Gefährdung durch Schiffe: An der Anlegestelle in Dietringen ist das Baden jetzt verboten

Der Landkreis greift durch

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Der Badeplatz Dietringen am Bootshaus der Wasserschutzpolizei. Für diesen und weitere Badeplätze gilt die neue Verordnung. Insbesondere dürfen sich Schwimmer nicht mehr vor oder im Bereich der Anlegestelle der Forggenseeschifffahrt aufhalten.

Landkreis – Der Ostallgäuer Kreisausschuss hat eine neue Badeplatzsatzung genehmigt. Neben einigen redaktionellen Änderungen für die Badeplätze am Forggensee wurde auch eine neue Badezone in Dietringen ausgewiesen.

Nach fast 40 Jahren hat der Landkreis eine neue Satzung für die Freibadeplätze des Landkreises Ostallgäu – eine sogenannte Freibadeplatzsatzung – erlassen. Die alte Satzung, seinerzeit vom Kreistag 1980 erlassen, wurde nochmals 1985 überarbeitet und regelt die Benutzung der Freibadeplätze am Forggensee bei Dietringen, am Illasbergsee sowie am Bannwaldsee.

Die Kreisverwaltung habe die Neuverpachtung des Badeplatzes Dietringen zum Anlass genommen, die Satzung sowohl redaktionell als auch inhaltlich zu überarbeiten, erfuhren die Kreisräte in der Sitzung. So wurden einige Formulierungen, die mittlerweile nicht mehr gebräuchlich sind, an den heutigen Sprachgebrauch angepasst und auch die Gebühren angepasst. 

Die augenfälligsten Änderungen gibt es aber bei der Nutzung an sich. So dürfen Personen, die Neigung zu Krampf- und Ohnmachtsanfällen aufweisen, sowie Menschen, die sich wegen psychischer Erkrankungen selbst oder andere gefährden könnten – der Begriff geistig Behinderte wurde aus der Vorlage gestrichen – die Badeplätze nur zusammen mit einer Begleitperson nutzen. 

Außerdem erhält der Kioskbetreiber die Möglichkeit, den Kiosk auch außerhalb der Saison zu öffnen, beispielsweise bei Ausflugswetter oder zu besonderen Anlässen. Darüber hinaus wurde explizit das Mitführens von Waffen untersagt, ebenso das Mitbringen und Lagern von Wasserfahrzeugen, was künftig zwischen dem 1. Juni und 15. Oktober (bisher zwischen 1. Juli und 15. September) nicht erlaubt ist. 

Eingedenk der Situation im vergangenen Jahr an der Anlegestelle der Weißen Flotte beim Bootshaus der Wassersschutzpolizei (WSP) in Dietringen, als aus Sicherheitsgründen und um die Badenden nicht zu gefährden, das Anlegen der Linienschiffe nicht mehr erfolgen konnte, wird das Baden in diesem Bereich nun komplett untersagt. 

Die Zone, aus der sich Schwimmer und Wasserfahrzeuge fernzuhalten haben bzw. die nur für die Linienschiffe und das Einsatzboot der WSP reserviert ist, soll mit Schwimmketten und Bojen gekennzeichnet werden. Gleichzeitig wird nordöstlich dieses Bereiches ein weiterer Badeplatz ausgewiesen. 

Die Kritik, dass Badende und vor allem Nichtschwimmer und Kinder hier nicht ins Wasser könnten, weil das Ufer zu schnell zu steil abfalle, hatten die Verantwortlichen schon während des Seegespräches zurückgewiesen (der Kreisbote berichtete). Hunde, die allgemein an den Badeplätzen des Landkreises verboten sind – generell dürfen sie nach dem Gemeingebrauchsrecht ins Wasser – dürfen sich im Biergarten des Badeplatzkioskes aufhalten, soweit dies der Kioskbetreiber gestattet. 

Hohe Geldstrafen 

Explizit wies das Landratsamt darauf hin, dass an den Badeplätzen die Mitarbeiter des kommunalen Bauamtes, der Polizei und Wasserschutzpolizei, der Betreiber bzw. die Pächter der Badeplätze und Kioske sowie die zuständigen Bürgermeister und Gemeindemitarbeiter weisungsbefugt sind. Bei Zuwiderhandlungen können Geldbußen bis zu maximal 2500 Euro (bisher fünf bis 1000 DM gleich 2,5 bis 500 Euro) verhängt werden. 

Mit ihrem einstimmigen Beschluss gaben die Räte die Empfehlung an den Kreistag, die neue Satzung ebenfalls zu genehmigen. Der Einwand, dass die Mehrzahl der nun festgeschriebenen Ge- und Verbote eigentlich im Rahmen der Vernunft hätten geregelt können, wiesen die Rechtsvertreter mit der Begründung zurück, dass es um Haftungsfragen gehe. Wer außerhalb der landkreiseigenen Badeplätze ins Wasser gehe oder sich sonnt, tue dies auf eigenen Verantwortung und könne auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten den See nutzen.

Oliver Sommer

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