Kritik an Pfrontener Wintersportstätten

Freuten sich über die rege Beteiligung an der BHG-Versammlung: (v.l.: ) Stefan Fleischmann, Dieter Rehfeld (beide BHG), Bürgermeisterin Michaela Waldmann, Peter Scholz (2. Vorsitzender BHG), Frank Schöllner (1. Vorsitzender BHG), Stefan Kast (BHG), Jan Schubert (Tourismusdirektor Pfronten) und Peter Bahel (BHG). Foto: nis

Pfronten – Die Pfrontener Wintersportstätten sind nicht mehr konkurrenzfähig. Zu diesem Urteil kam vor kurzem Frank Schöllner, der Ortsvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststätten-Verbandes (BHG). Bei der BHG-Herbstversammlung diskutierten Rathauschefin Michaela Waldmann und Bürger darüber.

Bürgermeisterin Michaela Waldmann berichtete, dass die vom Gemeinderat beschlossenen Anträge zur Modernisierung der Pfrontener Ski-Sport-Stätten bei den zuständigen Behörden eingereicht seien. Auf wenig Verständnis stieß der Bericht der Bürgermeisterin, dass Bodenprüfungen bei den geplanten Änderungen die Bearbeitung der Anträge verzögert habe. Einer der Anträge beinhaltet die Aufrüstung des Pumpwerkes zur verbesserten Beschneiung der oberen Pisten im Ski-Zentrum. Die Aussicht auch hier für die anstehende Saison noch nicht weiter kommen zu können, löste Unmut in der Versammlung aus. Da müsse doch mal nachgefragt, Druck gemacht werden. 

Gegen den Vorwurf, sich nicht rechtzeitig vor der Saison um die Sportstätten gekümmert zu haben, wehrte sich die Bürgermeisterin. Im Moment würden die Anfahrten und Parkplätze der Wintersportpunkte saniert. Autos sollen nicht wieder wie im vergangenen Jahr stecken bleiben oder auf Eis und Schnee ineinander rutschen. Deutlich machte Michaela Waldmann, dass Wintersport in Pfronten nicht nur „alpin“ sei. Wintersport sei mehr: Eislaufsport, Rodeln, Langlauf, Schneeschuh-Wanderungen und auch Tourengehen – wofür Pfronten ein Geheimtipp sei. Mit benachbarten Bürgermeistern sei sie in den letzten Tagen die Loipen-Strecken durchgegangen. Hier werde man gemeinsam Verbesserungen vornehmen, weil den Gast und Sportler „die Gemeindegrenzen nicht interessieren, der will einfach nur laufen“. Die Anregung der Versammlung, die Straßenüberquerungen der Loipen noch in diesem Winter zu verbessern, nehme sie mit. 

Mitglieder der Versammlung forderten Bürgermeisterin und Gemeinderatsmitglieder auf, dringend die Modernisierung des „Standardlifts“ anzugehen. Dies sei notwendig, denn Pfronten bräuchte endlich wieder ein Event, wie ein Weltcuprennen, das auf die Gemeinde am Breitenberg aufmerksam mache. Nicht nur eine bessere Beschneiung sei daher dringend nötig, einen modernen Sessellift erfordere es. Da müsse die Gemeinde eben 7 Millionen in die Hand nehmen. Ungefähr so viel koste ein moderner Sessellift. 

Sebastian Nöß, Gemeinderatsmitglied (Pfrontener Liste) widersprach: „Die Millionen müssten dann an anderer Stelle eingespart werden!“ Jahrelang wären Hotel-, Ferienhäuser- und Gastronomie-Besitzer aufgefordert worden, ihre Häuser zu modernisieren. Nun sei die Gemeinde dran, die Modernisierung des Pfrontener Wintersports anzugehen, war eine weitere Forderung aus der Versammlung. Auch die Busverbindungen von und zu den Skisport-Orten müssten nachgebessert und für Gäste verständlich ausgeschrieben werden. 

Einig war sich die Versammlung immerhin in der Einschätzung, dass der Familientourismus gut laufe. Kinder könnten in Pfronten nach wie vor sehr gut Skifahren lernen, während die Eltern ihrem Ski-Sport nachgehen könnten. Erstaunt über das geringe Interesse an möglichen Umweltfolgen der Sportstätten-Modernisierung zeigte sich Bürgermeisterin Waldmann im Nachgang an die Versammlung: „Pfronten wirbt mit seinen Berg- und Heuwiesen um Tourismus. Wenn der Boden für eine Weltcup-Strecke so verändert und bewegt werden muss, dass die Strecke den heutigen FIS-Bestimmungen genügt, bringt das unwiderrufliche Veränderungen in unsere Natur und Bergwiesen!“jl

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