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KJF Füssen hilft werdenden Eltern

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Baby auf Arm
Die meisten Babys kommen im Monat Juli zur Welt. © KJF Augsburg/Corolin Jacklin

Landkreis/Füssen – Der Juli 2020 war mit mehr als 70.000 Geburten der Monat mit den meisten frisch gebackenen Eltern im Jahresverlauf. Auch für heuer wird ähnliches erwartet. Doch ein Kind stellt das Leben der Eltern nicht selten auf den Kopf. Erziehungsberaterin Elisabeth Frank-Keller von der KJF-Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Füssen berät deshalb werdenden Eltern, wie der Start in den neuen Lebensabschnitt möglichst gut gelingt. „In der Regel brauchen Eltern das erste Lebensjahr des Kindes, um in diese neue Aufgabe hineinzuwachsen“, so Frank-Keller. „Bei manchen geht es schneller, bei anderen braucht es länger. Eltern zu sein, ist eine Herausforderung.“

Neben den vielen schönen und beglückenden Momenten als Familie, gibt es für Eltern immer wieder auch Phasen, die anstrengend und kräftezehrend sind. Wichtig ist es laut der Erziehungsberaterin, dass man sich nicht mit anderen vergleicht und den Partner und sich selbst nicht unter Druck setzt. Das Leben verändert sich einschneidend. Eltern können nicht erwarten, dass das Leben weiter flutscht wie bisher. „Hilfreich ist es, gut für sich selbst zu sorgen und wahrzunehmen, wie es einem selbst mit der neuen Rolle geht“, erklärt Frank-Keller. „Die allermeisten Eltern glauben, sie seien mit ihren Gedanken, Ängsten, Sorgen und Problemen völlig allein. Fast alle Eltern, die zu uns in die KJF-Erziehungsberatung kommen, erleben einen Aha-Effekt, wenn sie merken, dass es ganz vielen ähnlich geht.“

Diese Tipps gibt die KJF-Erziehungsberaterin Eltern mit auf den Weg:

Vorfreude teilen und einen Plan haben: Bereits während der Schwangerschaft bietet es sich an, die gemeinsame Vorfreude auf das Kind dazu zu nutzen, sich auch über organisatorische Fragen Gedanken zu machen. Vor allem für die ersten Wochen nach der Geburt ist ein Plan hilfreich: Kann der Partner nach der Geburt Urlaub nehmen oder direkt in Elternzeit gehen? Wie können Freunde oder Verwandte unterstützen – zum Beispiel, indem sie den Einkauf übernehmen. Auch eine prall gefüllte Tiefkühltruhe mit vorgekochtem Lieblingsessen ist in den ersten Wochen entlastend. Zusätzlich ist eine Nachsorge-Hebamme, die zu Hausbesuchen kommt, eine wichtige Stütze für junge Eltern.

An die eigene Kindheit erinnern: Bereichernd ist es, wenn sich werdende Eltern über ihre eigene Kindheit austauschen und erzählen, welche Erinnerungen und eigenen Vorstellungen sie in Sachen Familie mitbringen. Das ist durchaus bei jedem unterschiedlich. Was will man vielleicht bewusst anders machen als die eigenen Eltern, was vielleicht genauso?

Rücksicht aufeinander nehmen: Beide Partner sollten als Eltern Rücksicht aufeinander nehmen und nachsichtig mit sich und dem anderen sein. Dafür ist es wichtig, miteinander zu sprechen und sich nicht zurückzuziehen, wenn es schwierig wird. Gerade die ersten Wochen und Monate sind extrem kräftezehrend für beide Elternteile.

Harte Realität

Die Entstehung von Stress verstehen: Stress entsteht bei jungen Eltern vor allem dann, wenn zu idealistische Vorstellungen auf die Realität treffen. Kommen dann auch noch der Schlafmangel, die in der Anfangszeit völlig normalen Überforderungsgefühle sowie Konflikte mit dem Partner oder den eigenen Eltern dazu, sind Frust und Ohnmacht vorprogrammiert. „Atmen Sie durch und beruhigen Sie sich zunächst selbst,“ rät vor diesem Hintergrund Expertin Elisabeth Frank-Keller.

Weniger Erziehungsbücher lesen: Die unglaubliche Menge an Ratgeberbüchern für Eltern führt eher zu einem Perfektionsdrang als zu wirklicher Hilfe oder Erleichterung im Familienalltag. Weil Bücher selten individuell auf die jeweilige Familiensituation passende Ratschläge liefern, ist hier weniger oft mehr. Ein Termin bei einer Erziehungsberatungsstelle, dem Kinderarzt oder anderen Hilfestellen wie einer Schreibaby-Ambulanz kann da oft schnellere und konkretere Hilfe leisten.

Nicht planbar

Flexibel bleiben: Das Elternsein lässt sich nicht planen. Und schon gar nicht, welche Persönlichkeit das Neugeborene mitbringt. Gerade am Anfang folgen die Entwicklungsschritte der Babys sehr schnell aufeinander, darum wechseln auch die Herausforderungen rasant. Was gestern gut funktioniert hat, führt heute nicht zur erhofften Wirkung. Darum sollten Eltern flexibel bleiben und immer wieder neu ausprobieren, womit es ihnen und ihrem Kind gut geht. Eltern verfügen in der Regel über ein großes Repertoire, welches sie versuchen können, um die Bedürfnisse, die das Kind noch nicht anders als durch Schreien ausdrücken kann, zu stillen. Unter anderem kann das Schreien Hunger, Müdigkeit, aber ebenso den Wunsch nach Nähe oder Neugier signalisieren.

Kommunikation hilft

Als Paar im Gespräch bleiben: Viele Menschen stoßen überhaupt erst als Eltern an ihre ganz persönlichen Grenzen. Schließlich lebten sie zuvor meist ein sehr selbstbestimmtes und autarkes Leben. Die plötzliche Fremdbestimmung, aber auch die finanzielle Abhängigkeit vom arbeitenden Partner, können deshalb starke Gefühle auslösen. Andererseits erlebt der das Geld verdienende Partner eine Verantwortung in der Versorgerrolle. Darum ist es hilfreich, als Paar stets im Gespräch zu bleiben und zu versuchen, klar zu kommunizieren, was in einem vor sich geht.

Sollten Eltern das Gefühl haben, keine gute Lösung für sich und ihr Kind zu finden, helfen die KJF-Erziehungsberater jederzeit unkompliziert und kostenfrei weiter. Sie unterliegen der Schweigepflicht. Die KJF-Beratungsstelle bietet neben persönlichen Gesprächen unter Wahrung der stets aktualisierten Hygiene- und Abstandsregelungen, auch Telefonberatungen an. Kontakt: KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Füssen, Feistlestraße 8, Telefonnummer: 08362/38 424, E-Mail: eb.fuessen@kjf-kjh.de, www.kjf-kinder-jugendhilfe.de/erziehungsberatung.

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