Ein Servicesprung ins 21. Jahrhundert

Die ehemalige VR-Bank-Filiale im Füssener Westen. Künftig wird hier in der Herzogstraße 3 die Zulassungsstelle residieren. Foto: Sommer

Füssen – Die Zulassungsstelle in Füssen bekommt neue Räume. Bei seiner Sitzung in Füssen hat der Kreisausschuss jetzt beschlossen, die Außenstelle des Landratsamtes von der Augsburgerstraße in die Herzogstraße im Füssener Westen zu verlegen. Dabei stand vor allem der Servicegedanke im Vordergrund.

Es sei ein Servicesprung aus den sechziger Jahren ins Jahr 2000, befand Thomas Haltmayr, Leiter des neuen Bürgerservices am Landratsamt. Der steht in Marktoberdorf mittlerweile im Vordergrund, zu über 80 Prozent müssen die Bürger weniger als zehn Minuten warten, bis ihr Anliegen bearbeitet wird. Demgegenüber sind nicht nur die Räume der Zulassungsstelle in Füssen aus dem vergangenen Jahrhundert. Nicht nur, dass die Wartenden in einem anderen Raum sitzen oder auf dem Gang stehen müssen, bis einer der Serviceplätze frei wird. Vor allem sei eine Vorprüfung nicht möglich. So müssen die Bürger eventuell weitere Wartezeiten in Kauf nehmen, wenn sich herausstellt, dass sie nicht alle Unterlagen beisammen haben. 

Man könne einen gewaltigen Sprung machen, wenn die Zulassungsstelle, wo neben allen kennzeichenrelevanten Vorgängen auch Führerscheine beantragt und ausgegeben werden, in andere Räume umziehe, so Haltmayr. Dies umso mehr, nachdem die Stadt Füssen, der das alte Landratsamtsgebäude gehört, dort feuerschutztechnische Maßnahmen umsetzen und entsprechend die Miete erhöhen will.

Dabei sei man auf ein Objekt der VR-Bank gestoßen, erfuhren die Ausschussmitglieder. Konkret geht es um das Gebäude in der Herzogstraße, gegenüber dem Rewe-Markt. Durch die Fusion steht diese Filiale nun leer und sei optimal auf die Bedürfnisse zugeschnitten, so Haltmayr. So könne man hier einen Kassenautomaten installieren, wo die Bürger ihre Kosten begleichen könnten. Außerdem stehen zahlreiche eigene Parkplätze zur Verfügung. Weiterhin fügten ortskundige Mitglieder an, sei man hier in der Nähe aller großen Autohäuser. Vor allem aber sei die Filiale, egal zu welcher Zeit, optimal erreichbar, nicht nur für Nicht-Füssener. Vor allem in den Sommermonaten sei die Zulassungsstelle in der Augsburger Straße kaum zu erreichen gewesen. Erfahrungen, wie man sich auch bei dem Bankhaus gemacht hat. 

Weiterhin könne man die Filiale der VR-Bank behindertengerecht ausbauen und im Untergeschoss, das den Tresor beherbergt, auch eine Kennzeichenprägefirma unterbringen. Damit könnte man einen Teil der dann, um gut 2000 auf 3288 Euro gestiegenen Mietkosten inklusive der Nebenkosten, wieder auffangen. Weiterhin muss die ehemalige Bankfiliale noch umgebaut und möbliert, ans Behördennetz angeschlossen, die Kupfer- gegen Glasfaserkabel ausgetauscht und ein Kassenautomat eingebaut werden. Die Kosten hierfür wurden auf 110.000 Euro taxiert. 

Demgegenüber stünde eine deutliche Verbesserung des Service, wurde von mehreren Seiten argumentiert. Immerhin entfallen rund ein Viertel aller Behördengänge rund ums Kennzeichen im Ostallgäu auf die Außenstelle Füssen. Allein im vergangenen Jahr waren dies mehr als 8200 Vorgänge. Allein deshalb könne man nicht auf die Außenstelle verzichten. Hubert Endhardt (Grüne) rechnete zudem vor, dass vor allem die Zulassungsstelle kostendeckend arbeite, sich dieser Umzug- und Umbau also rechne. Vorerst soll ein auf zehn Jahre befristeter Vertrag mit der VR-Bank geschlossen werden. Dies auch, weil sich derzeit bei den Zulassungen einiges tut. So sei das elektronische Zulassungsverfahren im Kommen. Wie weit dies allerdings bei der Bevölkerung akzeptiert werde, sei noch ungewiss. Man werde deshalb also auch künftig auf den Servicepoint und die nette Mitarbeiterin vor Ort setzen. Dieser Überzeugung  und dem Vorschlag folgten die Mitglieder des Kreisausschusses mit großer Mehrheit und nahmen den Vorschlag bei einer Gegenstimme an. gau

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