Kulturverein zieht Ende September aus den Kunsthallen am Lech aus

Kunsthalle vor dem Aus

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Der Auftritt der australischen Schönheit Coby Grant gehört sicherlich zu den Höhepunkten des diesjährigen Programms in den Kunsthallen am Lech. Doch Ende September ist dort nun endgültig Schluss.

Füssen – Gerüchte gab es schon länger, nun ist es amtlich: Die Kunsthalle am Lech wird ab 1. Oktober Geschichte sein. „Die Auflösung des Mietvertrags erfolgt vorzeitig und ist in trockenen Tüchern“, gab Vorsitzender Michel Schweiger am Samstagabend im Vorfeld des Auftritts von Songwriter Chris Reell bekannt.

Das Sommerfest „Beats & BBQ“ in den Kunsthallen am Lech war am Samstagabend nach fast zehn Jahren somit eine der letzten Veranstaltungen in dem Kulturforum. Zuletzt hatte es der junge Füssener Kulturverein mit seinem Vorsitzenden Michel Schweiger aktiv betrieben. Der Verein bleibt auch weiterhin bestehen. 

Der Mietvertrag des Vereinsvorstands mit dem Vermieter läuft dieses Jahr zwar ohnehin aus. Es wird aber bereits im Herbst keine weiteren Aktivitäten mehr geben. Das steht nach längerem Hin und Her fest, wie beide Seiten auf Nachfrage bestätigt haben. „Zum 30. September 2105 wird die Kunsthalle am Lech Geschichte sein“, sagte Maria-Theresia Marweg aus dem Vorstandsteam. 

„Wir haben aber alle die Hoffnung auf einen Treffpunkt, in dem Künstler, Jugendliche und unser Verein in die Zukunft schauen können.“ Der Verein wird damit Ende September heimatlos. Beide Seiten – wie zahlreiche Gespräche in der Vergangenheit zeigten – konnten einfach nicht miteinander. Rund um die Veranstaltungen habe es immer wieder viel Ärger gegeben, so der Vermieter. Die Halle wird besenrein hinterlassen, darauf hat man sich einigen können. 

Viel Ärger, wenig Geld 

Spannungen zwischen den beiden Parteien – vormals noch der Künstler Peter Jente als Einzelperson und Mieter seit 2006 – nahmen schon vor einigen Monaten von Tag zu Tag zu. Die Lösung der Probleme – zum Beispiel die Belästigung durch Lärm, Sachbeschädigungen oder auf dem Gelände verstreuter Müll nach einer Party – wurde im Winter 2014 darin gesehen, dass der Vermieter der Hallen im Magnuspark künftig einen anderen Ansprechpartner haben sollte. So entstand im Dezember die Idee des neuen Kulturvereins. Vom überschaubaren Aktivkreis wuchs dieser Verein in kurzer Zeit auf 224 Mitglieder an. Allerdings waren manche Themenabende von den Mitgliedern nur recht schwach besucht. 

Aus sicherheitstechnischen Gründen musste zudem die mögliche Zahl der Besucher sehr stark begrenzt werden. Um den Brandschutz zu gewährleisten, durften jeweils nur hundert Leute Einlass finden. Im Vorstand wurde erkannt, dass auch jedes Highlight im Veranstaltungsprogramm „viel zu wenig Geld in die Vereinskasse fließen lässt“, zog Vorsitzender Schweiger Bilanz. 

Zerrüttetes Verhältnis 

Trotz der Versuche, die genannten Probleme schrittweise in den Griff zu bekommen – zum Beispiel Dämmung der Wand zum Lech – ist das Verhältnis von Mieter und Vermieter aber um keinen Deut besser geworden. 

Dies bestätigte auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD), der sich – wie andere Prominente in Füssen – bis zuletzt für den „wichtigen Erhalt“ der Kunsthallen einsetzte. Wer nicht hinter die Kulissen blickte, erlebte hier zum Beispiel die spontan organisierte Nepalhilfe, die über 5000 Euro an Spenden erbracht hatte, zahlreiche Konzerte, wie sie sonst nur in den Großstadtclubs zu erleben sind, und kürzlich ein pädagogisch-kreatives Projekt für Schüler unter Leitung der Füssener Kunstlehrerin Eva Andersson und einem Portugiesen, der an der Akademie München studiert (der Kreisbote berichtete). 

Welche Pläne der Vermieter mit den riesigen Räumlichkeiten am Lech verfolgt, soll demnächst der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.

Chris Friedrich

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