Keinen Tag bereut

Eine große Schar an Gratulanten erwartete vergangene Woche Reuttes Altbürgermeister Siegfried Singer vor dem Feuerwehrhaus in Reutte, um ihm anlässlich seines 80. Geburtstags ihre Referenz zu erweisen. Gemeinsam mit der Bürgermusikkapelle an der Spitze marschierte die Gesellschaft zum Hotel „Goldener Hirsch", wo die Marktgemeinde ihm zu Ehren eine Geburtstagsfeier arrangiert hatte.

Bürgermeister Alois Oberer sprach dem Jubilar den Dank der Marktgemeinde aus: „Sie haben in Ihrer Amtszeit und darüber hinaus das Marktgeschehen entscheidend mitgestaltet und mit ihrer höflichen Art beeindruckt und Ihrem umfangreichen Fachwissen überzeugt". Der am 4. Juli 1930 geborene Jubilar hatte nach Haupt- und Fachschule eine Kaminkehrerlehre absolviert. Es folgte die Prüfung zum Meister, die er als jüngster in ganz Österreich abschloss. Seine politische Karriere begann der Vater zweier Söhne 1962 als Gemeinderat. 1983 wurde er zum Bürgermeister gewählt, dieses Amt hatte er bis 1998 inne. Neben dem Ehrenring in Gold des Gemeindeverbands wurde ihm im Jahr 2000 die Ehrenbürgerwürde von Reutte verliehen. „Vieles in der Marktgemeinde trägt ihre Handschrift und sie haben sichtbare Spuren hinterlassen – die Reihe der Gestaltung des Kirchenvorfelds oder deren Neugestaltung am Untermarkt" so Bürgermeister Oberer. Weiter sei es ihm ein Anliegen gewesen, historische Bauten zu erhalten, jedoch ohne den Blick für die moderne Entwicklung des Ortes zu verlieren. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse sei immer die Suche nach dem Konsens mit seinen Mitstreitern im Gemeinderat gewesen, ohne nach persönlicher Ehre für sich selbst zu suchen. "Singer, sei still" In seinem Dank an die Marktgemeinde schloss der Jubilar auch seine Gattin Doris ein, die ihm immer den Rücken freigehalten hatte und noch heute „gute Ratschläge" gibt. Für ihn sei das Bürgermeisteramt das Faszinierendste, das den Bürger einer Gemeinde treffen kann: „Bei ihm laufen alle Fäden zusammen, er kann gestalten und die Geschicke einer Gemeinde maßgeblich beeinflussen". Er habe keine Stunde im Amt bereut, jedoch lebe er heute nach dem Grundsatz „Singer, sei still", denn heute müssten die entscheiden, die die Verantwortung tragen.

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