Eine Oase der Stille und Entspannung

Schwangau feiert den 80. Geburtstag des Kurparks und enthüllt Holzfigur

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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.
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Martin Helmer, Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Schwangau, (v.l.), Bildhauerin Julia Hiemer und Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke nach der Enthüllung der Holzfigur.

Schwangau – Mit einem Fest rund um den Weiher auf dem Ehberg hat die Schlössergemeinde ihren Kurpark gefeiert. Vor 80 Jahren wurde der „kleine Bruder“ des Schwanseeparks seiner Bestimmung übergeben.

Zum Jubiläum enthüllte Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) eine hölzerne Skulptur der Bildhauerin Julia Hiemer. Inmitten des Ortes liegt ein gut 18 Hektar großes Areal, durchzogen von Wanderwegen, Spielplätzen für Kinder und einem kleinen Weiher. 

In den zwanziger Jahren wurde das Gebiet noch landwirtschaftlich genutzt, aufgespalten in annähernd 100 Parzellen, wo die Schwangauer Bauern ihr Vieh weiden ließen. Bis dann, vor etwas über 80 Jahren der Kurpark als Gemeinschaftsprojekt startete und dies bis heute blieb, wie Bürgermeister Stefan Rinke in seiner Rede zum Jubiläum, erinnerte. 

Nachdem Schwangau Mitte der zwanziger Jahre zum Luftkurort werden sollte, war es beinahe konsequent, dass man versuchte, ebenfalls einen Kurpark einzurichten. Deshalb gingen die Bemühungen auch vom Kur- und Verkehrsverein Schwangau aus. Man habe bewusst versucht, mit „diesem Gesundheits-Prädikat auf einen Qualitätstourismus zu setzen und ein Gegengewicht zum wachsenden Schlössertourismus zu schaffen“, so Rinke vor zahlreichen versammelten Gästen. „Ein Kurort braucht einen Kurpark. Das war damals Anfang des 20. Jahrhunderts allen klar. 

Mit dem Ehberg hatte man einen geeigneten Standort dafür gefunden.“ Die Diskussionen hätten sich vom Grundsatz her in den vergangenen Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, meinte Rinke. Noch immer gehe es um den Qualitätstourismus als Gegengewicht zum Massentourismus, wie man ihn in Hohenschwangau täglich erlebt und mit dessen Auswüchsen auch die Hauptgemeinde konfrontiert ist. 

Doch gerade beim Kurpark, jener Oase der Stille und Entspannung inmitten der turbulenten Welt, haben sich über die Jahrzehnte viele Schwangauer Bürger eingebracht und für seinen Fortbestand engagiert. „Und sie haben bei seiner Pflege selbst mit Hand angelegt“, so Rinke. 

Natura 2000 Flächen

Dabei vergaß der Rathauschef nicht, an all jene zu erinnern, die mit Pflegemaßnahmen den Park erhalten haben, den Mitarbeitern des Bauhofes ebenso wie den Mitgliedern des Bund Naturschutz sowie den Landwirten, die noch immer die Wiesen mähen oder dafür sorgen, dass die Rückzugsgebiete für seltenen Tier- wie Pflanzenarten erhalten bleiben. Denn der Kurpark ist eine der seltenen Natura 2000 Flächen, die innerhalb einer Kommune liegen und entsprechend genutzt werden können. 

Dabei geht gerade die Gestaltung auf einen Landschaftsarchitekten zurück, der für den Kurpark Maß genommen hatte beim ebenfalls nach dem Vorbild des englischen Landschaftsgartens gestalteten Schwanseeparks und des Englischen Gartens in München. So habe der Gemeinderat 1936 schließlich beschlossen, den Gartenarchitekt Professor Alwin Seifert mit der Planung für einen Landschaftspark zu beauftragen. 

Seifert, der auch an der Gründung des Bund Naturschutz in Deutschland beteiligt war, gilt bis heute als Pionier der ökologischen Landschaftsarchitektur und Vater des Naturschutzes in Bayern. So habe er recht zügig einen Pflanzplan für den Ehberg vorgelegt, so Rinke in seiner Rede. Seifert hätte damals bereits einheimische Bäume und Sträucher bevorzugt. Denn als Fachmann habe er erkannt, „dass diese bei den lokalen Klima- und Bodenverhältnissen bessere Wachstumschancen hatten“. 

So wurden über 700 Gewächse nach den Vorgaben von Alwin Seifert, in Eigenregie und mit vielen freiwilligen Helfern, eingepflanzt. Charakter bewahrt Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde der Kurpark feierlich an die Einheimischen und Gäste übergeben. „Und hat bis heute seine ursprüngliche Natürlichkeit bewahrt. Das wird daran sichtbar, dass sich hier über die Jahrzehnte wertvolle Naturschutzflächen entwickelt haben“, so Rinke. 

Klar sei aber auch, dass es sich beim Kurpark um eine Kulturlandschaft handele, die von Menschenhand geschaffen wurde. „Erst durch die menschliche Bewirtschaftung ist sie so wertvoll geworden, dass sie heute teilweise unter Schutz steht“. Und man sei bemüht, dass die Pflege und Bewirtschaftung dieser Parklandschaft auch in Zukunft weitergehen werden. „Bitte seien Sie versichert, dass wir bei den Bäumen, die wir heute pflanzen oder fällen, bereits an die nachfolgenden Generationen denken und unser einziges Ziel der Erhalt des Parks ist“, betonte Rinke, dessen Rede die Musikkapelle musikalisch umrahmte.

Geschenk für den Jubilar

Natürlich brauche es auch ein passendes Geschenk für den Jubilar, so Rinke. Und das sei auch im Kur- und Verkehrsverein klar gewesen. Entsprechend habe sich der Vorstand Gedanken gemacht und Ideen diskutiert. Schließlich sei die Entscheidung auf eine Holzfigur der Bildhauerin Julia Hiemer gefallen. Man habe damit auf die Intention von Alwin Seifert Bezug nehmen wollen und eine rund 120 Jahre alte Lerche, die zu Füßen der Schlösser wuchs, von einer lokalen Bildhauerin bearbeiten lassen. 

Man habe eine gute Wahl getroffen, so Rinke. Und leiste nun einen eigenen Beitrag. Denn die Holzfigur wurde aus einem Stück geschnitten und mit Naturfarben und Zedernöl behandelt. „Dabei wird der Verwitterungsprozess bewusst in Kauf genommen“. Denn Natur bedeutet Vergänglichkeit, so Rinke. „Ich persönlich sehe darin eine Menschenfigur, die mit der Erde stark verwurzelt ist. Sie streckt die Hände ehrfürchtig und dankend dem Himmel entgegen. Vielleicht soll uns diese Figur daran erinnern und ermahnen, dass wir alle gegenüber der Schöpfung mehr Ehrfurcht und Dankbarkeit zeigen sollten! Wie das geht, sehen wir hier“. 

Mit der Enthüllung der Figur begann schließlich auch das Fest, das rund um den Fischerweiher stattfand. Dort waren auch Stände heimischer Anbieter von Naturprodukten, dem Walderlebniszentrum und des lokalen Bienenhauses aufgestellt.

gau

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