Kompromiss gefunden?

Viele interessierte Bürger waren ins Schützenhaus nach Roßmoos gekommen, wo Hans Ulrich-Raithel (vore, 2.v.l.) alternative Standorte für einen Handymasten vorstellte. Foto: lex

Bei einer von der Stadt Füssen organisierten Infoveranstaltung im Schützenhaus von Roßmoos schlug das Thema Mobilfunk jüngst wieder einmal hohe Wellen. Sie fand auch großes Interesse bei zahlreichen Bürgern. So besetzen die Besucher den Saal fast bis auf den letzten Platz, um sich nicht nur von Füssens Bürgermeister Paul Iacob über den jüngsten Stand der Dinge in der Angelegenheit informieren zu lassen, welcher der am besten geeignete Standort für einen Handymast sein könnte, den ein großer Mobilfunknetzbetreiber im Gebiet von Weißensee aufstellen will.

Nachdem sich die versammelten und teilweise besorgten Bürger dabei einer Empfehlung von Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München anschlossen, dem Mobilfunkanbieter (Provider) einen Standort südlich des Weißensees anzubieten, freute sich Iacob schließlich über „dieses Votum“, das die Stadt Füssen dem Provider nun als sinnvollste Lösung für dessen Aktivitäten vorschlagen wolle. Der Einigung, dem Mobilfunkanbieter den sogenannten Standort B11 an der Südseite des Weißensees in Richtung Alatsee für den Handybetrieb schmackhaft zu machen, ging allerdings eine teilweise recht heftige Diskussion voraus, die auch die unterschiedlichen Einstellungen gegenüber den Vor- und Nachteilen des Mobilfunks deutlich machte. Im deren Rahmen verwies der Füssener Rathauschef zwar darauf, dass „Handys heute nicht mehr wegzudenken“ seien und „jeder möglichst überall erreichbar“ sein wolle, während sich viele Bürger dabei aber gleichzeitig Sorgen um ihre Gesundheit machten, die von der Mobilfunkstrahlung negativ beeinträchtigt werden könne. Gefahren für ihre Gesundheit sehen auch mehrere Familien im Weißenseer Ortsteil Oberried, in dem sich eine andere Familie vertraglich bereit erklärt habe, dem Mobilfunkbetreiber zu gestatten, auf ihrem Grundstück einen Handymast zu errichten, wie Walter Braun vom Verein zum Schutz von Natur und Wohnruhe in und um Oberried am Weißensee (NaWo) mitteilte. Dass diese Initiative ihrem Protest gegen diese Pläne jedoch nicht nur durch die Gründung von NaWo, sondern auch durch das Aufstellen von Plakaten Luft gemacht habe, auf denen jene Familie, auf deren Grundstück der Mast hinkommen solle, laut Iacob „diffamiert“ werde, prangerte der Bürgermeister allerdings energisch an. Daher forderte er die Plakataufsteller vehement auf, dafür zu sorgen, dass „morgen all diese Transparente weg sind.“ Diverse „diskussionswürdige Varianten, die wir für die Stadt an die Telekom übermittelt haben“, um deren Vorhaben der Ermöglichung einer ausreichenden Netzversorgung zu gewährleisten, führte anschließend Ulrich-Raithel an. Insgesamt habe das Umweltinstitut „13 Varianten untersucht“, zwischen denen allerdings teilweise „große Unterschiede in der Strahlung“ auftreten würden. Nach Auskunft von Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer sei man schließlich zu der Erkenntnis gekommen, „dass der Standort B11 für die Stadt am wünschenswertesten“ sei. Versöhnliche Töne Daher würde Ulrich-Raithel vom von der Stadt eigens zur Suche nach geeigneten Alternativen für die Installation einer Mobilfunkanlage eingeschalteten Umweltinstitut „empfehlen, der Telekom den gewollten Standort schriftlich vorzuschlagen.“ Nachdem die Versammlung sich schließlich darauf geeinigt hatte, diesem Ratschlag zu folgen, sagte dann auch Walter Braun: „Ich danke der Stadt für dieses Konzept.“

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