4500 Besucher kommen zum Konzert von Rea Garvey in Füssen

Gute Stimmung, mitreißende Musik und ein Appell

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Rea Garvey begeistert 4500 Fans am Festspielhaus in Füssen.
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Rea Garvey begeistert 4500 Fans am Festspielhaus in Füssen.

Füssen – Gute Stimmung, tolle Atmosphäre, ein sympathischer Musikstar und allgemein bekannte Songs: Am Freitagabend war beim Konzert von Rea Garvey bei den „Königswinkel Open Airs“ im Barockgarten am Festspielhaus alles geboten, was ein gutes Konzert ausmacht. 

Daneben hatte der Musiker wie schon vor drei Jahren eine Botschaft im Gepäck dabei. Ein Manko gab es jedoch: Das Konzert hätte länger gehen können.

Kaum betrat Rea Garvey die Bühne und stimmte seine ersten Lieder an, hatte er schon die rund 4500 Besucher auf seiner Seite. Leger in Cargohosen, Sneakers, schwarzem T-Shirt und seinem charakteristischem Haarknoten und Vollbart ging der Künstler ganz in seiner Musik auf und tanzte über die Bühne. Doch nicht nur mit seiner Musik punktete der gebürtige Ire. Auch mit seiner Ortskenntnis kam er gut beim Publikum an. Wissen andere Musiker auf Tournee gerade mal den Namen des Ortes, an dem sie spielen, plauderte Garvey über Schloss Neuschwanstein, das „Ding da auf der anderen Seite“ des Sees, das man sich mal anschauen könne, oder über Eishockey. In den siebziger Jahren habe das Füssener Eishockeyteam „alles abgeräumt, was es gibt“, sagte Garvey. Heute habe er einen ehemaligen Eishockeyspieler aus der Lechstadt kennen gelernt, der damals zum Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Innsbruck beigetragen hat. „Das sind Geschichten, die beeindrucken mich“, meinte Garvey mit seinem irischen Akzent. 

„Ich fühle mich schon oft als Held. Und ich mache nur Musik“, sagte der Künstler bevor es mit „Kiss Me“ und „Hometown“ seines aktuellen Albums „Neon“ weiterging. Was er selbst auf der Gitarre und auch stimmlich drauf hat, bewies Garvey bei der Akkustiksession von „Let´s Be Lovers Tonight“. Daneben gab es eine Reise durch seine 19-jährige Musikkarriere. Neben „Through the Eyes of a Child“ und „Tonight“, Hits seiner ehemaligen Band „Reamonn“, die sich 2010 auflöste, spielte er auch „Can´t Stand The Silence“, „Love Someone“, „Wild Love“ und „Colour Me In“ seines ersten Soloalbums „Can´t Stand The Silence“ aus dem Jahr 2011. Politischer ging es in „Armour“ und „Run For The Border“ seines Albums „Prisma“ aus dem Jahr 2015 zu, das ganz im Zeichen des Protestes steht. Darin blickt Garvey nicht nur kritisch auf seine Umwelt, sondern will auch aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Und das tat er auch in Füssen. 

Klimaschutz im Blick 

Mit „Never Giving Up“ (Album „Neon“) appellierte er immer wieder aufzustehen und weiterzumachen, auch wenn die Zeiten schwer sind. Denn das Leben und die Welt seien trotz allem schön. Und damit Letztere auch weiterhin lebenswert bleibt, machte er zwei Füssener Vertretern der Jugendbewegung „Fridays for Future“ auf der Bühne Platz, bei der sich auch Garveys fast 14-jährige Tochter engagiert. Denn „dieses Klima ist unser Klima. Diese Welt ist unsere Welt“, sagte Garvey. So appellierten die zwei Jugendlichen sich für den Schutz der Umwelt einzusetzen. Denn die derzeitigen Wetterextreme seien nur „Funken eines großen Feuers, das uns noch bevorsteht.“ Um die Politik zu bewegen, etwas gegen „die größte Krise der Menschheitsgeschichte“ zu unternehmen, riefen sie alle auf, gemeinsam am Freitag, 20. September, auf die Straße zu gehen und für den Klimaschutz zu demonstrieren, wofür sie starken Applaus vom Publikum erhielten. 

Dieser ernste Appell tat der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch. Im weiteren Verlauf des Konzerts lobte Garvey auch die Singkünste des Publikums. „Ihr singt so schön. Ohne Scheiß, das war bewegend. In Füssen wird Singen offensichtlich beigebracht. Was macht ihr mit den Mücken“, scherzte Garvey. Da er schon ein paar verschluckt habe, sprach er vom „Highway der Mücken“ und „natürlichem Botox“, bei dem er die Lacher auf seiner Seite hatte. Und als große Luftballons, die zwei kleine Kinder von der Bühne ins Publikum geworfen hatten, wenige Minuten später im Forggensee landeten, meinte Garvey: „Die Polizei ist auf dem See und sammelt die Ballons ein. Das tut uns echt Leid, das war nicht so durchdacht.“ Diese Bodenständigkeit und seine witzigen Bemerkungen machten den Künstler sympathisch. Da war es schade, dass nach rund 90 Minuten die Show schon vorbei war. Denn bei allem politischen Engagement und humorvollem Geplauder kam die reine Spielzeit etwas zu kurz.

Katharina Knoll

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