17 Millionen Euro Kosten: "Klares Bekenntnis zum Klinikstandort"

Klinik Füssen eröffnet nach dreijähriger Bauzeit ihren neuen Bettentrakt

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Die Vorstandsvorsitzende des Kommunalunternehmens (KU) Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Ute Sperling (v.l.), Landrätin Maria Rita Zinnecker und Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (beide CSU) vom Verwaltungsrat des KU sowie Vorstand Andreas Fischer schauen sich die Intensivabteilung im neuen Trakt der Klinik Füssen an.

Füssen – Auf den Tag genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung hat die Klinik Füssen am Donnerstag ihren neuen Bettentrakt eingeweiht. 90 Patienten können hier künftig auf drei Etagen versorgt werden.

Damit geht ein langgehegter Wunsch der Füssener in Erfüllung. Denn die Patientenzimmer waren in die Jahre gekommen und „nicht mehr akzeptabel gewesen“, blickte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) bei der Einweihungsfeier zurück. „Das ist ein weiterer Meilenstein in der medizinischen Versorgung im Ostallgäu“, erklärte Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), Verwaltungsratsvorsitzende des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. 

Der neue Bettentrakt bietet Platz für jeweils 41 Betten in den Abteilungen Chirurgie sowie Innere Medizin. Außerdem gibt es eine neue Intensivstation. Damit können insgesamt 90 Patienten in dem Neubau versorgt werden. Investiert hat das Kommunalunternehmen dafür rund 17 Millionen Euro, wobei 8,2 Millionen Euro der Freistaat Bayern dazu steuerte. 

Der neue Bettentrakt an der Klinik Füssen.

Diese Summe sei „gut investiert für die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten“, sagte die Landrätin. In den vergangenen 20 Jahren hätten sich nicht nur die Anforderungen in der Patientenversorgung verändert, sondern die Klinik musste sich um immer mehr Patienten kümmern, erklärte Zinnecker. So stiegen die Fallzahlen im Vergleich zur ersten Planungsphase um über zwölf Prozent, so dass der Neubau auch wirtschaftlich gerechtfertigt sei. 2015 sprach sich der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens schließlich einstimmig für den neuen Bettentrakt in Füssen aus – ein „klares Bekenntnis zum Klinikstandort Füssen“, so Zinnecker.

Im April 2017 folgte der Abriss des alten Trakts. Einen Monat später begannen die Arbeiten am Neubau. Da der Rohbau bis Weihnachten stand, konnten die Arbeiter im Frühjahr 2019 mit dem Innenausbau beginnen. Nach dreijähriger Bauzeit folgt jetzt noch der Feinschliff, wie Vorstand Andreas Fischer erklärte. Ende September soll der Neubau dann bezogen werden. Hier stehen den Patienten dann größere Zimmer und Bäder zur Verfügung. Außerdem gibt es in jeden Zimmer moderne Fernseher. 

Das Bettenhaus in Modulbauweise, in dem die Patienten zwischenzeitlich versorgt wurden, bleibt allerdings stehen und soll auch weiterhin genutzt werden. „Wir stehen zu diesem Krankenhaus. Die Patientenversorgung ist sehr, sehr gut. Die wollen wir auch weiterentwickeln“, sagte die Landrätin. So könnte sich Zinnecker vorstellen, die Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus Reutte auszubauen, das bereits ein gemeinsames Herzzentrum mit der Klinik Füssen hat. Das sei allerdings „nicht gerade einfach“. 

Einen konkreten Vorschlag hatte dagegen Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Wir brauchen hier ein Parkhaus“, sagte er. Fehlende Stellplätze seien aktuell das große Manko. Er hätte sich kurz vor der Einweihungsfeier fast als Hebamme ausgegeben, weil nur noch der entsprechende Parkplatz frei gewesen sei, witzelte er. 

Auch im Anschluss hatte Iacob die Lacher auf seiner Seite. Der neue Bettentrakt sei „eines der letzten Werke gewesen, die wir ohne Widerstand auf den Weg gebracht haben“, witzelte Iacob. Er habe fast damit gerechnet, dass es noch einen Bürgerentscheid wegen der Lage am Lech geben werden. Aber: „Es geht auch ohne Widerstand. Dazu gratuliere ich Ihnen. Herzlichen Glückwunsch!“ 

Rundgang durch Trakt

Der Rathauschef fügte hinzu: „Wir haben hier eine hervorragende medizinische Versorgung.“ Nur die Unterbringung der Patienten sei nicht mehr akzeptabel gewesen. Deshalb hätten viele lieber ein anderes Krankenhaus aufgesucht. Doch diese Zeiten seien nun vorbei. „Jetzt bleiben sie hier.“ Wie die neuen Zimmer ausschauen, davon konnten sich die Gäste, darunter Mitglieder des Verwaltungsrats, Vertreter der Polizei und der Bergwacht sowie der kooperierenden Kliniken aus Hopfen und Pfronten sowie Architekten und Bauplaner, bei einem Rundgang ein Bild machen.

kk

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