Kontroverse Diskussion

Heftig und kontrovers diskutierten die Schwangauer Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung über das Thema einer Photovoltaik auf dem Bauhof. Es fehle die Nachhaltigkeit war zu hören ebenso wie, dass man bereits gute Chancen verpasst habe. Schließlich stimmten die Mitglieder mehrheitlich dafür.

„Vier Prozent Rendite sind zu gering“, argumentierte Ruppert Gebler gegen das Projekt Photovoltaikanlage auf dem Schwangauer Bauhof, das die Kämmerin Christian Gsch-wend vorgestellt hatte. Dabei ging es vor allem um die Finanzierung, für das die Gemeinde eine Kredit in Höhe von rund 210000 Euro aufnehmen muss. Man habe aktuell immer noch mehr Einnahmen als Kosten, so die Finanzexpertin, wenn man nun eine Photovoltaikanlage auf dem gemeindlichen Bauhof errichte. Dafür allerdings sollte der Gemeinderat einen Nachtragshaushalt genehmigen. Das sei kein gutes Geschäft, so Gebler weiter, der Gewinn zu gering im Vergleich zu Neuverschuldung. Außerdem, kritisierte Gebler, bürde man doch damit anderen nur Kosten auf. So wird der Solarstrom zur Zeit für 32 Cent verkauft, normaler Strom koste nur 16 Cent, was die Kosten für die Verbraucher nach oben treibe. Dieser Ansicht schlossen sich auch weitere Gemeinderäte an, während Roman Seider das Projekt verteidigte. Man habe schon durch die bisherige Diskussion gute Chancen vertan. Natürlich sei es gut, die Schulden gering zu halten, aber die Preise würden so oder so steigen. Und man stünde ja auch nicht allein mit dem „Problem“. Auch Ratsmitglied Max Häring gab sich skeptisch, hinterfragte die Nachhaltigkeit des Unterfangens. Wäre es nicht besser, endlich die Fernwärmeversorgung im Ort anzugehen. Damit bliebe die Energie im Ort und die Bürger würden profitieren. „Mit Sonnenstrom wird Energie produziert, wenn man sie nicht braucht“, so Häring. Martin Mielich verwies dabei auf die Tatsache, dass man es hier mit wirklich rentierlichen Schulden zu tun habe. Auch Johann Stöger stieß in dieses Horn und vertrat die Auffassung: „Es wäre schade, wenn man diese Chance abermals verpasse.“ Die Problematik des abrutschenden Schnees habe man ja schließlich auch auf dem Supermarkt lösen können, wurde diese Befürchtung der Räte zerstreut, weshalb der Nachtragshaushalt und damit das Projekt mit neun zu fünf Stimmen abgenickt wurde. Auch genehmigt wurde ein bereits bestehender Pferde- und Kälberstall mit Maschinenhalle in der Forggensee-straße. Der Landwirt hatte in der Annahmen der Privilegierung die Gebäude bereits errichtet. Bei einer Begehung durch das Landratsamt stellte sich heraus, dass auch Landwirte einen Bauantrag stellen müssen, ihr Bauvorhaben aber in privilegierter Weise behandelt und zumeist auch genehmigt wird.

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