Dr. Wengert kritisiert CSU

"Bei der Stadt Füssen müssen die Alarmglocken läuten"

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Dr. Paul Wengert kritisiert die CSU.

München/Füssen – Der Bayerische Landtag wird sich wohl nicht für die Füssener Curler einsetzen. Der Ausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport sprach sich nach Angaben des Füssener Landtagsabgeordneten Dr. Paul Wengert heute dagegen aus.

Die CSU habe den SPD-Antrag ebenso wie den Antrag der Freien Wähler mit der Begründung abgelehnt, der Landtag sei für die Mittelverteilung nicht zuständig und solle sich nicht in die Aufgabe des Deutschen Olympischen Sportbunds einmischen. "Mit dem von ihr geforderten Bericht über die weitere Entwicklung des Bundesstützpunkts Curling in Füssen durch die Staatsregierung springt die CSU viel zu kurz", kommentiert der enttäuschte frühere Füssener Bürgermeister die heutige Abstimmung.

Die SPD-Fraktion wollte mit ihrem von seinem Augsburger Kollegen und Sportpolitischem Sprecher Harald Güller und Wengert als Kommunalpolitischem Sprecher formulierten Antrag nicht nur ein deutliches Signal des Landtags für den Verbleib von Curling in der Spitzensportförderung und den Erhalt des Curling-Bundesstützpunkts Füssen erreichen, sondern auch für die weitere Förderung des Nachwuchsleistungssports durch den Freistaat. Die Staatsregierung sollte aufgefordert werden, mit dem Deutschen Curlingverband (DCV) unter Beteiligung des Bayerischen Landes-Sportverbands Gespräche zu führen, wie Curling in Bayern als Breiten- und Spitzensport erfolgreich weiter betrieben werden kann und dem Landtag hierüber berichten.

Besonders ärgert sich Wengert darüber, dass sich die CSU in der Begründung ihres Antrags einseitig ganz die Sprache und Sichtweise des DOSB zu eigen gemacht habe, der die Forderung des DCV auf Erhöhung der Fördermittel heftig kritisiert hatte. Auch alle anderen Wintersportverbände hätten mehr Geld beantragt, ohne dafür mit der kompletten Streichung der Förderung abgestraft zu werden, so Wengert. Die SPD habe im Gegensatz zu den Freien Wählern bewusst keine bestimmte Summe gefordert, weil diese letztlich von der vom DCV vorzulegenden sportlichen Konzeption abhängig sei. "Bei der Stadt Füssen müssen die Alarmglocken läuten, wenn es im CSU-Antrag lautet, die strukturelle Förderung des Bundesstützpunkts für Eishockey und Curling sei durch die Aussetzung der Verbandsförderung 'zunächst' nicht betroffen", so Wengert.

Nach der Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestags vom 13. November, den Haushalt für die Spitzensportförderung um 15 Mio. Euro zu erhöhen, hatte Wengert gute Chancen gesehen, auch die Förderung des Curlings weiter zu garantieren. Harald Güller und Wengert hatten sich gegenüber Berlin dafür mächtig ins Zeug gelegt. Sowohl die Sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Michaela Engelmeier als auch ihr CDU-Kollege Eberhard Gienger waren daraufhin aktiv geworden und SPD-Haushaltsexperte Martin Gerster hatte sich erfolgreich für eine Erhöhung der Haushaltsmittel eingesetzt. "Es wäre sehr traurig, wenn dies jetzt nicht auch dem Deutschen Curling zugute käme", resümiert MdL Dr. Wengert.

pm

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