Kommentar: Jetzt muss Eichstetter liefern

Ein verdienter Erfolg für Maximilian Eichstetter

+
Halten am Sonntagabend vorbildlich den Sicherheitssabstand ein: Wahlgewinner Maximilian Eichstetter und Christine Fröhlich.

Souverän hat Maximilian Eichstetter von der CSU die Stichwahl um das Amt des Füssener Bürgermeisters gegen Christine Fröhlich von den Freien Wählern gewonnen. Zu Recht, wie unser Redaktionsleiter Matthias Matz findet.

Im zweiten Anlauf haben sich die Füssener am Sonntag für ihren neuen Bürgermeister entschieden. Mit Maximilian Eichstetter von der CSU haben sie sicherlich die beste Wahl getroffen. Der 34-Jährige Weißenseer steht von allen drei Kandidaten am ehesten für den von vielen Bürgern herbei gesehnten Neuanfang in der Stadtpolitik. Rund 1000 Stimmen Vorsprung auf Christine Fröhlich von den Freien Wählern zeigen das deutlich. 

Gründe für den Erfolg des CSU-Kandidaten gibt es einige. Zum einen sind bei ihm und seinem Ortsverband eine klare Strategie zu erkennen. Diese wurde in jahrelanger Vorbereitung ausgearbeitet. Ob Busparkplätze, Verkehr oder Wohnen – die Christsozialen haben sich mit den Problem der Stadt intensiv auseinander gesetzt und an Lösungen gearbeitet. Das alles wirkte professionell und durchdacht ochestriert. Die Bürger haben gespürt: hier hat jemand klare Visionen und Ziele. 

Ein weiterer Faktor war sicherlich das hohe persönliche Engagement des Kandidaten, vor allem seit Ausbruch der Corona-Krise. Schnell und kompetent konnte er Hilfestellungen organisieren, auch dank der guten Vernetzung der CSU in die Münchner Ministerien.

Klar ist aber auch: Jetzt muss Eichstetter liefern und den hohen Erwartungen auch gerecht werden. 

Christine Fröhlich hatte es im Wahlkampf ungleich schwerer. Ihr fehlten die Verbindungen und die Infrakstruktur der CSU. Gleichzeitig war von der Vorsitzenden der Freien Wähler im Wahlkampf wenig Konkretes zu hören. Stattdessen wirkte die Kandidatin oft wie eine Getriebene. Häufig erinnerte der Wahlkampf an die Fabel vom Hase und Igel. Wann immer Fröhlich mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit ging – Eichstetter war ihr schon zu vor gekommen. So entstand der Eindruck, sie reagiere bloß auf die Gegenseite statt selbst zu agieren. 

Erschwerend hinzu für Fröhlich kommt, dass sie für die Mehrheit der Wähler nicht für einen glaubhaften Neuanfang im Stadtrat steht. Die meisten Entscheidungen der vergangenen Jahre haben die Freien Wähler mitgetragen. 

Der eigentliche große Verlierer dieser Wahl ist aber zweifelsohne die SPD. Der beispiellose Absturz der Füssener Genossen sollte vor allem dem Vorstand zu denken geben. Ganz offensichtlich hält die überwiegende Mehrheit der Wähler nichts von dem strammen Linkskurs und einseitiger Themensetzung der aktuellen Führungsmannschaft. Doch die scheint nach wie vor davon überzeugt zu sein, sowohl personell als auch inhaltlich das richtige Angebot gemacht zu haben. Stattdessen wird die Schuld bei Bürgermeister Paul Iacob gesucht. 

Dass Stimmgaranten wie Wolfgang Bader, Lothar Schaffrath oder aber auch Dagmar Rothemund und Brigitte Riedlbauer nicht mehr für die SPD antraten, lag jedoch nicht an Iacob. Wollen die Genossen in Füssen nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken, müssen sie ihren aktuellen Kurs dringen hinterfragen.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Architekt Peter Netzer präsentiert Entwurf zur Generalsanierung der Füssener Schulen
Architekt Peter Netzer präsentiert Entwurf zur Generalsanierung der Füssener Schulen
Grundschule Lechbruck braucht Aufsichtskräfte
Grundschule Lechbruck braucht Aufsichtskräfte
Maximilian Eichstetter seit 100 Tagen Bürgermeister von Füssen – Eine erste Bilanz
Maximilian Eichstetter seit 100 Tagen Bürgermeister von Füssen – Eine erste Bilanz
Erneut zahllose Wildcamper im Füssener Land unterwegs
Erneut zahllose Wildcamper im Füssener Land unterwegs

Kommentare