Kein grünes Licht für Bypass

Baurecht fehlt – Umbau des Luitpoldkreisels in Füssen muss warten

Luitpoldkreisverkehr in Füssen mit Hotel Sonne und Baustelle
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Eigentlich sollte mit den abschließenden Arbeiten am Hotel „Sonne“ der Umbau des Luitpoldkreisels stattfinden. Doch für das Projekt liegt der entsprechende Bauplan noch aus.

Füssen – Die provisorische Ampel in der Luitpoldstraße wird auch weiterhin den Fußgänger-Verkehr lenken. Dabei entschied sich der Stadtrat im Oktober 2018 dafür, den Umbau des Luitpoldkreisels auf dieses Jahr zu verschieben. So lange, bis die Bauarbeiten am Hotel „Sonne“ beendet sind. Nun ist das Hotel zwar beinahe fertig, von einem Bypass am Kreisverkehrs kann aber noch immer keine Rede sein.

Warum das so ist, wollte Stadtrat Jürgen Doser (FWF) in der jüngsten Stadtratssitzung wissen.

Eigentlich, erklärte Doser, sollte mit den Abschlussarbeiten rund um das Hotel auch der Umbau des Kreisverkehrs stattfinden. Damit verwies er auf die Sitzung des Finanzausschusses im Herbst 2018 (der Kreisbote berichtete). In dieser hatte der damalige Kämmerer Tobias Rösler für den Haushalt 2020 180.000 Euro dafür eingeplant. Denn Martin Köpf vom zuständigen Tiefbauamt wies in dieser Versammlung der Stadträte darauf hin, dass zunächst das angrenzende Hotel „Sonne“ bauen würde, die Stadt aber nicht zeitgleich den Kreisverkehr umformen könne. „Die Baumaßnahmen der Stadt sollten mit den Asphaltierungsarbeiten am Hotel erfolgen“, erinnerte Doser. „Was ist der Grund? Wir warten jetzt schon so lange darauf und haben darüber nie wieder etwas gehört.“

Das Thema Umbau Hotel „Sonne“ und dessen Asphaltierungsarbeiten hätten auf dem Tisch gelegen, sagte der Bürgermeister. Das hatte aber nichts mit einem Baustart für den Bypass zu tun. „Wir haben gesehen, dass die Flaschnerarbeiten beginnen und den Eigentümer des Hauses zu uns gebeten“, berichtete Eichstetter.

Hotel und Stadt einigen sich

Denn die Neigung des Gehsteigs war verändert worden. „Das Regen- und Abwasser fließt somit nicht mehr auf die Straße, sondern auf das Privatgrundstück.“ Es habe Klärungsbedarf gegeben, weshalb „das jetzt so passiert ist“, sagte der Bürgermeister.

Daraufhin sei dem Hotelier mitgeteilt worden, dass er einen Baustopp auferlegt bekomme, sollte nicht unverzüglich eine Lösung dafür gefunden werden. Es sei eine Sonderregelung gefunden und von beiden Seiten unterschrieben worden, so Eichstetter. Zum einen, was die Planung des Gefälles betrifft und zum anderen, dass zukünftig beim Kreiselumbau die Stadt auf das Hotelgelände darf. Wäre dem nicht so, würde bautechnisch eine Stufe entstehen, da das Hotel tiefer liegt als die angrenzende Straße. „Dann würde es heißen, dass die Stadt zu blöd ist das zu planen, dabei können wir nichts dafür, dass das Hotel so tief liegt“, so Eichstetter.

Seine Frage habe der Rathauschef damit aber nicht beantwortet, erwiderte Doser. „Ich kann nur sagen, dass da nichts geplant ist“, war Eichstetters Antwort. Armin Angeringer, Leiter des städtischen Bauamts, sagte, der Umbau hängt vom Stand des Bebauungsplans W 43 ab. Dieser liege aktuell in der zweiten öffentlichen Auslegung. Bislang habe die Stadt noch keine Planreife besessen, um das Projekt auszuschreiben. Der Bauamtsleiter hatte die Information, dass der Kreisel erst nach Baubeginn am ZOB zum Zug kommen soll. Das wiederum verneinten mehrere Stadträte mit Zwischenrufen. Davon wussten sie nichts.

Kein Baurecht für den Bypass

Eichstetter versprach den Fall nochmals überprüfen zu lassen und bei Martin Köpf nachzufragen. Wenn es so sein sollte, dass der Umbau für jetzt beschlossen worden war, würde es ihm sehr leid tun. „Ich war nur froh, dass wir jetzt das Problem mit dem Gefälle gelöst haben. Denn wenn wir den Kreisverkehr umbauen, dann würden wir mit so einer Stufe dastehen wie die Yogibären.“ Tatsächlich habe weder die Stadtverwaltung noch der Hotelbesitzer etwas versäumt, wie Hauptamtsleiter Peter Hartl dem Kreisbote erklärte. Denn der Bebauungsplan W 43 war noch nicht in Kraft getreten, als die Stadträte sich vor zwei Jahren für den Umbau 2020 entschieden. Ohne Bebauungsplan fehlt jedoch das Baurecht für den „Bypass“. Die bürokratischen Hürden eines solchen Projekts sind deshalb der Grund für diese erneute Verzögerung.

Selma Höfer

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