Kommunalpolitiker und Verkehrsbetriebe sind sich einig

Gäste fahren kostenlos Bus und Bahn

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Die Bürgermeister und Tourismusvertreter des südlichen Ostallgäus sowie Vertreter der DB Regio, RBA, RVA und RVO bei der Vertragsunterzeichnung. Stilgerecht hatte man sie mit einem Bus dahin geschafft. Foto: gau

Ostallgäu – Ab Dezember können die Gäste im südlichen Ostallgäu umsonst den öffentlichen Nahverkehr benutzen. Bei einer kurzen Busfahrt unterzeichneten Landrat Johann Fleschhut, die Bürgermeister der beteiligen Kommunen sowie Vertreter der Busunternehmen sowie der deutschen Bahn  die Übereinkunft.

Man habe wieder einen Quantensprung geschafft, so Johann Fleschhut und sei eine Tourismusregion, die in Bayern und Deutschland die Nase vorn habe. Stilgerecht hatte der Ostallgäuer Landrat zu einer Bustour eingeladen, an deren Ende die Vertragsunterzeichnung stand. Mit an Bord waren die Bürgermeister und Tourismusvertreter der zwölf Ostallgäuer Kommunen, sowie den Verkehrsunternehmen Deutsche Bahn DB Regio, Regionalbus Augsburg sowie der RVA und der RVO. 

Damit können die Urlaubsgäste im südlichen Ostallgäu ab Dezember alle Buslinien um Füssen zwischen Nesselwang, Lechbruck und Halblech sowie zur Wieskirche und die beiden  Bahnlinien ab Pfronten bis Kempten und von Füssen nach Kaufbeuren kostenlos nutzen, wenn sie ihre elektronische Gästekarte vorzeigen. Insgesamt seien das 500 Streckenkilometer und 174 Haltestellen, die damit erschlossen würden im so genannten „Schlosspark“, der Region zu Füßen Schloss Neuschwansteins. Diesen Begriff prägte Fleschhut bei der Pressekonferenz, die der Vertragsunterzeichnung voranging. Um diesen Dienst anbieten zu können, hatten alle Kommunen ihre Kurtaxe erhöht, zuletzt Lechbruck von 80 Cent auf 1,60 Euro. Davon erhalten die Betreiber der Nahverkehrsmittel zunächst 35 Cent. 

Vorreiter bei der kostenlosen Nutzung der Verkehrsmittel sind der Schwarzwald, wo die Gäste seit vielen Jahren von Nord nach Süd einige Dutzend Verkehrsverbünde nutzen können. Seit über 20 Jahren schon gibt es das Angebot im Kleinwalstertal, auch im Bayerischen Wald gibt es entsprechende Gästekarten, auch einzelne Kommunen im Oberallgäu bieten dies ihren Gästen an, zuletzt hatte Pfronten den Ortsbus entsprechend eingerichtet.

Fleschhut brachte dabei seine Hoffnung zum Ausdruck, dass man die Gäste mit diesem Angebot dazu bewegen könne, ihr Auto stehen zu lassen und den ÖPNV zu nutzen. Die Verkehrssituation, insbesondere auch die Parkplatzsituation werde so entspannt, so Fleschhut: „Es wird eine bessere Luft geben und weniger Lärm“. Die Gäste würden die Region anders erleben und die Qualität des Tourismus steigen. Der ÖPNV sei ein Schwerpunkt auf dem Masterplan, mit dem man auch im Ostallgäu den Klimaschutz verwirklichen will. 

Bei der Finanzierung hätten sich viele bewegt, lobte der Landrat die Beteiligten. Unter anderem kamen auch 49.000 Euro aus der Leader-Förderung der Europäischen Union. Angelegt ist der kostenlose ÖPNV auf drei Jahre, in der man Erfahrungen sammeln möchte. Diese sollen anschließend, ab 2015, in eine „dauerhafte“ Lösung mit einfließen, heißt es in der zugehörigen Presseerklärung. gau

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