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Füssener Festspielhaus: Einmal auf die große Bühne

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Von: Chris Friedrich

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Kindercasting Festspielhaus
Auch Kiki darf in Siegels „Zeppelin – das Musical“ mitwirken. Die Füssener Schülerin kam mit ihrer Mutter Lenka Obermann zum Casting am Festspielhaus Neuschwanstein. © Auch Kiki darf in Siegels „Zeppelin – das Musical“ mitwirken. Die Füssener Schülerin kam mit ihrer Mutter Lenka Obermann zum Casting am Festspielhaus Neuschwanstein.

Füssen – Zu den vier talentierten Kinderdarstellern in „Zeppelin – das Musical“ im Festspielhaus Neuschwanstein gesellen sich ab 19. Mai neue junge Gesichter.

Im Casting, das Stefanie Gröning leitete, zeigten Mädchen und Buben aus der Region, dass sie gut dafür geeignet sind, im Ensemble mitzuspielen.

Das Musical aus der Feder des bekannten Münchner Komponisten Ralph Siegel feierte im Oktober 2021 Premiere (der Kreisbote berichtete). Im Mai, Juni und Juli lädt das Festspielhaus Neuschwanstein erneut zu zahlreichen Aufführungen. Casting-Teilnehmer bewarben sich auch für Rollen im Ludwig-Musical, das weiterhin auf dem Spielplan steht.

Wer will im Festspielhaus Neuschwanstein den Jimmy in Ralph Siegels „Zeppelin – das Musical“ spielen? Wer unter den 1,55 Meter großen Mädchen kann in einer munteren Darstellergruppe das Publikum begeistern? Für die Aufführungen im Programm des Musicaltheaters am Forggensee tauchen in der Besetzungsliste Namen auf, die im Kulturbetrieb noch keiner kennt. So hat „Zeppelin“ Kinder-Darsteller unter Vertrag, wobei der Jugendschutz als verbindliche Regel gilt.

Die zehn- oder elfjährigen Schulkinder in ihren historischen Kostümen könnten die Stars von morgen sein. Der Weg dahin ist jedoch ziemlich weit. Doch das muss Kristina oder Gabriel, die in Begleitung von Erwachsenen zum Festspielhaus gekommen sind, eigentlich nicht interessieren. Ihnen geht’s um Spaß und Spiel, wie sie und andere kleine Bewerber begeistert erzählen.

Den Profis zeigen, dass sie gut singen und tanzen können, wollen alle Casting-Teilnehmer. Sie warten an der Treppe am Bühnenaufgang bis sie offiziell begrüßt werden. Gleich danach wird sich ihnen die Glastür öffnen, hinter der sich an der Pforte alle beteiligten Profis in die ausliegende Anwesenheitsliste für den Musicalabend eintragen.

Bub begeistert Siegel

„Kiki, schau, da kommen noch mehr Leute“, ruft Lenka Obermann ihrer Tochter Kristina zu. Die zwölfjährige Realschülerin und ihre Mutter waren die ersten, die sich hier eingefunden hatten. Kiki gehört zu den Kindern, die an der „Ludwigs Musical Academy” in Musical und Theater hineinschnuppern. „Wir sind keine Kaderschmiede, es gibt keinen Leistungsdruck“, stellt die Leitung in ihrem Flyer die noch junge Einrichtung für „Theaterbegeisterte und -neugierige“ vor. Was sie dort in den Fächern Schauspiel, Tanz und Gesang einstudieren, dürfen die „Kids“ öffentlich zeigen. „Ich war schon bei drei Auftritten dabei“, sagt Kiki voller Stolz. Nun will sie ab Mai im Musical „Zeppelin“ dabei sein. „Ich bin vorm Casting schon ein wenig nervös“, gibt die Zwölfjährige zu.

Fast abgeklärt wirkt dagegen Gabriel Kotsevki, der sich für seine nächste Rolle bewirbt: den kleinen Prinzen. Der elfjährige Füssener meint: „Ja, da rechne ich mir Chancen aus.“ In einem früheren Casting konnte er Ralph Siegel, den Komponisten des „Zeppelin“-Musicals, mit seiner Ausstrahlung begeistern. „Für ihn habe ich extra die Rolle des Jimmy geschrieben“, berichte Siegel im Gespräch mit unserer Zeitung. Für Gabriel geht es demnächst im Ensemble des Musicals „Die Päpstin“ sogar ins Deutsche Theater München.

Erfahrungen aus Gruppenszenen auf der Freilichtbühne in Altusried bringt Lia Bihler zum Füssener Casting mit. Die zehnjährige Emilie Eilber aus Rückholz wiederum hat immerhin, wie sie schüchtern erzählt, bei Weihnachtsaufführungen mitmachen dürfen. Demnächst ist auch sie auf der großen Festspielhausbühne zu sehen. Außerdem will sie die am Haus angesiedelte Academy weiter besuchen.

Nach dem Casting sagt Academy-Leiterin Stefanie Gröning auf Nachfrage des Kreisbote: „Ja, ich bin sehr zufrieden. Es waren tolle Kinder dabei. Die Auswahl fällt einem schwer.“ Generell dürften alle Kinder, die da waren, im Ensemble mitwirken. „Bei manchen Kindern hat man gemerkt, dass noch etwas Mut und Erfahrung fehlt, um eine der Hauptrollen zu verkörpern. Für sie könnte es voraussichtlich dann im nächsten Jahr klappen, wenn sie jetzt Erfahrung im Ensemble sammeln“, fügt die Castingleiterin hinzu. Ein weiteres Casting werde daher nicht stattfinden.

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