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Zehn Jahre Herzzentrum Füssen-Außerfern: Eine Pionierleistung

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Von: Chris Friedrich

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Zehn Jahre Herzzentrum Füssen-Außerfern
Drei Pioniere auf dem Podium (von links): Dr. Martin Hinterseer (v.l.), Dr. Dietmar Baron und Dr. Eugen Ladner sorgten für den Aufbau des Herzzentrums Füssen-Außerfern © Chris Frierdrich

Füssen/Reutte -  Einen Meilenstein in der regionalen Versorgung hat vor zehn Jahren eine grenzüberschreitende Kooperation gelegt: das Herzzentrum Füssen-Außerfern.

Dieses runde Jubiläum feierten die Pioniere des Projekts zusammen mit geladenen Gästen im Kaisersaal im ehemaligen Benediktinerkloster St. Mang.

Wer vor über zehn Jahren im Außerfern einen Herzinfarkt erlitten hatte, musste für die weitere Behandlung ins über 100 Kilometer entfernte Innsbruck transportiert werden – ein langer Weg, auf dem wertvolle Zeit verloren ging. Schließlich zählt beim Herzinfarkt jede Minute. Auch für Patienten mit Herzinfarkt im südlichen Ostallgäu gab es vor Ort keine entsprechende Versorgung. Sie mussten rund 40 Kilometer weit in die Krankenhäuser nach Kempten oder Kaufbeuren gebracht werden.

Das änderte sich 2012: Nach drei Jahren zähen Verhandlungen mit den beiden Ländern und den unterschiedlichen Kostenträgern wurde das Herzzentrums Füssen-Außerfern gegründet. Dank der grenzüberschreitenden Kooperation können Herzpatienten aus dem Außerfern und dem südlichen Ostallgäu nun in der Klinik Füssen entsprechend versorgt werden. Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier im Kaisersaal standen drei Pioniere.

Das Projekt vorangetrieben haben Dr. Martin Hinterseer, der ärztliche Direktor des Füssener Krankenhauses, der inzwischen pensionierte Verwaltungsdirektor des Bezirkskrankenhauses (BKH) Reutte, Dr. Dietmar Baron, und Primar Dr. Eugen Ladner, der ärztliche Direktor im BKH Reutte.

Die Drei ließen es sich nicht nehmen, die Gründung des Herzzentrums vor zehn Jahren und die noch längere Vorgeschichte aus ihrem persönlichen Blickwinkeln zu schildern. Die Hartnäckigkeit des Gründer-Trios lobte nicht zuletzt auch Andreas Kutschker, Vorstand der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Mehr Patienten

Durch die Kooperation der Partner und ihrem gegenseitigen Vertrauen, der medizinischen Kompetenz „auf Augenhöhe“ und einem langem Atem habe man das Projekt realisieren können, erklärte Baron. Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel, ein prominenter Unterstützer des Projekts, gratulierte dem Zentrums-Team per Video-Einspielung in den Saal.

Die Erfolgsgeschichte des Zentrums untermauerte Primar Ladner mit Zahlen: Bisher wurden mehr als 1100 Herzpatienten von Tirol nach Füssen gebracht. Das seien deutlich mehr Patienten als eine Prognose festgehalten hatte. Daneben unterstrich Hinterseer: „Wir hatten noch keine Personalprobleme in unserem Herzzentrum.“

Für Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), Vize-Verwaltungsratsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu, könnten durchaus weitere Pioniertaten über Grenzen hinweg erfolgen, sagte sie in ihrer Rede. Dabei müssten sich wahrscheinlich erneut Pioniere gegen Bedenkenträger, Bürokraten und Besserwisser durchsetzen.

Helmut Ziegler, Verwaltungsdirektor des Bezirkskrankenhauses Reutte, hatte auf die drei großen B in seinem Grußwort mit Rückblick hingewiesen. Erfrischend zwischen den Reden war der Auftritt der spielfreudigen Instrumentalisten „Levantino“. Auf die Live-Performance reagierten die Zuhörer mit tosendem Beifall.

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