.

Das Gesamtpaket Buchenberg, das ist neben der umstrittenen Ganzjahresrodelbahn, dem so genannten Alpine Coaster, auch ein Bergerlebniszentrum, analog zum Walderlebniszentrum (WEZ) in Füssen, und ein Waldseilgarten am Buchinger Hausberg. Erstmals gab es dabei konkrete Pläne für das Vorhaben zu sehen. So stellte Forstdirektor Robert Berchtold die Idee des Bergerlebniszentrums mit Ausstellung und „Spiel- und Erlebniselementen“ vor. Es sei ein belebendes Element für die Region, so Berchtold, wenn man es richtig mache und eine gute Ergänzung zum WEZ. Für Berchtold ist die Ganzjahresrodelbahn „nicht ausgeschlossen“, aber aus waldrechtlicher Sicht auch nicht unproblematisch. Wie die Bahn aussehen könnte, demonstrierte Franz Bucher, Chef der Tegelbergbahngesellschaft, mit Bildern der Anlage Golm im österreichischen Montafon und präsentierte Zahlenmaterial über die erwarteten Rodler (Familien mit Kindern, so Bucher) und die Fahrten des Sesselliftes der vergangenen Jahre. Hat es Schnee, läuft der Lift, ist aber in Frage gestellt, wenn der Schnee fehlt. Man müsse langfristig denken, so Dieter Döbler, Beiratsvorsitzenden der Tegelbergbahngesellschaft. Die Bahn werde zum Auslaufmodell, wenn man nicht investieren dürfe. Auch stellte er fest, dass es bislang nur die Idee des Alpine Coasters gebe. Die Interessengemeinschaft, so kritisierte Döbler, sei zu früh gestartet. Keiner hätte etwas Konkretes gewusst, man sei dabei gewesen, wichtige Partner zu informieren, habe abtasten wollen, welche Möglichkeiten es gibt und auch das Landratsamt habe bislang nur die generelle Machbarkeit überprüft. Döbler zollte allerdings der IG Anerkennung, mit ihrer Aktion habe sie wichtige Erkenntnisse geliefert. Zum Verfahren selbst erklärte Halblechs Bürgermeister Bernd Singer: würde sich die Gemeinde – mit dem Ratsbegehren auch die Bürger – für das Gesamtpaket mit Rodelbahn entscheiden, müsste es eine entsprechende Nutzungs- und Bebauungsplanänderung geben. Dann käme es zu einer weiteren Beteiligung der Behörden und Bürger. Jugend will Spaß Tourismus-Chefin Irmengard Burkart äußerte eine optisch in die Landschaft eingebundene Anlage wäre ein positiver Standortvorteil, man stünde immerhin in Konkurrenz. Dabei gehe es um die Infrastruktur, die man anbieten könnte. „Als unmittelbarer Anwohner“, so Dieter Döbler, „möchte ich eine solche Bahn vielleicht auch nicht. Aber ich sehe, welchen Spaß meine Enkel dabei haben“. Und, so Döbler weiter: wenn nichts passiert können wir nicht garantieren, die Sesselbahn weiterhin zu betreiben. Diese war übrigens vor über 50 Jahren gebaut worden, weil die damalige Jugend auch Spaß haben wollte, wie Anwesende erinnerten – man wollte Skifahren.

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