An der Konstanz arbeiten

Die Kanadier ein bisschen ärgern, das will das Curling-Team um Andy Kapp, das bei der Olympiade in Vancouver Deutschland vertritt. Vorher stand jedoch noch die Europameisterschaft in Aberdeen im Dezember an. Bei dem wichtigen internationalen Test vor den Olympischen Spielen verpassten die fünf Füssener jedoch die Playoffs und beendeten die Vorrunde auf Platz sechs. Der KREISBOTE hat bei Skip Andy Kapp nachgefragt, wie das Team das Turnier verdaut hat und wie die Olympia-Vorbereitungen laufen.

In Aberdeen haben Sie die Playoffs verpasst. Ein arger Dämpfer kurz vor den Olympischen Spielen? Kapp: „Ja und nein. Einerseits haben wir unser selbst gestecktes Ziel verpasst und waren mit den Leistungen nicht zufrieden, aber andererseits ist unser Saisonhöhepunkt definitiv im Februar. Und mit 5:4 Siegen in der Vorrunde war die EM nicht ganz so schlecht. Wir hatten vielleicht auch mehr Probleme mit den schwierigen Eisverhältnissen als zum Beispiel die Schweden. Und oft entscheidet ein einziger Zentimeter über Sieg oder Niederlage.“ Wo sehen Sie derzeit die Schwachpunkte in Ihrem Spiel? Kapp: „Uns fehlt derzeit noch die Konstanz über eine Turnierwoche hinweg. Aber daran arbeiten wir und das Training läuft auf Hochtouren.“ Gegen die Schweden, Norweger, Schweizer und Schotten gab es teilweise hohe Niederlagen. Wie werden Sie sich auf die starke europäische Konkurrenz, die Sie neben Kanada bei der Olympiade in Vancouver erwartet, einstellen? Kapp: „Ob die Niederlage hoch oder niedrig ausfällt ist beim Curling nicht so wichtig, weil keine Steindifferenz zählt. Deshalb geht man in bestimmten Situationen volles Risiko, um das Spiel noch rumzureißen. Wir werden in Vancouver nichts groß ändern, sondern versuchen in jedem einzelnen Spiel unser Bestes zu geben. Wir treten als Voll-Amateure mit Beruf und Familie größtenteils gegen Halb-Profis an, die einen wesentlich höheren Zeitaufwand in den Curlingsport investieren können. Trotzdem hoffen wir dem ein oder anderen Medaillenkandidaten ein Bein stellen zu können.“ Herberg für Kapp Mit welchem Stamm-Vierer werden Sie in Vancouver antreten beziehungsweise wer bleibt als Fünfter Mann auf der Ersatzbank? Kapp: „Wir treten mit Andreas Kempf als Lead, Holger Höhne als Second, Andy Lang als Third und Andy Kapp als Skip, alle vom CC Füssen, an. Mein Bruder Uli war als fünfter Mann vorgesehen, aber die EM in Aberdeen hat gezeigt, dass er den Anschluss an die Mannschaft nach seiner Knieoperation im Jahr 2008 leider nicht geschafft hat. Deshalb ist, wie schon an der WM 2009 in Moncton/Kanada, Daniel Herberg vom EC Oberstdorf als fünfter Mann in Vancouver mit dabei. In vier Wochen geht’s los und wir sind alle hoch motiviert.“

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