"Spektakuläres Gesamtkunstwerk"

Konstantinos Kalogeropoulos erklärt die Idee hinter "Ludwig meets Michael Jackson"

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Sascha Pazdera ist der erste Michael-Jackson-Imitator in Deutschland gewesen. Am 20. Juni wird er zusammen mit Matthias Stockinger auf der Bühne des Festspielhauses stehen. Ebenfalls mit dabei: Die in Füssen bereits bekannte Tänzerin Julie Martin (rechts).

Füssen – Am 20. Juni gastiert Konstantinos Kalogeropoulos, musikalischer Leiter des Ludwig-Musicals, mit der Show „Ludwig meets Michael Jackson“ im Festspielhaus. Darin bringt er den Märchenkönig und den King of Pop musikalisch zusammen. Im Interview verrät Kalogeropoulos, wie er auf diese Idee kam.

„Ludwig meets Michael Jackson“ klingt ja erst einmal exotisch. Was darf sich der Zuschauer darunter vorstellen? 

Kalogeropoulos: „Es wird eine sehr große Show werden mit über 20 Akteuren. Eine große Band mit zwei Gitarren, Keyboard, Bass und Drums, DJ für die special effects, drei Sängerinnen, sechs Tänzerinnen, eine Luftakrobatin, der geladene Gast Konstantin Wecker als einer der Komponisten wird selber am Flügel für manche Songs sitzen. Dazu kommen die Protagonisten, Matthias Stockinger als Ludwig und Sascha Pazdera als Michael Jackson sowie mir als Gesamtverantwortlichen am Klavier. Es wird eine musikalische Hommage an beide Könige werden, es werden musikalische Symbiosen geschaffen, es werden Crossover-Momente in der Show geben und vor allem wird die Show emotional und mitreißend werden. Es werden die schönsten Jackson-Songs und Ludwig-Songs in einem spektakulären Gesamtkunstwerk für Augen und Ohren dargeboten.“ 

Wie sind Sie denn auf diese außergewöhnliche Idee gekommen?

Kalogeropoulos: „Ich war immer ein Grenzgänger der zwischen Kulturen lebt. Als Kind griechischer Gastarbeiter war ich mit beiden Kulturen vertraut und immer offen für neue Sachen, Eindrücke oder Lebensabschnitte. Auch in der Musik habe ich viele Eindrücke der klassischen, populären und auch griechischen Musik in mir drin, deswegen bin ich auch selber als Zuhörer und Interpret von vielen Stilen sehr angetan und begeisterungsfähig. Und als ich 2016 bei Ludwig angefangen habe zu arbeiten, habe ich direkt auf der Rückfahrt von der letzten Show Sascha Pazdera getroffen, um über die anstehende ‚Michael Jackson Tribute Show Tour 2017‘ zu reden – und ihm über die Ludwig-Shows berichtet. Sascha war der erste Michael-Jackson-Imitator in Deutschland und Protagonist von ‚Michael Jackson Tribute Live Experience‘ und war sehr interessiert an der Materie Ludwig und ‚Ludwig Musical‘ und hat mir gesagt, dass Michael mit dem Gedanken gespielt hat, Neuschwanstein zu kaufen – was ihm aber verweigert wurde. Mit Matthias Stockinger besteht schon seit Jahren eine enge Freundschaft und seine Art und Weise Kunst zu zelebrieren, berührt mich sehr. Ebenfalls die von Sascha Pazdera, mit dem ich auch bereits sehr viele Auftritte gemacht habe. Und in den letzten Jahren sind die Themen Ludwig und Michael Jackson im meinem Berufsleben sehr präsent gewesen, manche vom Team der Michael-Jackson-Tour mit Sascha stehen nun auch in Füssen auf der Bühne. “ 

Wo sehen Sie die Verbindungen zwischen dem Märchenkönig und dem King of Pop? 

Kalogeropoulos: „Es sind beides faszinierende Menschen und Persönlichkeiten. Sowohl Michael Jackson als auch Ludwig sind in Kindesjahren mit schweren familiären Verhältnissen aufgewachsen, wurden sehr früh mit einer großen Verantwortung beauftragt und beiden wurde die Kindheit und das Kindsein entzogen. Beide haben sich mit Neuschwanstein und Neverland Rückzugsorte geschaffen, in der sie in ihrer ‚eigenen‘ Welt gelebt haben bzw. leben wollten. Eine Welt voller Liebe, Träume, Visionen und Ruhe. Obwohl beide Persönlichkeiten sehr früh im Mittelpunkt oder im Rampenlicht standen, waren sie eigentlich sehr einsam – vielleicht, weil sie anders waren, als die Welt sie wahrgenommen hat oder die Menschen mit denen sie Politik oder Geschäfte gemacht haben. Beide spielten quasi in der Öffentlichkeit eine Rolle. Ihr wahres Ich war nur wenigen Menschen zugänglich. Michael Jackson sagte einmal: ‚Manchmal bin ich so einsam, dass ich nachts in der Nachbarschaft herumspaziere und hoffe, jemanden zum reden zu finden. Dann gehe ich wieder nach Hause.‘“ 

Mit Matthias Stockinger als Ludwig und Sascha Pazdera als Michael Jackson ist es Ihnen gelungen, die beiden Hauptdarsteller aus „Ludwig2“ und der „Michael Jackson Tribute Live Experience“ für Ihre Show zu gewinnen. Hat Sie das viel Überzeugungskraft gekostet oder waren die beiden sofort begeistert von der Idee? 

Kalogeropoulos: „Beide waren sofort von der Idee begeistert. Sascha ist der erste Michael-Jackson-Imitator in Deutschland gewesen und stand auch mit Michael Jackson bereits auf der Bühne. Er ist ein absoluter Fachmann auf dem Gebiet und hat ein sehr gutes Gespür, die von Jackson propagierte Message Save the L.O.V.E. auszudrücken. Sascha war im Sommerengagement auf Zypern, ich spazierte im nicht vorhandenen Forggensee und wir telefonierten. Ich hatte mit Sascha bereits im Rahmen der ‚Michael-Jackson-Tribute Live Experience Tour‘ in großen Hallen wie in Berlin, Hamburger oder Frankfurt gespielt und es war mir klar, dass wir irgendwann auch in Füssen, quasi meiner zweiten musikalischen Heimat, mit dem Thema Michael Jackson landen werden. Zeitgleich rief Matthias an und ich habe ihm von der Idee einer ‚Michael Jackson Show‘ erzählt und er war begeistert. Da fragte ich ihn spontan, ob wir die Show ‚Ludwig meets Michael Jackson‘ nennen sollen und er war sofort dabei! Matthias ist selber ein großer Liebhaber der Musik des ‚King of Pop‘. Dann rief Sascha zeitgleich an und ich musste dann den guten Matthias wegdrücken und erzählte Sascha von der Idee. Und er war sofort begeistert! Dann kam eins zum anderen: ich erzählte Lisa und Manfred Rietzler von der Idee, Benjamin Sahler, Birgit Karle und Thomas Zellhuber, also der gesamten Führungsriege. Und dann gab es den Termin und das Go – und die Vorfreude bei allen Beteiligten!“ 

Wer wird neben diesen beiden Protagonisten noch auf der Bühne mit dabei sein? 

Kalogeropoulos: „Es werden noch insgesamt weitere fünf Musiker neben mir auf der Bühne sein. Ich sitze am Klavier, ein Kollege aus München am Keyboard, meine Stamm-Band aus Stuttgart, der Leadgitarrist, mit dem ich in der Michael Jackson-Show auf der Bühne stehe, und für die special effects ein DJ, ebenfalls aus München. Dann sechs Tänzerinnen, unter anderem Julie Martin, die dem Füssener Publikum aus ‚Der Ring‘ und ‚Die Päpstin‘ bekannt ist, die bekannte Luftakrobatin Vera Maria Horn, drei Background- Sängerinnen, zwei Damen aus Köln und die in Füssen bekannte Kristin Backes.“ 

Wie ist es Ihnen gelungen, Konstantin Wecker mit ins Boot zu holen? 

Kalogeropoulos: „Ich kenne Konstantin Wecker schon ein paar Jahre. Wir haben gemeinsam in der Gesellschaft ‚Kultur des Friedens‘ miteinander musiziert, und ich habe ihn auf der Ludwig-Premiere 2016 in Füssen wieder gesehen. Ich wollte dem Konzert noch etwas Spezielles geben, ein besonderes Highlight, und da er einer der Komponisten von ‚Ludwig2‘ ist, habe ich meinen Mut zusammengenommen und ihn per Mail gefragt, ob er als geladener Gast kommen mag und unter anderem seinen Song ‚Geliebte Berge‘ am Flügel spielen will, wenn Matthias Stockinger singt. Er war sofort dabei und begeistert von der Idee und sehr nett. Das war schon ein tolles Gefühl, einen solchen Künstler und Mensch für die Show gewinnen zu können!“ 

Anfang März haben Sie die Show in Esslingen aufgeführt. Wie war die Resonanz des Publikums? 

Kalogeropoulos: „Anfang März gab es in Esslingen meine Show ‚Piano Impact Absolute! Live!‘ an der Württembergischen Landesbühne – und diese war innerhalb von drei Monaten ausverkauft mit 461 Plätzen. Das Publikum hat es wirklich sehr gefeiert und die Kritiken waren sehr positiv. Matthias Stockinger hat im Ludwig-Kostüm mit ‚She is out of my life‘ einen Michael Jackson-Song gesungen. Ebenfalls wurden die Lieder ‚Black or White‘ und ‚Heal the World‘ quasi als Duett aufgeführt und bei ‚Black or White‘ hat der ganze Saal am Ende mitgetanzt! Die Begeisterung aller auf der Bühne ist sofort auf das Publikum übergesprungen!“ 

Was wünschen Sie sich für die Aufführung im Festspielhaus? 

Kalogeropoulos: „Ich wünsche mir, dass sofort eine ‚Connection‘ zwischen den Protagonisten auf der Bühne und dem Festspielhaus-Publikum entsteht, dass die Freude, die Liebe, das Herzblut und die Energie, die wir in die Show stecken und mit der wir dann auftreten, auf das Publikum überspringt. Dass die Menschen von diesem Projekt berührt werden, dass über die Musik eine Verbindung zweier eigentlich völlig unterschiedlicher Musikstile entsteht und Grenzen öffnet. Dass der Saal, wie bei meinem ersten Konzert in Esslingen, eine Einheit ist und die Leute ein Lächeln haben, wenn sie die Show verlassen und gern dabei gewesen sind. ‚Ich stecke alles von mir in meine Arbeit, denn ich will, dass sie lebt.‘ Das sagte der ‚King of Pop‘ in einem Interview, und das ist der Satz, an dem ich als organisatorischer und künstlerischer Kopf des ganzen Teams mich wiedersehe: Ich gebe alles dafür, dass die Kunst, die wir auf die Bühne bringen lebendig ist und berührt.“

Matthias Matz

Karten für die Aufführung „Ludwig meets Michael Jackson“ am 20. Juni im Füssener Festspielhaus gibt es beim Kreisbote Füssen in der Augustenstraße 1.

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