Trotz Qualitätsteigerung sehen die Stadträte neues Hotel kritisch

Zweifel überwiegen

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Das neue Hotel in der Augsburger Straße soll laut Bürgermeister Paul Iacob (SPD) kurz vor der Eröffnung stehen.

Füssen – Aus zwei mach vier: Statt der ursprünglich angestrebten zwei Sterne soll das neue Hotel in der Augsburger Straße nach einem Besitzerwechsel nun mit vier Sternen glänzen.

Der Bauausschuss des Stadtrates zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und lehnten einen geänderten Bauantrag in der vergangenen Woche knapp mit 7:6 ab. Vor allem der noch ungeklärte Stellplatznachweis, die offene Frage der Warenanlieferung und fehlende Unterlagen weckten die Skepsis der Stadträte. 

Mit der Erhöhung der Anzahl der Sterne einher geht auch eine Steigerung der Zimmer- und Bettenzahl. So sollen laut Bauamtsleiter Armin Angeringer statt der ursprünglich geplanten 85 Zimmer mit 220 Betten 88 Zimmer entstehen. Zu der neuen Anzahl der Betten konnte er keine konkreten Angaben machen.

Ebenfalls neu – und aus Sicht der Bauverwaltung auch relativ problemlos – sind Fenster auf der Ostseite, eine andere Laufrichtung bei den Fluchttreppen oder eine bereits nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung veränderte Werbeanlage. Der neue Eigentümer will das Gästehaus für die Kette „Best Western“ unter dem Namen „New Schwanstein“ betreiben. 

Zwar hatte sich Füssen Tourismus und Marketing (FTM) in einer Stellungnahme grundsätzlich positiv hinsichtlich der angekündigten Verbesserung der Qualität geäußert. Die Mehrheit der Stadträte blieb dennoch skeptisch. Denn neben den fehlenden Stellplatznachweisen bewerteten sie auch Veränderungen bei der Gestaltung der Freiflächen kritisch. Vor allem, dass die Abfahrt der Busse über öffentliche Flächen geschehen soll, sorgte für Kritik.

Letztlich zur Ablehnung des Bauantrags führte aber die unklare Situation hinsichtlich der Zulieferung. So erinnerte CSU-Stadtrat Dr. Christoph Böhm daran, dass Politik und Verwaltung in der Vergangenheit eine Warenanlieferung über eine Tiefgarage gefordert hätten. Die nun gebaute Garage sei aber viel zu klein für Lieferwagen. „Die werden auf der Straße umgeladen“, befürchtete deshalb Ratsmitglied Michael Schmück (CSU). 

Eröffnung steht bald an

 Was denn aus den Gesprächen geworden sei, die Bürgermeister Paul Iacob (SPD) deswegen mit den Eigentümern habe führen wollen, erkundigte sich sein Fraktionskollege Böhm in diesem Zusammenhang. Diese seien auch geführt worden, entgegnete Iacob. Nun stehe das Hotel aber kurz vor der Fertigstellung und die Garage könne nicht mehr verändert werden. 

Dr. Martin Metzger (BfF) beantragte wegen der unklaren Situation, die Entscheidung zu vertagen, bis alle strittigen Punkte geklärt seien. „Da sind zu viele Dinge, die nicht funktionieren“, sagte er. 

Bürgermeister Iacob wies darauf hin, dass das Hotel bereits kurz vor der Eröffnung stehe. Daher schlug er hingegen vor, das kommunale Einvernehmen für die weniger problematischen Änderungen in Aussicht zu stellen, für die anderen aber die noch fehlenden Unterlagen anzufordern. Schließlich seien optische Verbesserungen erfolgt und die Qualität des Hotels steige. „Wir müssen den Investor doch unterstützen, wenn er etwas Positives macht und darüber reden, wenn etwas negativ ist“, warb er für seine Lösung. 

Damit drang er allerdings bei einigen Ratsmitgliedern nicht durch. „Man muss auch mal Farbe bekennen und sagen: So geht es nicht!“, meinte Michael Schmück. Auch Jürgen Doser von den Freien Wählern sprach sich gegen den Kompromiss aus: „Auch wenn es besser aussieht, ist es doch verwerflich, dass da etwas schwarz gebaut wurde“, sagte er. Und Bernhard Eggensberger (Füssen-Land) war sich sicher: „Der macht auch auf, wenn wir es nicht genehmigen.“ 

Als Konsequenz aus der Diskussion kündigte Bürgermeister Iacob an, künftig wieder strikt darauf zu achten, nur noch vollständige Bauanträge, die den Vorgaben entsprechen, anzunehmen. „Wenn die Unterlagen nicht komplett sind“, sagte er, „dann geben wir es sofort zurück. Ein solcher Antrag bleibt nicht mehr im Haus.“

Matthias Matz

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