Bürgermeister Iacob wehrt sich gegen Vorwürfe

Kindergarten im Weidach soll im September 2021 in Betrieb gehen

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Im neuen Kindergarten im Weidach entstehen 80 Kindergarten- und zwölf Krippenplätze. Außerdem zieht dort das AWO-Familienzentrum ein.

Füssen – Spätestens zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/22 soll der neue Kindergarten im Weidach seine Türen öffnen und Platz für 80 Kindergarten- und zwölf Krippenkinder bieten. Das gab Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) vergangene Woche bei einem Pressegespräch bekannt. 

Die Baugenehmigung für den Kindergarten liegt seit Anfang Juni vor. Derzeit wartet die Stadtverwaltung noch die schriftliche Förderzusage ab, damit sie die Bauarbeiten ausschreiben kann, erklärte Iacob. 

Damit geht eine scheinbar unendliche Geschichte zu Ende. Rund fünf Jahre lang hat die Planung des neuen Kindergartens die Füssener Stadtverwaltung beschäftigt – was immer wieder für Ärger und Unverständnis bei vielen Eltern gesorgt hatte.

„Ich habe mir auch nicht vorstellen können, dass es so lange dauert“, erklärte Iacob. Doch Umplanungen, die Erschließung eines neuen Wohngebiets, neue Vorschläge und Gegenwind von verschiedenen Seiten hätten zu immer weiteren Verzögerungen geführt. Denn ursprünglich sollte der neue Kindergarten eigentlich an der Dr.-Enzinger-Straße am Schulzentrum, dem sogenannten Bergerfeld, entstehen, das der Suiter-Stiftung gehört. Da diese aber keine Grundstücke verkaufen dürfe, wollte die Stadt das Gelände per Erbbauvertrag 50 Jahre lang pachten. Das hätte aber gleichzeitig bedeutet: Der Kindergarten hätte nach 50 Jahren abgerissen werden müssen, erklärte der Rathauschef. Weil die Nachbarn zudem nur ein ebenerdiges Gebäude akzeptierten, hätte der Platz für einen zukunftsfähigen Kindergarten inklusive Garten nicht ausgereicht. „Mit den wenigen Außenflächen wäre das nicht mehr der richtige Kindergarten nach unserem Qualitätsdenken gewesen“, so Iacob. 

Für die Stadt Füssen sparen 

Deshalb entschied sich der Stadtrat dazu, den Neubau im Wohnbaugebiet im Weidach zu errichten – was damals schon für Entsetzen bei vielen Eltern gesorgt hatte. Schließlich musste das Wohnbaugebiet erst noch erschlossen werden. „Wären wir am Bergerfeld geblieben, würde der Bau schon stehen“, ist Iacob überzeugt. Aber: „Wir sind umgezogen, nicht weil wir dumm waren, sondern, weil wir für die Stadt sparen wollten.“ Schließlich gehe es hier um Steuergelder. Doch die ganzen Planungsschritte erforderten seine Zeit. Während der Aufstellung des Bebauungsplans bekam die Stadt zudem starken Gegenwind: Einige Füssener befürchteten Hochwassergefahr durch den nahen Forggensee. Und auch ein benachbarter Hotelier war von dem Projekt – und dem zu erwartenden Kinderlärm – nicht begeistert. Durch neue Ideen, wie das Thema Kneipp, einer zusätzlichen Gruppe und der Integration des Familienzentrums, mussten die Architekten die Pläne immer wieder überarbeiten, erklärte der Rathauschef. Und die Verwaltung das Gespräch mit der Förderbewilligungsstelle, der Regierung von Schwaben, suchen. 

Damit der Kindergarten auch gefördert wird, unterliege die Planung schließlich der „stetigen Kontrolle der Regierung von Schwaben“, erklärte Iacob. „Es ist nicht so einfach für den öffentlichen Dienst so ein Projekt abzuwickeln“, fügte der Rathauschef hinzu und bat deshalb um Verständnis. „Dass sich die Planungsphase für dieses Projekt über drei Jahre hinzog, ist nicht ungewöhnlich – zumal dieses Projekt nicht mit einem anderen Kindergartenneubau vergleichbar ist“, so der Bürgermeister. 

Mittlerweile steht fest: Von den Gesamtkosten, die sich auf rund fünf Millionen Euro belaufen, muss die Stadt ca. 2,1 Millionen Euro aus eigener Tasche zahlen. Den Rest finanziert die Stadt über Fördergelder (ca. 2,1 Millionen Euro) bzw. übernimmt die AWO (Anteil für das Familienzentrum: 690.000 Euro). „Nach intensiven Gesprächen mit der Regierung von Schwaben gehen wir davon aus, dass bis Mitte September 2019 von dort die Förderzusage kommen wird“, erklärte Iacob. Liegt sie auf dem Tisch, kann die Stadtverwaltung die Arbeiten ausschreiben. Läuft alles rund, könnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2020 beginnen. „ Vorausgesetzt ist natürlich, dass bei der bevorstehenden Ausschreibung entsprechende Angebote eingehen“, meinte Iacob. Und das könnte bei der derzeitigen Hochkonjunktur schwer werden. 

Kinderkrippe geht in Betrieb 

Dass es auch schneller gehen kann, zeigt sich an den Wertachtal Werkstätten. Dort wird die Lebenshilfe Ostallgäu bereits zum kommenden Kindergartenjahr den Betrieb einer zusätzlich benötigten Kinderkrippengruppe aufnehmen, nachdem der Stadtrat im April grünes Licht dafür gegeben hatte. Möglich machen das laut Stadtverwaltung Container, in denen die Kinder untergebracht werden. Zudem plant die Stadt die Krippengruppe im Jahr 2020 um eine weitere Gruppe zu erweitern, da der Bedarf weiter steigt. „In den vergangenen Jahren gab es ein wesentlich höheres Wachstum als in den Jahren vorher“, meinte der Rathauschef. „Das Image dieser Stadt hat sich zum Positiven verändert.“ Und auch die Zahl der Arbeitsplätze sei gewachsen.

kk

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