Bauausschuss: Kalkbrennerstraße soll Schäffler- mit Froschenseestraße verbinden

"Schleifenführung" ist vom Tisch

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Die Kalbrennerstaße soll nach dem Willen des Bauausschuss jetzt doch die Schäffler- mit der Froschenseestraße verbinden. Um den Therapiepferdehof (links) möglichst wenig zu stören, soll ein sechs Meter breiter Schutzstreifen die Straße von dem Hof trennen.

Füssen – Was der Stadtrat noch im Juni verabschiedet hat, kassierte der Bauausschuss jetzt wieder: Die Erschließung der Schäfflerstraße durch eine Spange (Bebauungsplan W20 Gewerbegebiet West). Denn der Stadt stehen die dafür notwendigen Grundstücke nicht zur Verfügung, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

Stattdessen soll jetzt doch die Kalkbrennerstraße die Schäffler- mit der Froschenseestraße verbinden. Um dabei den Therapiepferdehof von Anja Stechele möglichst wenig zu stören, soll ein sechs Meter breiter Schutzstreifen zwischen dem Hof und der Straße entstehen.

Mit dieser Lösung waren Dr. Anni Derday (FWF) und Dr. Christoph Böhm (CSU) jedoch nicht einverstanden. Sie sprachen sich für einen Wendehammer in der Schäfflerstraße aus. Das sei für „die Nachbarschaft die unschädlichste Lösung“, meinte Derday.

Die Stadtverwaltung sollte im Bebauungsplan W20 nach dem Willen des Stadtrats die „Schleifenführung“ weiterverfolgen und dabei Gespräche mit dem Grundstückseigentümern führen. Dabei habe sich jedoch ergeben, dass ein Grundstücksbesitzer seine Fläche der Stadt nicht verkaufen will, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer den Ausschuss-Mitgliedern. Deshalb ist diese Lösung vom Tisch. Die Stadt hat daraufhin Grundstücke gekauft, so dass sie jetzt die Verbindungsstraße zwischen der Schäffler- und der Froschenseestraße bauen kann, informierte Iacob.

 Eine Lösung, die der Stadtrat in seiner Junisitzung allerdings verworfen hat. Über diese Entwicklung war Derday verwundert. „Jetzt geht das nicht, weil die Grundstücke fehlen. Das wusste man schon vorher. Da hätte man sich viel ersparen können“, kritisierte sie. „Leider ist das so, wie wir uns das vorgestellt haben, nicht möglich“, entgegnete der Rathauschef. „Wir haben von den Betroffenen gehört, dass dies die richtige Entscheidung sei. Wir können das umsetzen, da uns jetzt alle Grundstücke zur Verfügung stehen.“

Wendehammer prüfen

 Doch das zweifelte Magnus Peresson (UBL) an. Schließlich habe sich Stechele vom benachbarten Reiterhof bisher gegen diese Lösung gesträubt. „Die Dame hat das Grundstück veräußert und im Wissen um diesen Plan den notariellen Vertrag unterzeichnet“, meinte jedoch der Rathauschef. Auch Böhm bezweifelte, dass die dort ansässigen Betriebe diese Lösung mittragen werden. „Die meisten Betriebe wollen das nicht. Sie wollen nicht mitzahlen.“

Auch Jürgen Doser (FWF) und Derday wollten sich zunächst den Wendehammer näher anschauen. Denn nach Derdays Meinung sollte das Gewerbegebiet nur von Westen erschlossen werden, um die Wohngebiete nicht durch Schwerverkehr zu belasten. „Deshalb werde ich dagegen stimmen“, kündigte sie an. Doch einen Wendehammer lehnte die Stadtverwaltung ab. Das sei „verkehrstechnisch eine schlechte Sache“, meinte Iacob. Dieser müsste mindestens 21 Meter groß sein. Doch für Lkws sollte er „deutlich größer“, mit ca. 23 Meter, geplant werden, empfahl Angeringer. Dann „geraten wir in private Flächen hinein, die uns nicht zur Verfügung stehen“, erklärte der Bauamtsleiter. „Wir wissen, dass beide Besitzer dieser Lösung nicht positiv gegenüber stehen“, so Angeringer.

Das allerdings bezweifelten Derday und Böhm. „Ich denke, dass man mit den Besitzern gar nicht richtig gesprochen hat“, meinte Derday. Und auch Böhm erklärte: „Meiner Information nach könnte man mit dem Besitzer reden.“ „Wir haben viel geredet. Daraus ist diese Lösung entstanden“, hielt der Rathauschef dagegen. Außerdem lägen ihm „eindeutige Stellungnahmen vor, die diese Lösung favorisieren.“ Dazu gehören laut Iacob unter anderem der Sportmarkt Schratt, PMG Füssen GmbH, Güscho-Feinkost und Bihler GmbH & Co. KG sowie der Wirtschaftsbeiratsvorsitzende Klaus Zettelmeier.

Kompromissvorschlag von Metzger

Als Kompromiss schlug Dr. Martin Metzger (BfF) vor, Verkehrsregeln zu erlassen, um so die Belastung durch den Schwerverkehr in den angrenzenden Wohngebieten zu minimieren. Weiter forderte er, den geplanten Rad- und Fußgängerweg entlang der Kalkbrennerstraße von 2,50 Meter auf drei Meter zu verbreitern. Schließlich gelte dieser für beide Richtungen. Die jetzige Planung „entspricht in keiner Weise der Straßenverkehrsordnung. Das, was wir hier machen, ist ganz schöner Murks.“

Dagegen appellierten Ursula Lax und Michael Jakob, beide CSU, die Lösung mit der Verbindungsstraße voranzubringen. „Auch wenn es nicht hundertprozentig so ist, wie wir uns das vorstellen, sollten wir zustimmen, weil die Firmen darauf warten“, meinte Lax. „Wir müssen das endlich mal auf den Weg bringen. Das ist notwendig“, sagte auch Jakob. Die Stadtverwaltung nahm Metzgers Vorschläge auf. Mit zwei Gegenstimmen (Böhm und Derday) billigte der Bauausschuss schließlich den Entwurf und empfahl dem Stadtrat die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans.

Katharina Knoll

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