"Keine leeren Hüllen produzieren"

Im Rahmen eines Symposiums aus Anlass des 3. Schwabentages diskutierten im Füssener Festspielhaus der EU-Parlamentarier Markus Ferber, Schwabens Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert und Füssens Bürgermeister Paul Iacob zum Thema „Die Zukunft der Städtepartnerschaften im heutigen Europa“. Dabei wurden Möglichkeiten, Chancen und Initiativen in der aktuellen Partnerschaftsarbeit aufgezeigt. Derzeit gibt es in Bayern 400 Städtepartnerschaften davon 176 in Schwaben. Zwischen Schwaben und Italien wurden 21 partnerschaftliche Bande geknüpft.

Einleitend wies Markus Ferber in seinem Plädoyer „pro Städtepartnerschaften" darauf hin, dass die wachsende globale Welt eine enge Zusammenarbeit erfordere, da die Nationalstaaten zukünftig nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Probleme allein zu lösen. „Ein stabiles Netzwerk ermöglicht es, Vorurteile und Misstrauen abzubauen und zu erkennen, dass die Europäer vom Grunde her die gleichen Nöte aber auch die gleichen Ziele haben". Er betonte weiter, dass die Europäer nur dauerhaft existieren können, wenn sie ihre wirtschaftlichen und kulturellen Chancen gemeinsam nutzen. „Das gegenseitige Kennenlernen erhöht die gegenseitige Toleranz, stärkt die wirtschaftliche Einheit und machte letztendlich auch die vorhandenen Gemeinsamkeiten in der Kultur deutlich" fügte er hinzu. „Städtepartnerschaft bedeutet nicht, sich nur zum Wein- und Biertrinken zu treffen, sondern der Partnerschaftsinhalte zu geben" stellte Füssens Bürgermeister Paul Iacob mit Hinweis auf die langjährige „gelebte" Freundschaft mit dem italienischen Palestrina fest. Er wies aber auch daraufhin, dass die Gründergeneration dieser Partnerschaften, wie in anderen Städten auch, allmählich „in die Jahre" komme und nun dringend die junge Generation für Unternehmen dieser Art interessiert werden müssten. „Das muss bereits im Kindergarten und in den Schulen aktiv betrieben werden", lautete sein Wunsch. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert forderte von der EU, die Förderrichtlinien für Städtepartnerschaften neu zu überdenken und mit der Basis, den Kommunen, abzustimmen. „Wir dürfen nicht nur leere Hüllen produzieren sondern müssen mit zündenden Ideen und modernen Kreationen zusammen mit jungen Menschen diese Partnerschaften auf den Weg bringen.“ Dazu seien finanzielle Unterstützungen nötig. Vielseitiges Programm Zuvor hatte Reichert das bunte und vielseitige Kulturprogramm am Schwabentag 2010 mit der Ausstellung „Kunst in Schwaben 2010“ des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Schwaben-Nord und Schwaben-Süd im Foyer des Festspielhauses eröffnet, die bei freiem Eintritt bis Sonntag, 18. Juli, täglich außer montags zu sehen ist. Für den musikalischen Schwung hatten an diesem Tag die Pop-Band der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Schwaben in Krumbach sowie verschiedene Mitgliedschöre des Chorverbands Bayerisch-Schwaben gesorgt.

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