Stiglmeier nimmt Schönheitsideale aufs Korn

Der Funke springt nicht über

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In verschiedenen Rollen: Alexandra Stiglmeier steht mit „Schiach is sche gnua“ zum ersten Mal im Schlossbrauhaus Schwangau auf der Bühne.

Schwangau – So, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, hat Alexandra Stiglmeier bei ihrem ersten Auftritt im Schlossbrauhaus Schwangau jetzt „gradraus“ rund 100 Besuchern „einfach aus dem täglichen Leben“ erzählt.

Dabei nahm die Peitinger Kabarettistin und Theaterschauspielerin in „Schiach is sche gnua“ gut eineinhalb Stunden lang jede Menge „allzu Menschliches“ satirisch aufs Korn. Dabei drehte sich vieles um die vermeintliche Schönheit. Stiglmeier legte überwiegend im Pfaffenwinkler Dialekt dar, unter welchen körperlichen Unzulänglichkeiten vor allem Frauen mit zunehmenden Alter häufig litten.

Das nahm das Publikum anscheinend nicht uneingeschränkt begeistert auf. Szenenapplaus während der vielen kurzen Kleidungswechselpausen gab es jedenfalls kaum. Am Ende der Vorführung fiel der Applaus zumindest zurückhaltend überschwänglich aus. Stiglmeier hatte sich redlich sowie „mit allen Mitteln der Kunst“, wie eine Zuschauerin in der zweiten Pause meinte, bemüht, den Funken ihres phasenweise durchaus geistreichen Kabaretts auf die Besucher überspringen zu lassen. Doch merkte man manchmal, dass dieser Premierenauftritt im Schlossbrauhaus eine Art Auswärtsspiel für die Peitingerin war.

Infolgedessen kam vermutlich nicht jeder Gag so gut beim Publikum an, wie sich Stiglmeier das wohl gewünscht hätte. Die durch schnelle Rollen-, Kleider- und Dialektwechsel dennoch geschickt dargestellten Bemühungen unzufriedener Hausfrauen sowie „nerviger Freundinnen“, gegen die „Problemzönchen“ zu kämpfen, erzeugten trotzdem einige Lacher. Ausgeklügelte Versuche, diesen Problemen entgegenzuwirken, wie etwa eine „Wellnessgeneralüberholung“, ein Besuch in der Schwangauer Sauna oder sportliche Aktivitäten à la Nordic Walking, Zumba und Skifahren zog Stiglmeier genüsslich durch den Kakao.

Das hatte sie anfangs ebenfalls mit dem Ratschlag gemacht, die Zuschauer auf jeden Fall in ihr Programm miteinzubinden. Nachdem sie deswegen einen Besucher mit einem Verband an seinen Stuhl gefesselt hatte, gestand sie aber: „Ich halte nichts davon, das Publikum mit einzubinden.“

lex

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