Mitarbeiter der Klinik Füssen protestieren gegen Krankenhausreform

"Kliniken sind keine Fabriken"

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Nach einer kurzen Ansprache von Klinikvorstand Dr. Philipp Ostwald (vorne, brauner Anzug) und Wolfgang Kurschus (rote Jacke rechts) steigen in Füssen 250 Luftballons in den Himmel. 

Füssen – Zu einem Protest gegen die Krankenhausreform der Bundesregierung hat am Mittwoch die Deutsche Krankenhausgesellschaft aufgerufen. Auch die Kliniken Kaubeuren-Ostallgäu beteiligten sich. In Kaufbeuren, Buchloe und Füssen ließen Mitarbeiter insgesamt 750 Luftballons mit Forderungen steigen.

Ca. 250 Luftballons hoben in Füssen ab. Mit diesen fordern die Klinikmitarbeiter unter anderem eine Weiterführung des Versorgungszuschlags, eine volle Personalkostendeckung für Tariflöhne, leistungsgerechte Entgelte und mehr Zeit für Patienten. 

Wer wie die Bundesregierung mehr Patienten-, Qualitäts- und Mitarbeiterorientierung fordere, könne dies nicht mit Verknappung von Ressourcen, Qualitätsabschlägen und Kontrolle beantworten. Das sei absurd, erklärte Klinikenvorstand Dr. Philipp Ostwald. „Die Rechnung kann gar nicht aufgehen“, so Ostwald. Stattdessen forderte er: „Mehr Geld für mehr Personal und mehr Qualität.“ Gerade im Ostallgäu habe man die Konsequenzen aus einer fehlgeleiteten Krankenhausbundespolitik erfahren müssen. Dies dürfe kein weiteres Mal passieren. „Der wirtschaftliche Druck auf die Krankenhäuser darf nicht weiter wachsen. Wir alle haben es verdient, dass unsere täglichen Anstrengungen adäquat anerkannt und finanziert werden“, so Ostwald. 

Auch Personalratsvorsitzender Wolfgang Kurschus sagte: „Die hinreichend bekannten Mängel in der Personalausstattung deutscher Kliniken werden mit der Reform nicht behoben.“ Produktivitätserhöhung in Kliniken bedeute: Mehr durchgeschleuste Patienten, noch kürzere Verweildauer mit weniger Personal. Das sei nicht mehr leistbar. „Kliniken sind keine industriellen Fabriken“, erklärte Kurschus. kb

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