Infos zu Arbeiten am Ziegelbergweg

Entscheidendes bleibt unklar

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Der marode Ziegelbergweg mit seinen Parkplätzen soll aufwändig saniert werden. Für die Anwohner wird das womöglich eine teure Angelegenheit.

Füssen – In den kommenden Monaten soll der marode Ziegelbergweg, die Bürgermeister-Dr. Moser-Straße und die Feistlestraße saniert werden. Dafür hat sich der Stadtrat kürzlich ausgesprochen. Was genau gemacht werden soll, darüber informierte die Stadtverwaltung die Anwohner im „Haus der Gebirgsjäger”.

Doch ein entscheidender Punkt wurde dabei nicht geklärt: Wie tief die Anwohner dafür in die eigene Tasche greifen müssen. Der Stadtrat will von den sanierungsbedürftigen Straßen in Füssen als erstes den Bereich Bürgermeister Dr. Moser-Straße, die Feistlestraße und insbesondere den Ziegelbergweg in den nächsten Monaten in Angriff nehmen.

Um die Kosten von geschätzt 800.000 Euro zu decken, ist jeder Anlieger verpflichtet, „mit einem noch zu ermittelnden Eigenanteil zur Sanierung beizutragen“, informierte Kämmerer Tobias Rösler die rund 200 Teilnehmer der Info-Veranstaltung.

Wie stark die Bürger zur Kasse gebeten werden, wurde bei der Veranstaltung allerdings nicht deutlich. „Das Beitragsrecht muss nicht von jedem verstanden werden“, so Rösler, ohne konkret auf die Frage nach den zu erwartenden Anteilskosten einzugehen. Ein Teilnehmer mahnte an, doch mehr auf die „drohenden Kosten zu achten“. Fest steht jedoch: Bereits zu Beginn der Arbeiten werden Abschlagszahlungen für die Anlieger fällig, erklärte der Kämmerer. Von den Gesamtkosten werden jedoch die Kosten für die Arbeiten abgezogen, die im Auftrag der Stadtwerke ausgeführt werden. Die Rohre müssten erneuert werden, so Wassermeister Michael Weber.

Zu Beginn des zweieinhalbstündigen Treffens stellte Ingenieur Gerald Blumrich den Entwurf für die Sanierung vor. Dieser Plan stieß – wie die Reaktionen im Saal deutlich machte – auf nur wenig Gegenliebe. Ein zentraler Punkt ist, die Parkplätze neu festzulegen und den Verkehr mittels Einbahnstraße zu regeln. Dieser Vorschlag löste eine sachliche Diskussion aus. Aus Sicht der Teilnehmer sollten aber ganz andere Pläne in die Praxis umgesetzt werden. Statements, die Beifall fanden, sprachen sich gegen die Idee „Einbahnstraße“ aus. Zudem schlugen viele Teilnehmer eine „Spielstraße“ vor, vergleichbar mit der im Venetianerwinkel. Stadtrat Georg Waldmann (SPD) unterstrich: Das könnte ein Vorbild für den Ziegelbergweg sein. „Es funktioniert, so meine Erfahrung“.

Verkehrsexperte Thomas Meiler von der Polizei stufte diese Idee als „kein Problem und sogar sinnvoll“ ein.

Eine "krasse Illusion"

Fachplaner Blumrich gab allerdings zu bedenken, dass dadurch mehr Geld in die Hand genommen werden müsse. Dass die Maßnahme dadurch billiger werde, sei eine „krasse Illusion“. Ein Anlieger meinte daraufhin, es sei „doch Sinn dieser Veranstaltung Ideen einzubringen“. Danach erst sei zu prüfen, ob eine „an sich gute Idee der Bürger“ letztlich auch finanziert werden sollte. Stadtrat Dr. Martin Metzger (BfF), selbst Anlieger, kritisierte den Entwurf, weil Blumrich die Autofahrer bevorzuge. Metzger gab auch zu bedenken, dass man die bestehenden Gehsteige für eine Spielstraße abbauen müsste.

Zudem wünschten sich einige Teilnehmer hier eher weniger Parkplätze. Doch das kam für Bürgermeister Paul Iacob nicht in Frage. Denn „sie sind kostenlos”, so Iacob. Gerade für die Pendler und Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen „sind diese Parkmöglichkeiten von großer Bedeutung. Wer hier parkt, kennt sich aus.“

Stadt soll mehr zahlen

Doch nicht nur der ehemalige Stadtrat Günther Knauss forderte: Parkplätze für Einheimische und Leute aus dem Umland –„dafür sollte auch fast nur die Stadt zahlen.“ Generell war im Verlauf der Versammlung unüberhörbar, dass die Stadt aus Sicht der Anlieger für die Sanierung selbst viel mehr Geld in die Hand nehmen sollte. „Falls ich 30.000 Euro zahlen müsste, ist mir das zuviel“, brachte Horst Fischer eine fiktive Zahl ins Spiel.

Weil die Stadtverwaltung kein einziges Fallbeispiel zu der Kostenverteilung aufgezeigt hatte, spekulierten die Teilnehmern nach der Versammlung. Zuvor hatte der Rathauschef versichert: „Wir haben die Anregungen aufgenommen und werden sie berücksichtigen. Denn die Stadt spielt keine Sologeige. Wir spielen bei der Sanierung in einem Orchester.“ Das letzte Wort habe hier der Stadtrat.

Chris Friedrich

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