»Da geht es um Milliarden!«

Knapp 30 Demonstranten protestieren in Steingaden gegen Corona-Beschränkungen

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Mit einer »Ignorance Meditation« demonstrieren knapp 30 Menschen in Steingaden gegen die Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie.

Steingaden – Mit einer „Ignorance-Meditation“ haben sich jetzt knapp 30 Demonstranten in Steingaden im Zuge der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie fürs Grundgesetz und die Menschenrechte eingesetzt.

Es ist still um das Steingadener Kriegerdenkmal. Auf der Wiese davor unter einer alten Linde sitzen knapp dreißig Menschen und meditieren. Nur Vogelgezwitscher und das Läuten der Kirchenglocken unterbrechen die Stille. Es ist fast idyllisch, ja schon pittoresk, wenn da nicht das Polizeiauto wäre. Denn bei der Versammlung handelt es sich um eine „Ignorance-Meditation“. Diese setzt sich bereits zum zweiten Mal infolge der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie fürs Grundgesetz und die Menschenrechte ein.

Vom Zahntechniker über die Bankangestellte bis zum ehemaligen Bürgermeister ist alles dabei. Allen voran Janine Klingner. Sie ist Leiterin des Seniorenheims „Charlotte von Kusserow” und initiiert diese Art von Meditation. „Die Menschen freuen sich so sehr über die ersten Lockerungen und die damit verbundenen Besuche ihrer Liebsten – natürlich mit den nötigen Sicherheitsregeln”, erzählt Klingner über ihre Schützlinge im Altenheim. Doch als Hauptgrund der „Ignorance-Meditation“ nennt die engagierte Demonstrantin das Verletzen des Grundgesetzes und der Menschenrechte durch die politischen Anordnungen im Zuge der Corona-Pandemie sowie die immer wieder durch die Medien kursierende Impfpflicht. 

„Mir geht es in erster Linie um meine Existenz“, meint dagegen Cornelia Fischer. Sie hat eine eigene kleine Gaststätte und darf diese aufgrund der aktuellen Sicherheitsbestimmungen nicht öffnen. Deshalb hält sie sich mit einem Nebenjob einigermaßen über Wasser. „Vom vielgepriesenen Zuschuss, den man eh nur mit Ach und Krach bekommt, zieht man mir gleich wieder fast die Hälfte wegen meines Nebenjobs ab“, entrüstet sich Fischer. 

Weltweite Impforgien?

Einen ganz anderen Grund bei der Meditation mitzumachen, hat dagegen ein anderes Mitglied der friedlichen Demonstration: „Für den Kampf gegen das Virus versucht man uns in Funk und Fernsehen einzureden, dass wir ohne eine Impfung alle sterben!” Das Ziel sei demnach, die Welt von dem Corona-Virus zu befreien. „Und das ist dann natürlich ein Freibrief für das Geschäft mit den Tests, für Arzneimittelstudien und für die Pharmaindustrie zu weltweiten Impforgien. Da geht es um Milliarden! Ganz abgesehen von den Nebenwirkungen dieser Impfseren!“ 

Der Mitstreiter der friedlichen Demonstranten geht sogar soweit, dass er die Zahlen vom Robert-Koch-Institut (RKI) zum Wachstum des Virus als „Laborpandemie“ bezeichnet. „Hätten wir den Test nicht, hätten wir von dieser ,Pandemie' gar nichts bemerkt”, ist er überzeugt. „Die Menschen hätten spätestens dann hellhörig werden müssen, als die Ausgangsbeschränkungen verhängt worden sind.” Schließlich habe das Virus eine Inkubationszeit von zehn und 14 Tagen. „Aber gleich nach dem Verhängen der Ausgangsbeschränkung sind die Zahlen gesunken, diese Zahlen hätten aber zu diesem Zeitpunkt steigen müssen!“ Deshalb ist sich der friedliche Demonstrant sicher, dass die Ausgangsbeschränkungen und der damit verbundene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte absolut willkürlich seien. 

„Und der Höhepunkt der sogenannten Pandemie ist der Maskenzwang“, entrüstet sich eine ältere Dame. Für die nächste gemeinsame Meditation wollen sich alle wieder am Kriegerdenkmal treffen. Wie jeden Samstag, um 11 Uhr in Steingaden. 

Am Ende der „Ignorance-Meditation“ spielt ein junger Mann auf seiner Gitarre die Deutschlandhymne. Und alle singen mit: „Einigkeit und Recht und Freiheit...”

sz

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