Bis Mai soll Konzept für das Mitterseebad vorliegen

Arbeitsgruppe für den Mittersee

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Diese historische Aufnahme zeigt das Mitterseebad in den 1920er Jahren. Das nostalgische Naturbad gilt bei Einheimischen und Touristen als Idylle. In einem halben Jahr soll entschieden werden, wie es mit der Badeanstalt weitergeht.

Füssen – Das Mitterseebad grundlegend sanieren oder in einen Kneippkurpark umbauen? Bis Ende Mai soll eine Arbeitsgruppe eine „beschlussreife“ Antwort auf diese Frage finden. Das entschied der Stadtrat am Dienstagabend einstimmig.

„Bis spätestens Juni wollen wir wissen, wie es weitergeht“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Kosten wurden am Dienstag zunächst keine öffentlich genannt.

Wer das Mitterseebad besucht, muss den Eindruck bekommen, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Vor allem beim Betrachten der hölzernen Umkleidekabinen mit ihren nostalgischen „Knaben“- und „Mädchen“-Schildchen fühlt man sich unmittelbar in die 20er des letzten Jahrhunderts zurückversetzt. Seinerzeit hatte der damalige Füssener Bürgermeister Dr. Adolf Moser das 1910 von der Stadt übernommene Gipsbruch-Areal in das heutige Naturbad umbauen lassen – „zur Mehrung des Ruhmes der Stadt Füssen und der Wohlfahrt der Bevölkerung“, wie Moser notierte.

Idylle für Einheimische und Touristen

 Heute wird das Mitterseebad von Einheimischen und Touristen neben der Idylle vor allem wegen seines nostalgischen Charmes geliebt. So waren etwa 50 interessierte Zuhörer zu der Sitzung erschienen. Doch gerade diese historische, aber baufällige Substanz ist es auch, die womöglich das Aus für das Bad bedeutet. „Es ist ein Sanierungsstau aufgelaufen“, betonte die von der Stadt beauftragte Landschaftsarchitektin Gudrun Dietz-Hofmann aus Irsee am Dienstagabend. Vor allem Wege, Platten und die Ufereinfassungen der Badeanstalt seien völlig marode, berichtete sie.

Politik muss entscheiden

Deshalb stehen Politik und Verwaltung nun vor der Frage, wie es mit dem Mitterseebad weiter gehen soll (der Kreisbote berichtete): Das Bad weiter verfallen lassen, sanieren oder in den von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) vorgeschlagene Kneippkurpark umgestalten? „Wir müssen wissen, in welche Richtung wollen wir gehen“, betonte Bürgermeister Iacob. „Wir können es so lassen, wir können aber auch etwas verändern.“

Ziel: Bestandsaufnahme

Um auf diese Fragen eine Antwort zu erhalten, stimmte der Stadtrat einstimmig für die Einrichtung einer Arbeitsgruppe. Diese soll, so der Auftrag der Räte, bis Ende Mai „beschlussreife Pläne“ ausarbeiten.

 Mitglieder der Arbeitsgruppe sollen Vertreter der Stadtrats-Fraktionen, der IG Bad Faulenbach, von FTM, der Stadtverwaltung und unter Umständen auch drei Badbesucher sein. Die Leitung der Gruppe obliegt Bürgermeister Iacob.

Aufgabe der Arbeitsgruppe ist zunächst, eine Bestandsaufnahme und Wertung der unterschiedlichen Aspekte des Mitterseebades in seinem jetzigen Zustand zu machen.

Dazu gehören Dietz-Hofmann zufolge die Bausubstanz (Kabinenanlage, Toilettenanlagen, Café, Ufermauern, Treppen, Ausstattungen), Funktion und Qualität der bestehenden Einrichtungen, historische Aspekte, ökologische Aspekte, die heutige Nutzung, Wünsche der Bürger, das Naturerlebnis und der Tourismus.

Keine Angaben zu Kosten 

Darauf aufbauend soll ein Entwicklungskonzept ausgearbeitet werden. Dieses beinhaltet eine Zielplanung mit Aufzeigen von machbaren Alternativen auf der Ebene eines Rahmenplanes, Konkretisierung von Fakten und Kosten, Erarbeitung einer Diskussionsgrundlage, die Abstimmung mit Stadtrat, Behörden, Fördergebern sowie den Bürgern. Die endgültige Entscheidung liegt schließlich beim Stadtrat, sagte Dietz-Hofmann.

 Erste Schätzungen, was welche Maßnahme am Mitterseebad kosten würde, liegen den Fraktionen seit Dienstagabend vor. Für die Öffentlichkeit seien diese Zahlen derzeit aber noch nicht bestimmt, betonte Iacob. „Die Zahlen sind ganz grob über den Daumen gepeilt!“ Genauere Zahlen sollen aber bis Februar vorliegen. Stadtrat Dr. Martin Metzger (BFF) dankte Dietz-Hofmann für ihre Arbeit: „Das Wichtigste haben Sie eigentlich schon gemacht“, sagte er. Nun sei es an den Ratsmitgliedern und der Arbeitsgruppe, die Liste abzuarbeiten. CSU-Fraktionsvorsitzender Heinz Hipp mahnte ein Konzept für Bad Faulenbach an. „Die Bäder sind ein Teil von Bad Faulenbach. Und wir müssen sehen, wohin wir damit wollen“, so Hipp.

Matthias Matz

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