"Ein guter Deal"

Sanierung der Füssener Grund- und Mittelschule wird spürbar teurer

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Die Sanierung der Füssener Grund- und Mittelschule soll planmäßig im Sommer 2021 beginnen. Allerdings wird das Vorhaben deutlich teurer als zunächst geschätzt.

Füssen – Sanierung und Umbau der Grund- und Mittelschule sind eines das größten Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Füssen überhaupt – und werden voraussichtlich fast zehn Millionen Euro teurer werden als zunächst geschätzt.

Statt rund 34 Millionen Euro gehen die verantwortlichen Architekten mittlerweile von Baukosten in Höhe von 43,5 Millionen Euro aus. Trotz der deutlichen Mehrkosten billigte der Stadtrat den Vorentwurf für das Projekt jetzt aber einstimmig und ohne weitere Diskussionen. Das lag womöglich daran, dass bei einer genaueren Betrachtung der von der Stadt zu leistende Eigenanteil weitaus weniger stark ansteigt als die Gesamtkosten.

Wie der verantwortliche Architekt Philip Leube vom Kemptener Architekturbüro „f64” dem Gremium in seiner jüngsten Sitzung erläuterte, habe die Regierung von Schwaben zugesichert, aufgrund der vorgesehenen Verzahnung der Gebäude die tatsächlichen Kosten zu fördern und nicht bloß einen pauschalen Anteil. Daher erhöht sich der Eigenanteil der Stadt gemessen an der Gesamtkostensteigerung um recht moderate 4,3 Millionen Euro von ursprünglich auf Basis der Machbarkeitsstudie geschätzten 20 Millionen auf nunmehr 24,3 Millionen Euro. An Fördergeldern sind demnach rund 19,2 Millionen Euro zu erwarten.

Durch einen KfW-Tilgungszuschuss und Einsparungen bei den Energiekosten werde sich der Eigenanteil der Stadt laut Leube sogar noch weiter auf rund 21,6 Millionen Euro verringern. In dem Kostenpaket noch nicht enthalten sind die Ausgaben für eine ebenfalls geplante Photovoltaikanlage, die auf den Flachdächern der Schulen installiert werden sollen. Derzeit gehe er von Investitionen in Höhe von etwa 360.000 Euro aus, so der Architekt. Diese würden sich allerdings nach 12 Jahren amortisieren. 

Ein weiterer Umstand, der die Kostensteigerung für die Kommunalpolitiker etwas verschmerzbarer machen dürfte: Im Zuge der Arbeiten am Vorentwurf ist die künftige Nutzfläche um 15 Prozent größer geworden. Die Ausgaben erhöhen sich aber nur um zehn Prozent, rechnete Leube vor. Sein Fazit: „Ein guter Deal für die Mehrkosten!“ 

Beginn 2021

Neben der Kostenschätzung legte das Planer-Team aus Kempten auch den weiteren Zeitplan für das Großprojekt vor. Demnach soll nach Abschluss der Detailplanungen in einem ersten Schritt 2021 die bestehende Turnhalle abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Im selben Bauabschnitt sollen die neue Mensa und Aula in Angriff genommen werden. Für diesen ersten Bauabschnitt seien etwa zwei Jahre einkalkuliert.

Im zweiten Bauabschnitt sollen ab Mitte 2022 die Bestandsgebäude der Mittelschule saniert und die geplanten Neubauten errichtet werden. 2024 bis 2025 stehe ebenfalls die Sanierung der Mittelschule an. Parallel dazu soll im Sommer 2024 mit der Sanierung und dem teilweise Neubau der Grundschule begonnen werden. Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnen die Planer bis Mitte/Ende 2028. Um den laufenden Schulbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, sollen die einzelnen Bauabschnitte jeweils von Sommerferien zu Sommerferien vorgenommen werden. „So könne Räume umgelagert und genutzt werden“, erklärte Leube. 

Keine Bühne

Während Kostenschätzung und Zeitplan bei Ratsmitgliedern ohne Diskussionsbedarf auf Zustimmung stieß, sorgten Aussagen zum Zustand des Dachs und der Dachstühle für Irritationen. Auslöser war eine Nachfrage von Stadtrat Martin Metzger (BfF), der wegen möglicher Schadensersatzansprüche wegen einer anscheinend fehlerhaften Sanierung der Schulgebäude vor einigen Jahren nachhakte. Leube erklärte nun, dass die statischen Probleme doch nicht so gravierend seien, wie zunächst angenommen (der Kreisbote berichtete). Auswirkungen auf die Gesamtkosten habe die Reparatur deshalb keine. „Der Aufwand ist so gering, das macht sich bei den Kosten nicht bemerkbar“, sagte der Architekt. Das wunderte Magnus Peresson (UBL). „Es ist uns vorgetragen worden, dass die Dachstühle nicht in Ordnung sind“, sagte er. 

Gerlinde Wollnitza von den Füssener Freien Wählern wollte hingegen wissen, ob eine Veranstaltungsbühne für Vereine noch in der Turnhalle installiert werden könne. Leube erklärte, dass das einen aufwändigen Eingriff in das Raumprogramm und in die Planungen zur Folge hätte. Derzeit sei die Halle als reine Sporthalle geplant, weswegen auch keine Nebenräume vorgesehen seien.

mm

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