Klauen, aufstellen, hochklettern

Vom Maibaumstehlen über das Aufstellen – ob per Muskelkraft, Traktor oder Kran – bis zum Maibaumklettern: Maifeste bieten im Ostallgäu auf vielerlei Arten Spaß. So zum Beispiel auch in Nesselwang.

Noch am Tag zuvor hatte Bürgermeister Franz Erhart zu den Trachtlern gemeint, „passt's mir ja auf den Maibaum auf“ und in diesem Zusammenhang über das Maibaumstehlen gesprochen. Doch die waren ihrem Rathauschef weit voraus. Denn noch in der gleichen Nacht hatten sie selbst das Versteck des Haslacher Maibaums ausspioniert. Gegen 5 Uhr fanden sich 25 kräftige Männer zusammen und schafften den Maibaum, sogar mit Polizeieskorde, nach Nesselwang. In der Früh erfuhr Erhart „wir haben heuer zwei Maibäume“. Doch die Schmach für die Haslacher hielt nicht lange an. Bereits um 9 Uhr waren die Bedingungen für das Auslösen des Baumes – 100 Liter Bier und eine kräftige Brotzeit – geregelt. Unter den Klängen der Harmoniemusik wurde der Baum bis zum Ortsende von Nesselwang begleitet, dort übergeben und konnte noch rechtzeitig aufgestellt werden. Entsprechend gut waren die Trachtler in Nesselwang am Samstag drauf. Der Elan der beteiligten Vereine wie Bergwacht, Harmoniemusik und D'Alpspitzler war zu spüren beim regen Treiben im Kurpark. Reinhard Gschwend machte mit seinen launigen Worten beim Maibaumklettern Stimmung und die zahlreichen Besucher belohnten den Mut der Kletterer mit viel Beifall. Sieger des Tages war Markus Erd, der die 24 Meter lange Kletterstrecke in nur 51 Sekunden überwand.

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