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Bauausschuss genehmigt Arbeiten im Sensiblen Bereich 

Füssener "La Perla" darf anbauen

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Das Restaurant „La Perla” liegt im historischen Ambiente direkt am Seilerturm. Im Durchgang zwischen Stadtmauer und Gebäude möchte das Restaurant anbauen (links).

Füssen – Das Restaurant „La Perla“ will seine Küche erweitern. An sich kein großes Bauprojekt. Schließlich geht es nur um einen Anbau von rund sechs Quadratmetern. Doch da der Platz im historischen Ambiente sensibel ist, sorgte der Antrag jetzt für Diskussionen in der Sitzung des Bauausschusses.

Denn das Restaurant „La Perla“ will seine Küche erweitern. An sich kein großes Bauprojekt. Schließlich geht es nur um einen Anbau von rund sechs Quadratmetern. Doch da der Platz im historischen Ambiente sensibel ist, sorgte der Antrag jetzt in der Sitzung des Bauausschusses für Diskussionen.

 Am Durchgang zwischen der Drehergasse und der Sebastianstraße wurde bereits in den vergangenen Wochen fleißig gewerkelt – zum Ärger der Stadt, die die Arbeiten mittlerweile einstellen ließ. Die Erlaubnis für das Bauprojekt wurden im Rathaus zwar in Aussicht gestellt – von wem ist derzeit unklar – doch so einfach ist die Sache nicht, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer den Räten.

 Denn das Gebäude ist ein Einzeldenkmal, genau wie der Seilerturm und die Stadtmauer. Um diese historischen Denkmäler besser sichtbar zu machen, hatte die Stadt 1996 in ihrem städtebaulichen Rahmenplan für das Sanierungsgebiet Altstadt festgelegt, dass dieser Bereich entkernt werden und Passagen erhalten bleiben sollen. „Diese Maßnahme widerspricht diesen Zielen“, erklärte Angeringer. 

Durch den Anbau, der zwar nur 3,70 Meter lang und 2,25 Meter breit werden soll, werde der Durchgang von 5,38 Meter auf 3,21 Meter verringert. Das sei ein klarer Zielkonflikt, so der Bauamtsleiter – auch wenn rechtlich sonst nichts gegen den Bau spreche. 

Angeringer wies allerdings noch auf ein anderes Problem hin: Der städtebauliche Rahmenplan wurde seinerzeit mit Hilfe der Städtebauförderung finanziert. Setze die Stadt die Ziele nicht um, die darin festgesetzt wurden, könnte die Regierung von Schwaben künftig kritischer mit der Erteilung von Förderzusagen an die Stadt Füssen sein. Doch dieses Argument ließ Jürgen Doser (FWF) nicht gelten. „Dann haben wir beim Hotel Sonne den gleichen Fehler gemacht.“ Denn dort wurde bereits eine solche Passage, die laut städtebaulichem Rahmenplan erhalten werden sollte, zugemacht. 

Daneben habe das Gebäude, um das es jetzt geht, bereits seine Baugrenze überschritten. Die Stadt sollte deshalb einem Betrieb helfen, der sich über Jahrzehnte bewährt habe. „Das Ambiente und der Durchgang sind schön.“ Das hätte auch schon mal anders ausgesehen. „Die blaue Baulinie wurde schon überschritten. 

Die sechs Quadratmeter machen die Sache auch nicht mehr fett“, meinte auch FWF-Fraktionsvorsitzende Dr. Anni Derday. „Die Konsequenz wäre auf den Zustand von 1996 zurückzugehen“, fügte Michael Jakob (CSU) hinzu. Das sei allerdings Schwachsinn. Der Anbau komme in ein Eck hinein, „in das eh keiner reingeht. Man kommt genauso gut durch wie jetzt“, so Jakob. Durch die Erweiterung könne die Stadt jedoch „eine vernünftige Existenz für die nächsten 20 Jahre ermöglichen.“ 

Etwas anders sah Dr. Christoph Böhm (CSU) die Sache. Da es sich hier um einen sensiblen Bereich in der Altstadt handle, wollte er sich mit einem Gerüst vor Ort einen Eindruck davon verschaffen, wie groß der Anbau werde. „Das wäre handwerklich richtig. Im Winter baut man eher selten, weil der Mörtel nicht trocknet“, fügte er hinzu. Wenn der Anbau wirklich so klein werde, dann reiche es auch noch, wenn die Bauarbeiten im März beginnen. 

Nur eine Abrundung

Davon hielt Doser allerdings gar nichts. Wenn der Ausschuss jetzt keine Entscheidung fälle, verschiebe sich der Umbau um weitere vier Wochen. „Das tut weh“, für jemanden, der Geld verdienen will. Auch Ursula Lax (CSU) plädierte für eine sofortige Entscheidung. „Es gibt keinen hier drin, der das (Restaurant – Anmerk. d. Red.) nicht kennt.“ Zudem sei die Erweiterung nur eine Abrundung des Hauses. „Böhms Antrag ist sicher gut gemeint. Ich hätte auch gerne einen Ortstermin gehabt“, meinte der Rathauschef. 

Aber die Zeit dränge. Wenn der Ausschuss jetzt sein Okay gebe werde der Antrag direkt ans Landratsamt weitergeleitet, das wegen der derzeitigen Arbeitsfülle mindestens zwei Monate zur Bearbeitung brauche. Die Bauarbeiten könnten dann frühestens im April weitergehen. Wenn der Ausschuss die Entscheidung aber vertage, „kommen wir in die Saison rein.“ Vor diesem Hintergrund sprachen sich alle Räte für den Antrag aus. 

Auf Böhms Forderung machte das Gremium allerdings zur Auflage, dass die Altstadtsatzung beim Bau eingehalten werden muss. Außerdem müsse der Durchgang zur Sebastianstraße bestehen bleiben. Hier standen im Sommer bisher Stühle und Tische erklärte der Rathauschef. „Es ist absolut schädlich, wenn dann noch eine Bestuhlung steht. Das darf nicht sein“, so Iacob. Deswegen soll die Stadtverwaltung das Gespräch mit dem Bauherr suchen.

kk

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