Klinik Füssen: Sanierung kommt 2015

Im Herzzentrum am Füssener Krankenhaus diskutierten (von links) Landrat Johann Fleschhut, Klinikleiter Martin Wiedemann und die Verwaltungsräte Dr. Anni Derday, Dr. Hans Ketterl und Ursula Lax über die Rettungskette in der Region. Foto: cf

Füssen – In Füssen wird durch den Abbau des Defizits im Klinikverbund von 13 auf 8 Millionen Euro einmal mehr die Generalsanierung versprochen. Der Kliniken-Vorstand, Dr. Philipp Ostwald, informierte vor kurzem mit Landrat Johann Fleschhut darüber, wie man das stemmen will.

2015 werde laut Ostwald damit begonnen, die baulichen Rückstände der Klinik Füssen Schritt für Schritt auszugleichen. Dass alle Beschäftigten zu loben sind, darüber herrschte am Runden Tisch mit dem Vorstand, dem Landrat und den Füssener Verwaltungsräten Einigkeit. Das Gespräch mit den Verantwortlichen des kommunalen Unternehmens fand im Anschluss an einen geführten Rundgang durchs Haus statt. 

Um es positiv auszudrücken: Das Füssener Krankenhaus hat den Charme der 1970er-Jahre. Der den Patienten kaum Komfort bietende bauliche Zustand des Hauses, so die Verantwortlichen, soll sich in absehbarer Zeit ändern. Noch aber lassen die Zimmer für Patienten und vor allem die sanitären Anlagen viele Wünsche offen. Daher blieb beim von Klinkleiter Martin Wiedemann geführten kurzen Rundgang mit Landrat Johann Fleschhut die Frage nicht aus: Wann sind die derzeit aufs Eis gelegten Millionen für die beschlossenen Umbaumaßnahmen verfügbar? Es geht dabei um rund 16 Millionen Euro. 

Die Antwort gab es ungefähr eine halbe Stunde später von Dr. Philipp Ostwald. Die Klinik-Komplettsanierung werde im nächsten Jahr begonnen, so der Vorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren am „Runden Tisch“ anschließend an die Führung. Wie Ostwald versicherte, sei „der Beginn der Bauarbeiten fürs wichtige Bettenhaus der Klinik Füssen für 2015 fest geplant“. Im Beisein von Füssener Chefärzten wie Dr. Martin Hinterseer (Innere) und Dr. Kai Scriba (Chirurgie) erklärte der Kliniken-Vorstand auch noch: „Es werden danach weitere Sanierungsschritte folgen.“ 

Schon in Angriff genommen und mit 1,6 Millionen Euro als Kosten veranschlagt ist die Neugestaltung des OP-Bereichs. Zwei OP-Säle sind dienstbereit geblieben, einer wird parallel dazu auf den neuesten Stand gebracht, wie beim Rundgang durchs Haus von Klinikleiter Wiedemann gesagt wurde. Durch eine straffe Organisation lasse sich überbrücken, „dass unser dritter OP-Saal für die chirurgischen Eingriffe für einige Zeit nicht zur Verfügung steht“, sagte er den Klinikbesuchern. Darunter waren die Verwaltungsratsmitglieder Dr. Anni Derday, Dr. Hans Ketterl und Ursula Lax. Zur Delegation gehörte außerdem die aus Füssen stammende Klinik-Justitiarin Bernadette Wolf. 

Der Rundgang bot den Besuchern krasse Gegensätze. Im unteren Gebäudebereich, wo die Physikalische Therapie zu Hause ist, stammen einige Mauern noch aus der Zeit um 1865. Wiedemann stellte das neue Herzzentrum vor. Hier sind innerhalb des Jahres 2013 1200 Behandlungen von spezialisierten Fachkräften vorgenommen worden. Die Delegation lernte dann auch den neu gestalteten hellen Untersuchungsraum mit moderner Medizintechnik im Wert von 200 000 Euro kennen. Angesichts dieser Investitionen erklärte der Landrat: „Die Klinik Füssen ist auf einem guten Weg“. Fürs Herzzentrum war der akute Bedarf mit 700 Behandlungen geschätzt worden, wie sich Kardiologe Dr. Andreas König erinnerte. „Es sind schnell so viel mehr geworden, weil die Rettungskette mit dem Nachbar Außerfern sofort gut funktioniert hatte“, berichtete Kardiologie-Kollege Hinterseer. 

Mit Fachärzten und Pflegefachkräften in allen Abteilungen der Klinik sei Füssen sehr gut aufgestellt. „Wir kommen jetzt auch endlich dazu, 10 000 Überstunden abzubauen“, so Ostwald. Er signalisierte „die möglich gewordene Entlastung des hoch motivierten Personals“ in den hier eingerichteten Klinik-Abteilungen. 

Dass die Geburtshilfe, die nicht wirtschaftlich zu betreiben sei, in Füssen bleibe, wurde wie folgt begründet: Die Entfernungen zu den anderen Krankenhäusern mit einer gynäkologischen Abteilung sei zu groß. Medizinische Unterstützung sollte den werdenden Müttern laut Ostwald auch weiterhin in der Nähe ihres Wohnorts geboten werden. Der Vorstand sicherte auch „unserer gut belegten geriatrischen Abteilung“ eine Zukunft in Füssen zu. „Als öffentlicher Träger müssen wir im Blick haben, dass die Bevölkerung im südlichen Landkreis auf medizinischem Gebiet umfassend gut versorgt wird. In Füssen haben wir unsere wichtige Klink für die Notfallversorgung“, unterstrich der Landrat die durch das neue Herzzentrum „noch weiter gewachsene Bedeutung“ des Krankenhauses in der Grenzregion Allgäu-Außerfern. cf

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