Angelika Schorer von der CSU gewinnt Stimmkreis Marktoberdorf

Schorer bleibt drin, Wengert wohl draußen

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Trotz schmerzhafter Verluste kann die CSU mit Angelika Schorer den Wahlkreis 711 mit klarem Vorsprung verteidigen.

Füssen – Angelika Schorer von der CSU hat den Stimmkreis 711 Marktoberdorf trotz herber Verluste klar zum vierten Mal in Folge gewonnen. Für die die Ostallgäuer SPD wurde der Wahlsonntag dagegen zum Debakel: Ihr Kandidat Dr. Paul Wengert holte nur noch 8,14 Prozent und fliegt damit wohl aus dem Bayerischen Landtag. Im Übrigen ist das Abstimmungsverhalten und die Wahlbeteiligung der Ostallgäuer ein Spiegelbild der gesamten Bayernwahl.

Trotz deutlicher Verluste bleibt Angelika Schorer eine Bank für die CSU. 43,04 Prozent der stimmberechtigten Ostallgäuer (30.413 Erststimmen) machten am Sonntag ihr Kreuzchen bei der Jengener Christsozialen. Damit liegt Schorer deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt der CSU und behält ihr Mandat, obwohl sie im Vergleich zur Landtagswahl 2013 fast zehn Prozentpunkte verlor.

Der langjährige Füssener SPD-Abgeordnete Dr. Paul Wengert hingegen wird künftig voraussichtlich nicht mehr im Münchner Landtag vertreten sein: Nur noch 8,14 Prozent der Wähler (5755) stimmten für ihn. Das sind über sechs Prozentpunkte weniger als noch vor fünf Jahren. Der Füssener liegt damit außerdem deutlich unter dem durchschnittlichen Abschneiden der bayerischen Sozialdemokraten von um die 9,6 Prozent.

Großer Gewinner des Wahlabends im Kreis Ostallgäu sind wie im ganzen Freistaat die Grünen: Ihr Kandidat Christian Vavra landete mit 15,05 Prozent (10.634) zwar etwas unter dem bayernweiten Ergebnis seiner Partei, aber noch vor der Kandidatin der Freien Wähler, Susen Knabner (12,81 Prozent/9054). Vor fünf Jahren hatten die Ostallgäuer Grünen mit ihrer damaligen Kandidatin Theresa Schopper lediglich 7,61 Prozent der Wähler von sich überzeugen können. 

Die Freien Wähler im Landkreis schnitten bereits seinerzeit mit 10,09 Prozent zweistellig ab und liegen heuer über dem Landesergebnis der Wählervereinigung. 

Neben den Grünen gibt es vor allem bei der Ostallgäuer AfD Grund zum Jubeln: Ihr Kandidat Wolfgang Rotter holte auf Anhieb aus dem Stand heraus 9,28 Prozent (6560) und landet damit noch vor der SPD. 

Unter der Fünf-Prozent-Hürde blieben Marcus Prost von der FDP (3,73 Prozent/2633), Jürgen Eißner (BP, 3,17 Prozent/2240), Christoph Gänsheimer (Linke, 2,42 Prozent/1712), ÖDP-Kandidat Roland Wagner (1,68 Prozent/1187)) und Leonie Wohlfahrt von der V-Partei³ (0,67 Prozent/472). 

Bei den Zweitstimmen biete sich grundsätzlich ein ähnliches Bild, allerdings schneiden hier die Freien Wähler und die Grünen deutlich besser ab als bei den Erststimmen. Dabei liegen die Freien Wähler mit 17,5 Prozent noch vor den Grünen mit 16,06 Prozent. Die CSU holt dagegen mit 39,27 Prozent weniger Zweit- als Erststimmen. Gleiches gilt für die AfD mit 8,95 Prozent. 

Für die heimischen Sozialdemokraten macht das Ergebnis der Zweitstimmen-Auszählung den Wahlsonntag dagegen endgültig zu einem schwarzen Tag: Nur 6,03 Prozent der abgegebenen Zweitstimmen entfallen noch auf sie. Die FDP holt 3,63 Prozent und die Bayernpartei 3,26. 

Die Wahlbeteiligung lag im Stimmkreis 711 Marktoberdorf mit seinen 40 Gemeinden bei hohen 74,17 Prozent und damit über dem bayerischen Durchschnitt von etwa 72,5 Prozent. Das heißt, 71.135 der stimmberechtigten 95.912 Ostallgäuer haben am sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Vor fünf Jahren waren nur 64,81 Prozent der Wahlberechtigten auch tatsächlich zur Urne gegangen. Von den abgegebenen Erststimmen waren insgesamt 70.660 gültig, 475 ungültig. Bei den Zweitstimmen waren 845 der abgegeben ungültig, 70.285 gültig.

mm

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