Kreisverkehr bleibt wie er ist

Hier am Kreisverkehr im Bereich der Otto- und Von-Freyberg-Straße werden vorerst keine Zebrastreifen oder sogenannte Aufmerksamkeitsflächen angebracht. Foto: Schuster

Nun wird doch kein Zebrastreifen am Kreisverkehr im Bereich der Otto- und Von-Freyberg-Straße angebracht, das hat der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag mit drei Gegenstimmen beschlossen. Allerdings soll sich der Ausschuss bei Ortsbesichtigungen über Möglichkeiten informieren, wie man die Passanten beim Überqueren der Straße besser schützen kann.

„Hier wird nicht unbedingt ein Handlungsbedarf gesehen“, fasste Manfred Schweinberg die Fußgängerzählung an dem Kreisverkehr zusammen. Wenn weniger als 100 Passanten beziehungsweise weniger als 300 Fahrzeuge pro Stunde an einer Straße unterwegs sind, sei in der Regel keine Querungshilfe notwendig. Das werde mit 87 Passanten nicht einmal während zwei Stunden in der Mittagszeit an der Von-Freyberg-Straße erreicht, so Schweinberg. Außerdem habe man festgestellt, dass sich die Fahrer „sehr rücksichtsvoll gegenüber den querenden Fußgängern verhielten“. Auch Ulrich Pickl (SPD), Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirats, bekräftigte, dass weder die Jugendlichen noch AWO-Hortleiterin Angelika Schneider eine Gefahr an dieser Stelle sehen. Ohnehin werde „der Hort nicht mehr lange da sein“. Zudem müssen, so Schweinberg, laut Straßenverkehrsordnung sowieso die aus dem Kreisverkehr kommenden Fahrzeuge den Vorrang der Fußgänger beachten. „90 Prozent der Fahrer wissen es nicht und richten sich nicht danach“, warf daraufhin Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) ein. Für einen „vernünftigen Kompromiss“ hielt er dagegen die von Schweinberg vorgeschlagenen Aufmerksamkeitsflächen. Die setzen sich farblich vom Straßenbelag ab und sollen den Vorrang der Fußgänger verdeutlichen. Allerdings könnten sie den Passanten „eine Sicherheit suggerieren, die nicht gegeben ist“, so Schweinberg. Dass ein Fußgängerüberweg keine sichere Querungshilfe ist, betonte der Polizist Thomas Meiler. „An jedem Zebrastreifen haben wir in Füssen Probleme“. Kein Problem sehe er hingegen an den Aufmerksamkeitsflächen, „probieren wir es aus, aber dann an allen Seiten“. Davon und vom Zebrastreifen riet jedoch Ilona Deckwerth (SPD) ab, die sich bisher vehement für einen Fußgängerüberweg eingesetzt hatte. Es sei ihr zwar schon schwer gefallen ihre Meinung zu ändern, gab Deckwerth zu, aber bei ihrem gestrigen Gespräch mit Waltraud Joa, der Behindertenbeauftragten im Landratsamt Ostallgäu, habe Joa sie von der fehlenden Sicherheit dieser Maßnahmen überzeugt. Stattdessen schlug sie vor, dass der Ausschuss einen Termin mit Joa vereinbaren und sich den innerstädtischen Umbau in Marktoberdorf anschauen sollte. Denn dort sehe man, wie man die Straßen sicherer machen kann.

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