Keine Angst vor Pfeilgiftfröschen

Die Schüler des P-Seminars vor dem selbst gebauten Terrarium. Foto: lex

Für Freunde von richtigen Kuscheltieren sind sie vermutlich nichts, die Tiere, die künftig in vier neu gebauten Terrarien im Bio-Chemie-Bereich im Untergeschoss des Gymnasiums Füssen ihr neues Zuhause haben werden. Von den 15 Schülern des P (Projekt)-Seminars des Gymnasiums fertig gestellt, wurden die neuen „Wohnungen“ für Chamäleonkrabben, Riesentausendfüßler, Leopardgeckos, Madagaskar-Taggeckos sowie Pfeilgiftfrösche und Kaiserskorpione kürzlich feierlich bei einer Präsentation der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auch wenn oder vielleicht gerade weil diese Tiere nicht unbedingt als Bewohner von gewöhnlichen Streichelzoos gelten, findet der Leiter des Seminars, Biologielehrer Michael Glöckner, auf jeden Fall „überwältigend, was die Schüler geleistet haben.“ Daher dürfen sich die Schüler des ersten G-8-Jahrgangs am Füssener Gymnasium, die in ein paar Monaten ihr Abitur machen, wohl auch über gute Noten in ihrem Zwischenzeugnis freuen. Vor knapp einem Jahr haben Manuela Leitenmaier, Elias Bettrich, Patrick Siebeck und ihre Seminarkollegen der sogenannten Jahrgangsstufe Q12 die ersten Überlegungen angestellt, was sie im Rahmen des von Glöckner vorgegebenen Projektthemas „Bau eines Vivariums“ machen sollten. Dabei war man sich letztlich aber schon vor einer Ausstellung über Reptilien, Spinnen, Skorpione und andere „verkannte Geschöpfe dieser Erde“, die im März vergangenen Jahres im Gymnasium über die Bühne gegangen war, einig darüber, zwei Terrarienschränke für Tiere zu bauen, deren Zuhause normalerweise nicht das Allgäu ist. So ließen die Schüler schließlich intensive Planungen und daraufhin die Umsetzung folgen, bei der es „viele Probleme zu meistern“ galt, wie Bettrich jüngst rund 40 Besuchern der Präsentation der Ergebnisse des Seminars erklärte. Unter Mithilfe von zahlreichen Sponsoren, die ihnen nicht nur jede Menge Material, sondern auch eine beträchtliche Summe Geld gespendet haben, haben Siebeck, Leitenmaier und ihre Schulkameraden so zwei Schränke mit insgesamt vier Terrarien gebaut, in denen künftig außer den bereits in der Schule lebenden Riesentausendfüßlern und Leopardgeckos dann also auch Chamäleonkrabben, Madgaskar- Taggeckos sowie die sogar ein bisschen giftigen Pfeilgiftfrösche und Kaiserskorpione eine neue Heimat finden sollen. Die müssen Felix Zikeli und die anderen Schüler des P-Seminars allerdings erst noch bei einer Tierbörse im März in Ulm kaufen. Zikeli betont, dass man „keine Angst vor den Tieren“ haben müsse, da die Frösche ihr Gift in der Gefangenschaft verlören und die Skorpione nur „ungefähr so gefährlich seien wie Bienen“. Darauf freut sich Manuela Leitenmaier, der es vor allem die „Geckos und die Frösche“ angetan hätten, indessen bereits ganz besonders. Zudem weiß die 18-Jährige schon, dass sie nach dem Abi Biochemie studieren möchte.

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